Blog (20)

1   2   3   4   5   6   7   8   9   10   11   12   13   14   15   16   17   18   19   20   21   22   23   24   25   26   27  

Muss man zur Gema oder nicht

Ich habe mich gerade gefragt, ob es sich lohnt, der GEMA beizutreten: Dazu musste ich erst einmal rausfinden, was die GEMA eigentlich ist, was die Aufgabe der GEMA ist und warum man da beitreten soll (oder eben auch nicht). Dabei hab ich gemerkt: Das Thema ist kompliziert, verwirrend und im Grunde dann doch wieder ganz einfach - und deshalb doch wieder saukompliziert.

Zuerst mal: Mit dem Urheberrecht hat die GEMA so erstmal nichts zu tun. Jeder Komponist oder Texter hat automatisch und gesetzlich das Urheberrecht auf seiner Seite. Sobald du also einen Song erstellst, gehört er urheberrechtlich dir und nur dir allein. Eine Band kann den Song spielen, der Urheber des Songs bleibt aber derjenige, der den Song geschrieben hat. Bei mehreren Autoren wird das Urheberrecht aufgeteilt. Änderungen oder gar das Abtreten des Ursprungsmaterials muss mit allen Miturhebern abgesprochen werden und alle Urheber müssen der Änderung zustimmen.

Das heißt: Das Urheberrecht ist immer da, völlig unabhängig von der GEMA. Das heißt ausserdem: Was Ihr mit EURER Musik macht ist so erstmal eure Sache. Ich biete meine Musik kostenlos an, weil ich das darf. Es ist schließlich MEINE Musik und deshalb erlaube ich fast jede mögliche Verwertung des Materials.

Das heisst ausserdem: Ich darf meine Musik auf CD veröffentlichen. Ich darf die auch auf Platte veröffentlichen, selbst digitaler Verkauf ist möglich. Auch hierzu benötige ich die GEMA nicht. Genaugenommen wäre die GEMA sogar hinderlich aber dazu später mehr.

Die GEMA-Mitgliedschaft ist theoretisch also völlig unnötig, praktisch ist es aber leider so, dass die Mitgliedschaft durchaus Sinn machen kann. Die GEMA hat nämlich eine wichtige Funktion: Die GEMA sorgt dafür, dass du als Künstler tatsächlich Geld mit deiner Musik verdienen kannst.

Das Urheberrecht ist in Deutschland nicht übertragbar. Die GEMA hat die Aufgabe, zu "überwachen", wer deine Musik verwendet und wo sie gespielt wurde. Für die Wiedergabe deines Songs muss an die GEMA gezahlt werden. Das Geld wird gesammelt. Durch ein kompliziertes Punktesystem wird die Kohle nun an die einzelnen Urheber aufgeteilt. Dabei spielt die Art der Musik eine Rolle, dann natürlich - wie häufig wurde der Song gespielt, wieviele Releases sind bei der GEMA angemeldet und diverser anderer Kleinkram, der in die Punkte mit einfließt. Dafür kriegst du also tatsächlich Geld.

Allerdings bedeutet das auch folgendes: Wenn du deine Musik kostenlos zum Download anbietest und das Werk bei der GEMA angemeldet ist, MUSS auch dafür Geld gezahlt werden. In diesem Fall zahlst du also quasi deine eigenen Tantiemen. Ausnahmeregelungen gibt es allerdings auch: Als Stream ist es für die GEMA i.O., wenn nachgewiesen werden kann, dass du als Urheber auch wirklich auch für den Stream verantwortlich bist.

Muss man als Musiker der GEMA beitreten?

Kurz gesagt: Nein! -
Ausführlich gesagt: Die GEMA soll dich unterstützen. Sie soll dafür sorgen, dass du als Künstler dein Geld kriegst. Du kannst das aber genau so gut selbst machen: Bestimmte eindeutig, was mit deinem Song gemacht werden darf und was nicht. Lege zum Beispiel fest, dass es erlaubt ist, remixes anzufertigen. Lege fest, dass die Wiedergabe im WWW oder im Radio kostenlos erlaubt ist. Du kannst auch festlegen, dass jedesmal abspielen das Radio nen Euro kostet, das ist dein gutes Recht.

