Lily und die 4 Worte

Lily und die 4 Worte

Auf der Suche nach Content habe ich bei Twitter die Aktion #4WorteFuersBlog gestartet. Dort kann jetzt jeder Twitterer mir vier Worte vorgeben und meine Aufgabe ist es, dazu einen Blogeintrag zu schreiben. Mir selbst bringt die Aktion nur, dass ich kreativ schreiben muss und vier eventuell völlig bescheuerte Worte in eine gute Bloggeschichte verpacken muss. Ob es mir gelungen ist, weiß man erst hinterher.

Die #4wortefuersBlog stammen von @call_me_manon und lauten Elternabend, Kanarienvogel, Wahlzettel und Hunger

#4wortefuersBlog

Die Dämmerung war bereits weit fortgeschritten, lange Schatten zogen sich über die nasskalte Straße und außer den schwachen Glimmen der Straßenlaternen konnte man nicht mehr weit sehen. Die Umgebung bestand nur noch aus Umrissen, in deren Hintergrund eine bläulich-lilane Wolkenfläche auch langsam in ein unheilvolles grau überging.

Der Elternabend hatte lange gedauert. Viel länger, als sonst. Das liegt aber wohl daran, dass viele Eltern dieses Jahr das erste Kind in die Grundschule steckten. Für die meisten war das alles noch ziemlich neu. Daher wurden oft auch dumme Fragen gestellt. So fragte eine Mutter tatsächlich, ob die Kinder ihren Kanarienvogel mit in die Schule nehmen durften. Der Klassenlehrer verneinte geduldig auch diese Frage. Vorher wurde endlos darüber diskutiert, ob es gut ist, wenn die Kinder sich selbst verteidigen können und deshalb vielleicht sogar einfache Taschenmesser mitnehmen dürfen ("nein, ist verboten").

Als der Elternabend endlich vorbei war, konnte Lily endlich losgehen. Doch jetzt befand sie sich in dieser unheimlichen Kulisse. Außer leisen Windböen und dem Geräusch der Blätter, wie sie über den Boden strichen, konnte man nichts hören. Das Dämmerlicht trug immer mehr dazu bei, dass Lily auch nichts mehr sehen konnte. Urplötzlich vernahm sie ein knackendes Geräusch. Kam das von rechts? Sie ging ein paar Schritte mehr links an die Straße. Dies führte dazu, dass ihr Schrittrhythmus sich veränderte. Deutlich waren nun weitere Schritte zu hören, die sich erst jetzt an ihren Rhythmus wieder anpassten.

Sie drehte sich um. Es war nichts zu sehen. Sie befand sich offensichtlich allein in der Straße. Hatte sie sich die Schritte eingebildet? Sie hatte Hunger, da spielt der Körper ja dem Geist oft einen Streich. Sie schickte sich gerade an, weiter zu gehen, als sie gegen etwas rannte. Vor ihr stand plötzlich ein großer, blauer Esel. Dieser drückte ihr einen Wahlzettel in die Hand und sagte, dass sie am Sonntag doch bitte wählen gehen soll.

Lily schluckte ihren Schreckensschrei herunter und ging an dem Esel vorbei. Einen blauen Esel würde sie ganz sicher nicht wählen.


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