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Giga-Event GlueckAuf in Essen

Wir nennen es Dosenfischen oder Geocaching
das ist'n Familienhobby oder eins für Einzelkämpfer

Dosenfischer

Geocaching, das ist dieses Hobby. Dieses Hobby wo Menschen in Arbeitshose, Wanderschuhen und mit einem Smartphone bewaffnet auf eben dieses Smartphone starren. Von der Landschaft kriegen diese Leute nicht soviel mit. Es interessiert nur die Dose. Ich übertreibe ein bißchen, das muss man mir nachsehen.

Ich war auf meinem ersten Giga-Event: Project GlückAuf 2016 im Zollverein Essen. Ich sage direkt mal: Im Gegensatz zu den Jungs vom Geo-Amt fand ich das Event spitzenklasse. Ich selbst sehe das ganze Caching aber auch eher locker. Wenn irgendwo eine Dose ist und ich das mitbekomme, dann kassiere ich die Dose ein. Für mich selbst ist das ganze drumherum viel wichtiger. Ich habe über das Geocaching ganz viele tolle Menschen kennen gelernt und auf dem Giga konnte ich auch mit Leuten aus aller Welt reden. Wir hatten Deutsche, Briten, Schweden, Amerikaner, Brasilianer, Japaner und auch Leute aus Kiel da. Und mit einigen konnte ich zumindest ein “Hallo” austauschen. Das war super. Es gab auch ein fantastisches Rahmenprogramm. Mario vom Laserlogoshop kam kurz auf einen Plausch herum, bevor er sich auf die umfangreiche Händlermeile zurückzog, um dort den einen oder anderen Geotoken zu verkaufen.

Das Rahmenprogramm war ziemlich groß. Neben Führungen durch die Zeche Zollverein, die einige von euch vielleicht aus “Alles was zählt” kennen, gab es noch eine Lesung von Bernhard Hoëcker. Auf dem Außengelände durfte getrunken und gegessen werden. Es gab Poffertjes, Steaks, Bratwurst, Bier, Kaffee, Eis und vieles mehr.

Der handelsübliche Geocacher mag ja auch Musik, daher gab es ein musikalisches Rahmenprogramm par Excellence mit (natürlich) Blaskapellen, aber eben auch mit einer extrem talentierten Coverband namens Alex im Westerland.

Alex im Westerland ist ziemlich mutig, denn sie spielen sowohl die Musik von den toten Hosen als auch die Musik der Ärzte. So geht ein “Hey, hier kommt Alex” nahtlos in ein “Schrei nach Liebe” über und die Leute fanden's geil. Klar - zu späterer Stunde mit einem höheren Partypegel wäre Punkrock aus Deutschland besser angekommen aber nach Alex traten die Dosenfischer auf.

Die Dosenfischer sind eigentlich ein Podcast und machen seit 2010 aber eben auch Musik zum Thema Geocaching. Dabei entstehen dann so illustre Titel wie wir nennen es Dosenfischen oder Reflektorschlusspanik und viele der anwesenden Cacher sangen die Songtexte mit. Ich mag dieses Hobby ja auch, aber das war mir dann doch zu krass ;) Als Musiker, der ich ja nun auch bin, hat mich tatsächlich ein musikalisches Intermezzo am allermeisten beeindruckt: Lisbeth und Stotco sangen akustische Popmusik und coverten zwei Songs. Mit einer Version eines Damien Rice-Songs haben die beiden gefühlvollen Künstler mir doch die ein oder andere Träne ins Auge gedrückt. Wunderbare, ruhige Musik und auch hier wollten die meisten Menschen tatsächlich sogar viel mehr hören.