Wenn sich jemand daran nicht hält und du das mitkriegst, kannst du deine Rechte wahren und z.B. gerichtlich dagegen angehen.

Die Creative-Commons-Lizenzen sind "vorgefertigte" Lizenzen, die deinen Hörern klar und deutlich mitteilen, was mit deinen Songs passieren darf und was nicht. Die CC vertritt dich allerdings nicht vor Gericht oder so: Du hast lediglich schriftlich deinem Kunden klargemacht, woran er nun ist. Im Grunde kannst du die CC-Lizenz also als Vordruck betrachten.

Author / Datum:
Marc Shake • 29.10.2009 - 18:34
Categories
Ask a DJPolitik

Die einhunderttausend Mark Frage

Ich habe ja eine gewisse Affinität zu den Niederlanden. Ich finde die Leute da extrem entspannt, ich mag VLA und finde, das "Go Fast" so ziemlich das beste Gesöff der Welt ist. Nicht zuletzt feiern die Holländer mit Defqon und Mysteryland die fettesten Openair-Raves ever.

Die holländische Presse hingegen ist bisher immer völlig an mir vorbei gegangen, bis mir heute ein Freund erzählt hat, was ein niederländischer Reporter eigentlich mit den Oberhoschis der Wespenkoalition angestellt hat. Und seitdem liebe ich Holland noch viel mehr.

Was war geschehen?
Merkel und ihre Spießgesellen saßen da und spielten so'n bißchen die siegessicheren Politbonzen. Alles war wie immer, die Pressefragen waren zwar hart aber doch sehr herzlich. Merkel erzählte fröhlich, das Schäuble nun also nicht mehr die innere Sicherheit gefährdet sondern nun der Oberschatzfinanzmeister von Good Ol' Germany ist. Rosa Blümchen wuchsen, der Himmel strahlte blauer als je zuvor und die Vögel sangen gar ihr friedliches Liedlein.

Doch dann verdunkelte sich der Himmel: Ein Reporter namens Rob Savelberg fragte eine einfache Frage.

Savelberg wollte wissen, wie vertrauenswürdig Schäuble ist, hat er doch immerhin 100.000 Mark einfach so verlegt. Schäuble erhielt vor ungefähr 10 Jahren eine "Spende" vom Waffenhändler Kalle Schreiber. Schäuble hat nie offengelegt, wo die Kohle hin ist. Er ist vom Parteivorsitz zurückgetreten, mittlerweile aber ja wieder ein Spitzenpolitiker.

Also: Kurz gesagt - Ein Politiker, der offensichtlich an selektiver Demenz leidet, wenn es um Geld geht, soll nun also Finanzminister werden. Wie vertrauenswürdig ist so einer?

Merkel schweigt, Westerwelle guckt geschockt und die Reporter lachen. Endlich eine Reaktion auf dem Gesicht unserer Bundesangie: "Schäuble genießt mein absolutes Vertrauen"...

Savelberg lässt nicht locker, er fragt nochmal: "Wie soll einer, der 100.000 Mark in seiner Schreibtischschublade verlegt auf die Finanzen eines ganzen Staates achten können?" - Angie schaut hilfesuchend umher: Westerwelle souffliert: "Es ist alles gesagt" - Vermutlich hat Guido das aber auch auf Englisch souffliert: "It is everything being said".

Savelberg fragt noch einmal und man sieht, wie Merkel am liebsten schreien möchte: "Halt die Fresse, du dämlicher Kääskopp. Unsere Reporter hier haben das ja auch vergessen und du blöder Oranje-Heini kommst hier mit so ollen Kamellen an. Geh zurück in deinen Wohnwagen und zieh dir nen Joint rein!"

Man kann auf jedenfall 3 Dinge festhalten:

  1. Holland hat die cooleren Reporter
  2. die deutschen Medien haben Schiss, dermaßen unbequeme Fragen zu stellen
  3. Schäuble sitzt noch immer auf 100.000 Mark.

Es ist wirklich oberpeinlich, dass erst ein Reporter aus dem Ausland kommen muss, um den absoluten Mißstand anzuklagen, dass die CDU noch immer nicht alles zur Spendengeldaffäre gesagt hat. Es ist ausserdem superpeinlich, dass bei den Anführern unseres schönen Landes eine fiese Vetternwirtschaft mit immer denselben hochrangigen Politikern durchgeführt wird. Vetternwirtschaft...

