Nachtcache von Timo Neuhaus

Nachtcache von Timo Neuhaus

Ich habe endlich mal wieder die Zeit gehabt, ein Buch zu lesen: „Nachtcache“ von Timo Neuhaus. Das Buch kannst du hier kaufen (Amazon Partnerlink). Die Geschichte, wie ich das Buch erhalten habe, ist schon lustig genug, denn ich habe bei Facebook einfach nur gesagt, wer mir was gutes tun will, soll mir dieses Buch kaufen und mein Kumpel Jens hat das wörtlich genommen ;) Danke an dieser Stelle noch einmal. Meine Rezension wird ein wenig von der Freundschaft zwischen mir und Timo beeinflusst sein, wir kennen uns seit Kindertagen, haben aber fast 15 Jahre keinen Kontakt mehr zueinander gehabt. Ich werde dennoch versuchen, möglichst objektiv zu urteilen.

Klappentext

3 Jugendliche verschwinden spurlos. Der Oldenburger Kommissar Thomas Schelling ermittelt, doch zunächst erfolglos. Alle Spuren scheinen ins Nichts zu führen

Das ändert sich während einer Geocaching-Tour, nachts im Wald mit seinem besten Freund, dem Feuerwehrmann Oliver Heeg, bei der die Zwei eine schreckliche Entdeckung machen und die erfahrenen „Cache-Jäger“ plötzlich selber zu Gejagten werden.

Eine endlose Nacht beginnt...

Erster Satz

Es war kalt.

Rezension

Geocaching bedeutet, dass man auf seinem Handy in einer Geocaching-App Zielkoordinaten angezeigt kriegt, dorthin geht und sich dann auf einem Zettel, der an diesen Koordinaten in einer Tupperdose befindet, einträgt. Damit kann man nachweisen, dass man diesen „Schatz“ gefunden hat. Ein Nachtcache ist im Grunde dasselbe, nur eben nachts. Meistens sind Nachtcaches auch ein wenig komplexer. Man geht zwar auch erst einmal zu irgendwelchen Koordinaten, an diesen befinden sich dann aber Rätsel oder andere Hinweise, wie man das Logbuch am Ende findet. Das Buch beginnt damit, dass 3 Jungs einen Geocache finden wollen. Leider sind die Teenager nicht allein im Wald und ein Bekloppter sorgt dafür, dass die Jungs ihren nächtlichen Waldausflug nie vergessen werden. Eine Handlungsstrang befasst sich dann mit den Teenagern, der andere Handlungsstrang befasst sich aber mit Thomas Schelling und Oliver Heeg, die genau diesen Nachtcache ein paar Tage später auch machen wollen und ebenfalls von dem Bekloppten früher oder später verfolgt werden.

Fairerweise muss ich sagen, dass mich die meisten Geocaching-Romane und -Verfilmungen bisher nur enttäuscht haben. Der Film „Lost Place“ behandelt zwar das Thema Geocaching, aber irgendwie rutscht der Film ziemlich schnell in eine unnötige Mystery-Geschichte ab und lässt das Thema aussen vor. Timo hat nicht den Fehler gemacht, sich ablenken zu lassen. Die Protagonisten wollen zum Final kommen und die Geschichte nimmt aus Sicht von Olli und Thomas erst dann Fahrt auf, als sie beim Nachtcache tatsächlich über eine Leiche stolpern. Genau dieses Gefühl, dass man nachts im Wald entweder von Wildschweinen aufgespießt wird oder tatsächlich mal über eine Leiche stolpern könnte, ist eine Urangst von Geocachern. Wenn man selbst einen Nachtcache macht und im Wald wirklich alles gleich aussieht, hat man Angst vor Jägern, Tieren und komischen Geräuschen. Mit dieser Angst spielt der Autor ziemlich gut.

Das Buch nutzt einiges an Geocaching-Vokabular, doch spätestens einen Absatz später wird auch erklärt, was ein PETling ist oder wieso es so toll ist, zum FINAL zu kommen. Das alles ist spannend geschrieben und Timo Neuhaus macht nicht den Fehler, unnötig vom Thema abzuweichen.

Das Buch ist nicht besonders umfangreich, die Handlung wird straight umschrieben und man kommt auch als Leser selten zur Ruhe, wie die Figuren im Buch auch. Der Schreibstil ist die Stärke des Buches, oft wirken manche Sätze aber auch ein wenig holprig. So wird einerseits von „schemenhaft sehen in der Hütte“ gesprochen, eine Seite später erkennen Olli und Thomas auch im Wald nur „schemenhaft“ etwas. Grundsätzlich ist es nicht schlimm, dass es so geschrieben wurde, es fiel mir halt auf.

Fazit

Es ist ein Erstling. Den Mut, ein eigenes Buch zu schreiben und dabei auch irgendwo Geocacher anzusprechen, muss man haben. Tatsächlich funktioniert „Nachtcache“ als Jäger/Gejagter-Roman ziemlich gut. Der Irre ist pervers und sarkastisch genug, das man ihn nicht mag. Die Gejagten sind coole Oldenburger Typen, wie man sie hier überall auf Geocacher-Treffen kennen lernen würde und insgesamt macht das Buch wirklich sehr viel Spaß. Es ist nicht nur für Geocacher eine Empfehlung, aber die sollten hier ganz klar zugreifen. Alle anderen können über's Cachen lernen und bekommen einen soliden Thriller serviert.

Story: ⭐️⭐️⭐️⭐️
Figuren: ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️
Grusel: ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️

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Kommentare


Auch wenn ich nicht viel lese, muss ich das Buch wohl mal lesen. Alleine schon, weil ich Timo von "damals" kenne. Ich hatte schon auf Twitter mitbekommen, dass das Buch raus ist und du es gelesen hast. Mich würde es als gebürtiger Oldenburger noch interessieren, ob auch ein paar Oldenburger Orte vorkommen, oder ob es "nur" im Wald spielt.

Nun ja, der Wald selbst ist relativ generisch. Allerdings arbeitet eine der Figuren bei der Oldenburger Polizei und zwischendurch reden die Figuren auch über Orte wie Petersfehn oder so.

Es liegt aber ja an der Natur von Nachtcaches, dass sie halt eher im Wald vorkommen. Ich habe mal einen NC in Bremen gemacht und wurde auch prompt von der Polizei angesprochen, da sich besorgte Bürger über Taschenlampenflackern beschwert haben ;)


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