Wir reden hier von einem Geocaching-Event. Es wurde also natürlich auch gecached. Wir machten einige Lab Caches, die sich in erster Linie damit befasst, was man bei der Zeche Zollverein eigentlich so sehen kann. Dafür mussten wir Treppen steigen, Fenster zählen, QR-Codes scannen und Fotos suchen. Anschließend machten wir noch ein paar Wherigo-Caches, bei denen wir erst so richtig auf dem Schlauch standen. Letztendlich muss man aber sagen, dass das Eventcaching selbst nichts für Hardcore - Geocacher ist, denn im Grunde darfst du immer davon ausgehen, dass sich ein Logbuch an der Stelle befindet, bei der sich eine Menschentraube aufhält...

Ziehen wir doch einmal ein Fazit: Ich kann mir nicht einmal im Traum vorstellen, wie aufwändig es ist, ein Event dieser Größe aufzuziehen. Die logistischen Herausforderungen müssen immens gewesen sein. Es gab ein paar Stimmen, denen die Fressalien und die Getränke zu teuer waren. Für mich selbst war dies nicht nachvollziehbar. Die Kosten, die bei so einem Event entstehen, müssen ja irgendwo gedeckelt werden. Ein paar Meckerheinis wußten auch nicht, warum sie Geld für ein Armband ausgegeben haben. Tja, wenn man nicht in die Hallen wollte, hätte man sich das Bändchen tatsächlich sparen sollen. Für mich selbst - der jetzt nicht soooo geil auf Dosensuche ist sondern viel lieber mit Leuten abhängt, war das Glück Auf 2016 ein buntes Wochenende voller Eindrücke, ungesundem Jahrmarktsfraß, viel zu viel Cocktail und Bier und geiler Musik. Ich kann die Organisation des Events nur loben und loben und loben! Ihr habt dies absolut super gemacht und ein unglaubliches Level an Professionalität bewiesen.

Fotos vom GlückAuf

Hier noch eine kleine Bildergalerie

Zeche Zollverein
Zeche Zollverein
Zeche Zollverein
Zeche Zollverein
Zeche Zollverein
Zeche Zollverein

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Filed in: geocaching,
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Musikmachen mit Linux

Wenn man am Computer Musik machen möchte, sollte man einen Mac oder einen Windows-Rechner benutzen.

Das lassen wir jetzt erst einmal sacken, atmen tief durch und kümmern uns nun um das ernsthafte Thema. Musikmachen unter Linux ist der Grund, warum du hier bist. Du hast dich entschieden, in die Welt der offenen und freien Systeme zu gehen und das Betriebssystem zu benutzen, bei dem du einfach alles verändern kannst. Linux hat gegenüber den proprietären Systemen von Apple und Microsoft nämlich den Vorteil, dass du - ein wenig Arbeit vorausgesetzt - unfassbar viele Möglichkeiten hast, ein superstabiles System als Zentrale für deine Musikproduktion zu benutzen.

Dieses Posting sagt dir:

  • Wie du VST-Plugins unter Linux zum Laufen bekommst
  • Wie du kurze Latenzen realisierst
  • Was kann Linux “out-of-the-box”?

 

Wenn du ernsthaft Linux als Betriebssystem für Musikproduktion benutzen willst, musst du verhältnismäßig viel in Vorleistung gehen. Das liegt aber nicht unbedingt an Linux, sondern an den Herstellern von VST-Plugins und Midi-Interfaces. Die Hersteller liefern Ihre Produkte nämlich meistens nur für Mac und Windows aus. Linux wird oft gar nicht oder nur halbherzig unterstützt. Da Linuxer in der Regel aber loyalere Kunden sind, scheint sich hier langsam etwas zu tun. Hersteller wie Bitwig, LMMS oder auch Renoise geben ihre Tools nativ als Linuxlösung heraus und selbst die großen etablierten Tools laufen dank sauberer Windows-API-Programmierung ziemlich performant über WINE. Dieses Posting richtet sich also an die Menschen, die bewußt die Hürde nehmen wollen und sich tagelang an Konfigurationsdateien austoben möchten. Verabschiede dich von dem Gedanken, eine Setup-Datei auszuführen und direkt Musik zu machen. Unter Linux wirst du dich mit Patchbays, Winewrappern, DSSI-Bridges und weiteren Dingen befassen müssen, für die dich die Windows/Macuser nur anlächeln werden.