Author / Datum:
Marc Shake • 27.10.2009 - 22:35
Categories
Politik

Seit 50 Jahren gibt es nun Diskotheken

Die Diskothek ist nun 50 Jahre alt. Dazu erstmal herzlichen Glückwunsch.

Wer nun meint Diskotheken seien eine Erfindung der USA oder der Briten, die ja sonst alles erfunden haben, irrt sich gewaltig. Die erste Diskothek gab es in Europa aufm Festland. In einem Land, dass weltweit eher als Biernation oder Oktoberfest-Land bekannt ist: Deutschland.

Die erste Diskothek gab es aber nicht in München, nicht in Hamburg, nicht in Berlin und schon gar nicht in Bremen. Die erste Diskothek war der Scotch Club in Aachen. Dieser Laden war vorher ein mässig laufendes Restaurant und der Betreiber hatte die Idee aus dem Laden ein Tanzlokal zu machen. Tanzlokale gab es natürlich schon, allerdings waren da immer Tanzkapellen. Das Konzept war nun aber so einfach wie genial: Die Leute hörten damals ihre Hitparade im Radio, warum sollte man den Musikbegeisterten also nicht genau DIESE Songs und vielleicht sogar die Maxi-Versionen oder B-Seiten nicht direkt in voller Lautstärke vorspielen? Nebenbei wird ein wenig moderiert, weil das im Radio dank Leuten wie Chris Howland auch immer gut ankam.

Relativ gelangweilt wurden Platten heruntergespielt, da irgendwie nicht wirklich klar war wie Musik ohne Band überhaupt vernünftig präsentiert werden soll. Klaus Quirini, damals 19 Jahre alt, fand das total öde und machte seinem Unmut auch deutlich Luft. Er sagte, dass er das wesentlich besser kann und musste das dann auch prompt unter Beweis stellen. Witzige Moderationen und teilweise sogar kleine Spiele sorgten dafür, dass die Leute aus der Reserve gelockt wurden und nun die Hüften schwingen mussten. Quirini hat damals bestimmt nicht geahnt, dass er damit ein völlig neues Berufsbild erschaffen hat. Den DJ. Auch der Begriff Diskothek war vorher lediglich als "Plattensammlung" bekannt, von Tanzlokal oder gar Erlebnistempel war überhaupt nie nicht die Rede.

Laut djlist.com gibt es mittlerweile weltweit 218804 DJs. Ich denke mal, diese Zahl kann man getrost mindestens verdoppeln, da viele DJs da gar nicht eingetragen sind. Ich selbst stehe zwar drin, bin aber eher unter den letzten paar hundert. Eine einzige kommerzielle Singleveröffentlichung reicht da wohl nicht aus ;)

DJs sind heutzutage in Verbänden organisiert, es gibt den DJ-Führerschein, der insofern wichtig ist, damit man seinem Publikum nicht das Hirn wegschmort. Auf Events wie der Defqon oder der Loveparade treten DJs als Künstler auf und DJs wie ATB oder Tïesto sind absolute Weltstars und treten absolut überall auf.

Author / Datum:
Marc Shake • 24.10.2009 - 12:50
Categories
news

Edge of Darkness

Whohoo!
also - eigentlich war mein Plan, nur noch über Musikzeugs zu bloggen. Eigentlich heisst aber ja bekannterweise, dass man zwar was sagt aber von der Norm dann doch wieder irgendwie abweicht. Und da ich Filme nunmal liebe, quasi eine echte Obsession für Filme habe, muss hier die Rubrik Filmtipp doch wieder rein. So nach und nach wird's hier also doch wieder aufweichen aber hey: Es ist mein Blog, da kann ich jawohl machen, was ich will oder? ;)

Der erste neue Filmtipp lautet: Edge of Darkness und der Trailer sieht sehr vielversprechend aus. Hauptdarsteller ist MEL GIBSON, Regie führte MARTIN CAMPBELL.

