Roboter schreiben Romane

Wir haben mittlerweile tagtäglich mit künstlichen Intelligenzen zu tun. Alexa, Siri und der Google Assistant singen uns wunderbar vor, was der Fuchs sagt und Alexa feiert auch gerne mal ohne ihren Besitzer eine Party. Bots konnten schon zu IRC-Zeiten einfache Aufgaben in Chaträumen erledigen und es wurden für den Anna Bot sogar Liebeslieder geschrieben. In Zeiten unendlicher Rechen- und Speicherkapazität können Bots immer mehr. Botnetze sind in der Lage, riesige Internetfirmen lahmzulegen. Bots lernen schnell und werden rassistische Twitter-Benutzer, die auch noch unfassbar sexistisch sind.

Doch Bots können eben auch Bücher schreiben. Die Botnik-Studios haben den „predictive writer“. Ihr kennt das vielleicht, wenn ihr auf dem Smartphone ein einziges Wort schreibt. Das Handy schlägt euch dann ein anderes, eventuell dazu passendes Wort vor:

Ich
Ich gehe
Ich gehe jetzt
Ich gehe jetzt schlafen
Ich gehe jetzt schlafen und
Ich gehe jetzt schlafen und dann kommen
Ich gehe jetzt schlafen und dann kommen die
Ich gehe jetzt schlafen und dann kommen die Jahresrechnungen ist

Offensichtlich ist das ziemlich quatsch. Doch wenn man nun eine gewisse künstliche Intelligenz dazu nimmt und diese Intelligenz mit Figuren aus dem Harry Potter Universum füttert, dann ergibt sich daraus ein ziemlich schlechtes, aber sehr witziges Buch. Der Botnik-Bot hat nun also ein neues Harry-Potter-Kapitel geschrieben. Das Buch heißt: Harry Potter and the Portrait of What Looked Like a Large Pile of Ash (Harry Potter und das Bild von etwas, das aussieht wie ein großer Haufen Asche)

Das klingt nicht nur unfassbar schräg, es liest sich auch so:

To Harry, Ron was a loud, slow, and soft bird. Harry did not like to think about birds.

Für Harry war Ron ein lauter, langsamer und weicher Vogel. Harry mochte es nicht, über Vögel nachzudenken.

Oder auch:

"Look", said Hermione. "Obviously there are loads of Death Eaters in the castle. Let's listen in on their meetings."

„Schaut mal“, sagte Hermine. „Offensichtlich sind dort massig viele Todesser im Schloss. Lasst uns ihre Treffen belauschen.“

Eine meiner Lieblingspassagen ist diese hier:

Harry could tell that Voldemort was standing right behind him. He felt a great overreation. Harry tore his eyes from his head and threw them into the forest. Voldemort raised his eyebrows at Harry, who could not see anything at the moment.

Harry konnte sagen, dass Voldemort dicht hinter ihm stand. Er fühlte eine großartie Überreaktion. Harry riss sich seine Augen aus dem Kopf und warf sie in den Wald. Voldemort hob seine Augenbrauen in Harrys Richtung, der konnte im Moment aber ja nichts sehen.

Tatsächlich liest sich diese Geschichte eher wie ein verworfener Entwurf eines ich-bin-total-breit-Buches eines Junkies. Doch tatsächlich ist es hier so, als ob ein Roboter-Klon von Helge Schneider sich Harry Potter vorgenommen hat. Die ganze Geschichte könnt ihr hier nachlesen.

h/t: Mobilegeeks

Ich bin mir ziemlich sicher, dass solche künstlichen Intelligenzen keinen 3. Weltkrieg anfangen werden.

Thomas Tucker

Lesezeit: 02:59 Minuten
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