Die Mühen werden dir aber gedankt, wenn die CPU-Auslastung und die Latenzzeiten unter deiner DAW ein ASIO geschmeidig in die Tasche stecken oder wenn du systemfremde Plugins nutzen kannst, die für User der beiden etablierten Systeme nicht zur Verfügung stehen. Unabhängig davon hast du eine Menge Geld gespart.

Musikproduktion unter Linux - die Bestandsaufnahme

Linux als Desktopsystem ist noch immer ein Nischenprodukt. Systeme wie Linux Mint oder Ubuntu allgemein haben die Installation von Linux und die Benutzbarkeit dieses Betriebssystems unfassbar erleichtert, sodass man heute jeden Opa auf das System loslassen kann und dieser endlich seine Office-Dokumente schreiben kann und nebenbei auch noch den Rechner zum Videogucken benutzen darf. Die meisten Programme aus dem Bereich “Web” gibt es sowieso unter Linux: Chrome, Firefox, Thunderbird, VLC, LibreOffice um nur einige zu nennen. Für Otto-Normalverbraucher ist Linux also definitiv geeignet. Spiele gehen auch, es gibt nur weniger davon für Linux.

Unter Linux gibt es diverse Musikprogramme. Für Leute, die bereits FL-Studio (Fruityloops) gewohnt sind, empfiehlt sich LMMS. Dieses Programm ist relativ kompatibel zu FL. Ein anderer großer Player ist Ardour, der sich an ProTools orientiert und für Notendruck kann man immer gut Rosegarden verwenden, was sich an Cubase orientiert. Unter den kommerziellen Lösungen glänzt Bitwig und mein persönliches Lieblingstool Renoise, ein Rastersequencer. Du siehst also: Tools sind jede Menge vorhanden.

KXStudio

Die Macher von KXStudio haben euch eine Menge Arbeit erspart: Du willst VST-Plugins von Windows unter Linux benutzen? Unter KXStudio gibt es eine Lösung dafür. Diese Lösung nennt sich Carla. Du willst Soundfonts benutzen? Dann brauchst Du den Linuxsampler. Du willst eine optimierte Wine-Version speziell für Audio? Auch das wird in KXStudio bereit gestellt. Die Installation der KXStudio-Repositories wird hier beschrieben: http://kxstudio.linuxaudio.org/Repositories

Mein größtes Problem unter Linux war bisher der Mangel an VST-Support. Ich muss keine VSTs benutzen, Renoise hat einen sehr guten eingebauten Sampler. Dennoch gibt es den einen oder anderen Synthesizer, dessen Sound ich liebe. Dazu gehört zum Beispiel Vanguard oder Quadrasid. Das sind jetzt beides nicht die Mega-Super-Synthes, ich mag deren Sound aber. Früher nutzte ich für die VST-Unterstützung zum Beispiel DSSI-VST. Grundsätzlich ist das eine gute Sache, wenn es nicht so wäre, dass DSSI-VST die Tempowechsel aus dem Sequencer nicht übernimmt.

Seit ich Carla nutze, ist das kein Problem mehr. Klar: Man startet Windows-Programme unter Linux, daher sollte man beim Produzieren oft, wirklich oft speichern.

Renoise DSSI
Superwave P8 unter Linux als DSSI-VST

$9 PC im Tonstudio
9$ PC im Tonstudio.

Sonatina
Absolut konkurrenzfähig. Sonatina Symphonic Orchestra

Performance, Performance, Performance

Hinweis: Ich bin Ubuntu/Debian-User. Bei DEINER Linuxdistribution kann die hier genannte Vorgehensweise ganz anders sein. Ich kenne mich mit Arch oder Manjaro nicht aus. Das liegt daran, dass ich mir das noch nie installiert habe. Aus purer Faulheit habe ich Ubuntu.