Niemand spielt den verzweifelten, leicht irren Actioner besser als Mel. Beste Beispiele sind dafür logischerweise MadMax und natürlich Payback. Mein persönlicher Lieblingsstreifen mit Mel Gibson ist allerdings Fletchers Visionen.

Martin Campbell ist der Regisseur von Casino Royale, dem besseren der neusten Bond-Teile. Auch Pierce Brosnan hat Campbell zu einem soliden Bond-Einstieg verholfen, war er doch auch Regisseur von GoldenEye. Und niemand kann sagen, dass die Zorro-Filme mit Antonio Banderas wirklich schlecht sind. Action ist immer da und der ein oder andere coole Spruch fällt da ja auch.

Nun also Edge of Darkness. Der erste Film von Gibson seit immerhin 7 Jahren und wenn man dem Trailer glauben darf, hat Gibson noch immer mächtige Cochones.

Author / Datum:
Marc Shake • 22.10.2009 - 18:01
Categories
movieblog

Scheiss auf Internet und mach Musik

Gerade im Amateurbereich reden Musiker zuviel. In Foren wird wild herumdiskutiert und teilweise auch sehr wild gebashed. Es werden geradezu Glaubenskriege darüber geführt, ob Logic nun besser ist als Cubase oder ob man doch lieber bei FL-Studio oder auch Renoise oder Reason bleiben sollte. Der Song an sich wird nicht aufgrund der Musik gelobt sondern es wird darüber sinniert, dass man an der Stelle mit dem EQ hätte anders arbeiten müssen. Die technische Seite eines Songs wird komplett auseinandergenommen und sobald irgend so'n Heini mitbekommt, dass der Songautor zufälligerweise dasselbe Programm genutzt hat, wird darüber diskutiert, dass man das ja so und so hätte besser machen können.

Für Newbies und auch Profis sieht das immer sehr lustig aus. Okay, für Newbies sieht's eher erschreckend aus denn die Musik rückt in solchen sinnfreien Diskussionen immer in den Hintergrund und - wenn man mal ehrlich ist - den Profis ist es völlig wurscht, wie Musik produziert wird. Warum sonst ist es so schwierig, wirklich mal eine Meinung von nem angesagten internationalen Tontechniker in nem Forum zu finden?

Die Antwort darauf ist so einfach wie offensichtlich: Musiker machen Musik und hängen nicht tagaus tagein in irgendwelchen Foren herum. Manchmal ist es tatsächlich besser, im stillen Kämmerlein zu sitzen und einfach mal Musik zu machen.

Beispiele

Nehmen wir mal so einen Typen wie Wolfgang Amadeus Mozart: Wenn dieser Mann ICQ oder ne Facebook-Seite gehabt hätte, wäre er ständig davon abgelenkt gewesen und hätte uns nicht mit richtig tollen Liedern versorgen können.

Guckt euch doch mal um: Wieviele professionelle Musiker sind denn wirklich aktiv im Internet und tauschen sich so über VST oder Kompressorzeugs aus wie unsereins das ja allzugern tut? Genaugenommen keiner. Klar, es gibt bestimmt den einen oder anderen Musiker, der wirklich gut von seiner Musik lebt und auch in den Charts immer weit oben ist aber ich glaub wirklich nicht, dass ein Robbie Williams über bestimmte Singtechniken philosophiert oder ein Klaus Jankuhn oder Dieter Bohlen seine Tricks verrät, wie er einen bestimmten Sound gebastelt hat. Das sind Musiker, die haben für diesen ganzen Webquatsch keine Zeit.

Fazit

Wenn ihr mit eurer Musik was erreichen wollt, schert euch einen Dreck um das Interwebz. Ich hab zum Beispiel unter Windows komplett alles Netzwerkzeugs ausgeschaltet und nutze meine Windows-Installation ausschließlich nur noch zum Musikmachen. Wenn ich ins WWW will, muss ich erst nen Neustart machen und Ubuntu hochfahren. Da kann ich zwar auch musikmässig so einiges reissen aber die meiste Zeit mach ich da wirklich nur noch Interwebz.

Author / Datum:
Marc Shake • 21.10.2009 - 23:57
Categories
Teh InterwebzMusikproduktion


1   2   3   4   5   6   7   8   9   10   11   12   13   14   15   16   17   18   19   20   21   22   23   24   25   26   27