Gestern in den Bekegg Studios
- Author: Marc Shake
- Datum: 26.11.2009 - 17:37
Ich kann von meiner Musik nicht leben. Würde ich gerne aber dafür müsste ich erst einmal ordentlich Kohle in ein richtiges Studio investieren. Ich war gestern nämlich in den Bekegg Studios. Mal von der technischen Ausstattung her abgesehen, konnte ich live miterleben, wie absolut professionelle Studios überhaupt erst aufgebaut sind.
Zu sehen ist in den Studios so erstmal nicht viel. Das liegt aber nicht daran, dass da nicht viel wäre. - Es ist einfach nur total geil durchdacht. Patchpanels, verschachtelte Kanäle und alle möglichen Racks verstecken die immensen Mengen an Technik, die das Studio zur Verfügung hat.
Vom simpelsten DX7 bis zum ultrateuren Videoschnittplatz ist in dem Studio echt alles vorhanden. Und das Studio ist absichtlich NICHT in Hamburg, München oder Berlin.
Für die Künstler, die dort ihre Aufnahmen machen, steht die ländliche Gemütlichkeit des Ammerlands zur Verfügung. Die Studios sind nämlich sowas von auf dem Land, da ist totale Ruhe. Es gibt einen großen Aufnahmesaal, 5 kleine Aufnahmeräume und alle möglichen Regieplätze. Ich weiß nicht mehr, wieviele Kanäle die ganzen Mischpulte haben aber als ich so Dinge wie ein Original Rhodes Piano gesehen habe, war es sowieso um mich geschehen.
Raumakustik - vermutlich das allerwichtigste bei der Aufnahme von Musikern - wird hier nicht nur groß, sondern auch perfekt geschrieben. Jeder von euch war bestimmt schon einmal in einem semiprofessionellen Studio. Dort wird auch mit schalldichten Türen gearbeitet, evtl. sind die Wände auch dick mit Schaumstoff bespannt oder es gibt sogar einen echten Gesangsraum. Ist ja alles schön und gut aber habt ihr schonmal einen Aufnahmeraum betreten, euch unterhalten und dann einen anderen Raum betreten und eure Stimme hat sich nur aufgrund der Akustik dort wirklich komplett anders angehört?
Ich jedenfalls nicht und ich wußte bis gestern absolut gar nicht, wie mir geschieht.
Peter, der Inhaber der Studios, ist ein Tonmeister der alten Schule. Er hört den Unterschied zwischen einem echten Korg und einem Korg VST. Er kennt vermutlich alle Tricks zur Verbesserung der Aufnahmequalität, weiß wie man die Musiker zu Höchstleistungen anstachelt und ist auch nicht schüchtern, direkt Kritik zu üben, wenn man sich wie die letze Wurst aufführt. Ich hätte mich noch stundenlang mit ihm unterhalten können aber er hatte natürlich noch ein paar andere Dinge zu tun ausser meinem Geschwafel zuzuhören.
In den Studios von Patzer haben bereits Leute wie die No Angels aufgenommen. Auch Bernd Clüver (so'n Schlagerheini) und alle möglichen anderen Leute waren und sind immer wieder bei Peter, um dort ihr Zeugs vernünftig aufzunehmen. Wenn IHR also mal richtig professionell aufnehmen möchtet, solltet ihr voll hinter eurer Musik stehen und mit Herzblut den eigenen Stil verbessern, um dann sauberste und beste Aufnahmequalität (so 50 bit ;) ) bei Peter zu erhalten.
Ich jedenfalls werde schon sehr bald nen Termin machen, um endlich mal meine Musik professionell aufnehmen zu lassen.
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