Unter Windows gibt es ASIO von Steinberg. Dieser Soundstandard erlaubt Musikaufnahme und Musikwiedergabe in Echtzeit. Bei Mac nennt sich dies CoreAudio und unter Linux kann man dies mit ALSA oder Jack festlegen. Der User selbst muss nur Echtzeitprioritäten besitzen, damit die kürzesten Latenzen erreicht werden können. Unter Ubuntu macht man das, indem man den User zu der Audiogruppe hinzufügt.


adduser yourname audio

Anschließend solltest Du den User Realtime-Prioritäten geben. Öffne die Datei /etc/security/limits.conf und schreibe an Ende dieser Datei folgendes hinzu:


YOURUSERNAME - rtprio 99 
YOURUSERNAME - nice −10 

Schön. Jetzt hast Du die Bedingungen geschaffen, um Echtzeitpriorität bei der Soundausgabe zu haben.
Logo: Jack Viele Programme, insbesondere auch Renoise unterstützen direkt JACK. Bei Jack hast du den Vorteil, dass du eine virtuelle Patchbay hast (wie bei Rewire) und noch kürzere Latenzzeiten. (wie bei ASIO/CoreAudio). Die Installation von JACK kannst Du über Synaptic oder APT machen.

$ sudo apt-get install jackd qjackctl 

Jack wird in deiner DAW normalerweise auch als Soundausgabe angezeigt. Mit Qjackctl hast du die Möglichkeit, deinen Jackserver zu konfigurieren.

Fazit

Noch vor wenigen Jahren hätte ich jedem davon abgeraten, Linux zur Produktion zu benutzen. User, die sich auf der Konsole nicht sicher fühlen oder wissen, wie man eine .conf-Datei bearbeitet, sollten noch immer die Finger von Linux als Musikprogramm lassen. Vieles lässt sich halt nur einstellen, wenn man direkt in den Systemdateien rumfrickelt. Man kann das letzte bißchen Performance herauskitzeln, wenn man einen Realtime-Kernel installiert. Bei Ubuntustudio ist der Kernel bereits installiert. Eine neue Kernelinstallation unter einem laufenden Ubuntu ist möglich, würde aber den Rahmen sprengen. Da ich meinen Rechner für viel mehr als nur Musik benutze, habe ich auch hier lieber den Standardkernel im Einsatz.

Wenn man sich auf das “Experiment Linux” einlassen möchte und sich als mehr als nur Anwender sieht, kann man sich mit Linux allerdings ein unschlagbar stabiles System zusammen stellen. Wir wissen alle, dass ein Linux zu 99% auch noch benutzbar ist, wenn ein Programm komplett aufgibt. Wir schalten auf eine andere Konsole, beenden das Programm und machen wie gewohnt weiter. Mach das mal mit Windows oder Mac. Leider kommt es aber eben aufgrund der Tatsache, dass man betriebssystemfremde Plugins nutzen muss, häufiger zu Abstürzen als in einer nativen Umgebung. In erster Linie liegt das daran, dass auch der VST-Standard eher locker-flockig von den VSTPlugin-Herstellern interpretiert wird.


Filed in: Ubuntu,
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Das Oldenburger Wallkino muss wieder aufmachen

Wenn man wie ich in Oldenburg aufgewachsen ist, verbindet man eine gewisse Liebe zu bestimmten Gebäuden oder Landstrichen unserer schönen Stadt. Oldenburg hat die beiden Weltkriege nahezu unbeschadet überstanden, daher gibt es hier eine Menge sehr alter Gebäude. Eines dieser alten Gebäude ist das Oldenburger Wallkino. Das Wall wurde 1914 eröffnet und 1960 komplett umgebaut. Auch nach dem zweiten größeren Umbau Anfang der 1990er Jahre war das Wall eines der historisch schönsten Gebäude unserer Stadt und das älteste Lichtspielhaus in Norddeutschland.

2007 wurde das Wallkino geschlossen. Einerseits gab es seit 1999 das Cinemaxx mit größeren Säälen, modernerer Technik und viel mehr Sitzplätzen. Ich war bis zur Schließung des Wallkinos übrigens nie im Cinemaxx. Denn im Gegensatz zum Wall habe ich dem Cinemaxx nie die Liebe zum Film zugesprochen. Das ganze "Mega-Multiplex-Highdefinition-Palaver" dieses Unterhaltungsbunkers war nie meine Welt. Selbst jetzt meide ich dieses Riesending, wenn der Film im Casablanca (Oldenburgs anderes Kino) läuft. Aber das hier ist kein Cinemaxx-Bash-Posting. Dieser Blogpost ist pure Trauer.

Das Wallkino steht seit 2007 leer. 2006 hat Ulrich Marseille das Gebäude von seiner Mutter geerbt und den damaligen Betreibern postwendend gekündigt, obwohl diese noch mit der Mutter zusammen das Gebäude ein weiteres Mal renoviert hatten. Seit 2007 ist das Gebäude leer und darf von niemandem mehr betreten werden. Die Innenräume, sowie der Außenbereich stehen unter Denkmalschutz, doch Marseille wird das Aussitzen und die Stadt wird einem Teilabriß oder einer Renovierung nicht zustimmen

Mich machen die Bilder des Wallkinos immer traurig. Wenn ich gut gelaunt bin, muss ich mir lediglich die Bilder aus dieser Galerie ansehen und dann könnte ich auch direkt losweinen. Klar: Innen atmet das Gebäude nicht den Charme von vor über 100 Jahren mehr, denn die Renovierungen der 60er Jahre haben die richtig alte Optik natürlich zerstört, aber das Wall war für mich die Definition von Kino. Das Wall war für mich so, als wäre ich Humphrey Bogart und ich gehe mit Ingrid Bergmann in dieses schöne alte Kino.

Ich verstehe nicht, wieso Marseille das Ding nicht an wirkliche Liebhaber verkauft. Klar: Vermutlich will er viel zu viel Geld dafür haben und die renovierungsarbeiten werden auch noch einmal viel zu viel Geld kosten, daher gibt's auch keine Kaufinteressenten. Aber ich vermisse mein Wallkino so sehr. Sooooo sehr.

Liebe Mitoldenburger, wie seht ihr das? Soll dieses Goldstück wieder aufmachen? Ich bin ja dafür, aber ich bin nicht so naiv das zu glauben.


Filed in: lokales,
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Lasst die Kinder doch einfach Kinder sein - gegen zu fruehe Einschulung

Ich mache meinen Traumberuf. Ich bin Softwareentwickler und mache diesen Quatsch seit 16 Jahren hauptberuflich. PHP, HTML, Javascript, C++ und die Administration von Windows- und Linuxsystemen gehört zu meinem täglichen Lebensaufgaben. Damals in der Schule haben die Leute zu meinen VC20/C64-Tagen schon gesagt, dass ich gut mit dem Computer umgehen kann.

Die Lehrer meinten zu dieser Zeit aber, dass ich damit keine Chance hätte. Außerdem sind meine Kenntnisse in Mathematik und Naturwissenschaften allgemein doch eher mies. Ich müsste doch Abitur machen und danach Informatik studieren. Meinen Lehrern habe ich zu dieser Zeit geglaubt. Ich habe krampfhaft versucht, mein Abi zu machen. Da ich aber IT-typisch eher faul bin und alles, was über meine Fachidiotie hinaus geht, nur schwer in mein Hirn rein geht, hatte das mit dem Abitur auch nach dem 2. Anlauf einfach nicht funktioniert.

Letztendlich war mein Fachabitur dann ein Bonus zu meiner erfolgreich verlaufenen schulischen Berufsausbildung als staatlich geprüfter Assistent für Informatik. Mithilfe dieses Abschlusses konnte ich ohne Studium und Abitur in meinem Traumjob einsteigen.

Diese Einführung muss mal eben sein: Dieser Blogpost richtet sich ganz klar gegen das etablierte Schulsystem. Damals wie heute, halte ich Schule bzw. die Art des Unterrichts für einen schlechten Witz. Lehrpläne geben extrem starr vor, was den Kindern wann vermittelt werden soll. Innerhalb der von Erwachsenen vorgerechneten Zeiten müssen Kinder zum Beispiel Mathematik genau so können. Dabei wissen wir alle aus eigener Erfahrung, dass manche Menschen gut in Mathe sind und andere Menschen eben nicht. Lehrpläne nehmen darauf keine Rücksicht.

Das aktuelle Schulsystem (Schule bedeutet übrigens "Nichtstun" im griechischen schola) halte ich für pure Vermittlung von Angst:

  • Kinder haben Angst vor den Lehrern.
  • Lehrer haben Angst vor den Eltern.
  • Eltern haben Angst davor, dass die Kinder versagen.

Den Kindern wird das Wissen reingeprügelt, ohne das Hintergrundwissen zu vermitteln. Wenn mir damals einer plastisch hätte erklären können, wie wichtig Algebra sein kann, würde ich beim Zimmer-renovieren nicht so viel Farbe kaufen. Und viele Sachen sind für Kinder meiner Meinung nach total irrelevant. Jedenfalls könnte man Themen wie den Limes oder die Steinzeit in der Gesamtheit viel kürzer abfassen und den Kindern, die sich ernsthaft für das Thema interessieren die Option anbieten, sich für bestimmte Themen eigenständige Aufgaben zu suchen.

Ich habe damals in Sozialkunde meine Note um glatte 2 Stufen verbessert, als das Thema Arbeit kam und ich aufzeigen könnte, wie geil man mit MS Excel Projektpläne machen kann. Und damals war ich 14 oder so.

Worauf will ich hinaus? Es gibt das Konzept der Summerhill-School. Hierbei handelt es sich um ein demokratisches Schulsystem. Im Gegensatz zum "Lehrer vorne, Schüler hinten"-Konzept ist Demokratie hier wortwörtlich zu verstehen.  Mehr dazu hier. Dieses Konzept mag ich sehr, denn nirgends im Berufsleben wird so beknackt gearbeitet, wie in der Schule. Wir arbeiten im Team, wir besprechen gemeinsam die beste Lösung und jeder bringt sein Wissen ein. Diese Art der Arbeit hast Du eigentlich überall. Jeder hat irgendwo die Möglichkeit, Strukturen aufzubrechen und etwas besser zu machen. In Schulen geht das nicht. Schulen sind starr an die Lehrpläne gebunden. Variationen gibt es nicht. Als ich die 7. Klasse wiederholt habe, konnte ich exakt dieselben Arbeiten und auch dieselben Mappen noch einmal benutzen. Ich musste NICHTS ändern, lediglich das Datum war halt jahresbedingt anzupassen. Mir kann keiner erzählen, dass so etwas den Lehrern Spaß macht. Den Kindern noch viel weniger.


weiter...


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Ich saufe Amen Break

Ohne den berühmten Amen-Break wäre Techno und Dance nicht da, wo es heute ist. Das ist ein extrem bekannter Beat, aus dem Song Amen, Brother der Band The Winstons. Der eigentliche Beat stammt aus einem Drumsolo von Gregory C. Coleman. Den Beat könnt ihr in diesem Youtube-Clip hören, ca ab 1:26.

Der Drummer starb 2006 in Obdachlosigkeit, allerdings erhielt der Sänger der Band letztes Jahr 24.000 Dollar aus einer Crowdfunding-Aktion. Also: Techno wäre nichts ohne diesen Beat. Und jetzt kann man diesen Beat auch trinken.

Es gibt einen australischen Wein, namens Amen Break. Hier ein Foto:Chardonnay

Trinken und bestellen kann man diesen Chardonnay übrigens hier.


Filed in: Teh Interwebz,
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