Wie man ein Buch schreibt

Wie man ein Buch schreibt

Du willst ein Buch schreiben. Du willst deine Geschichte anderen Leuten vorführen oder du willst dein fundiertes Wissen unter die Leute bringen. Doch wie schreibt man so ein Buch? Worauf muss man achten? Wie fängt man an ein Buch zu schreiben? Hier meine Liste mit Tipps.

1. Kannst Du schon schreiben?

Man kann sehr schnell daran scheitern, ein Mammutprojekt, wie ein Buch zu stemmen. Schreiben muss dir im Blut liegen. Du musst in der Lage sein, einfach drauflos zu schreiben und die Worte aus dir fließen zu lassen. Dabei müssen die Sätze nicht einmal toll sein. Die Sätze müssen einfach nur aus dir rauskommen. Eine gute Übung dafür ist, dass du dir zum Beispiel 4 Hashtags von Twitter nimmst und daraus eine kleine Geschichte machst. Aus den Wörtern Freilassung, Montagsmotivation, Flüge und Arbeitswoche könnte man zum Beispiel schon folgenden kurzen Absatz bilden:

Der Mörder zelebrierte seine Freilassung, indem er seine Arbeitswoche mit einem Mord im Flugzeug begann. Das war seine Montagsmotivation.

Übe mit irgendwelchen Worten, aber schreibe!

2. Recherchiere zuerst und schreibe danach

Ein Buch ist teil deines Romankosmos. Innerhalb deines Buches muss die Welt ein abgeschlossenes Konstrukt sein. Du musst deine Recherchearbeit nicht so ausführlich machen, wie J.R.R. Tolkien. Das Herr-Der-Ringe-Universum ist über Jahrtausende dokumentiert. Die Welt ist von Tolkien buchstäblich bis auf den letzten Grashalm beschrieben worden. Deine Recherche muss fundiert sein. Wenn du über ein Musikprogramm schreibst, musst du das Musikprogramm auswendig kennen und wenn du über Massenmörder schreibst, solltest deine Figur ein Motiv haben, das für den Leser verständlich ist. Wenn dein Massenmörder foltert, solltest du diese Foltern kennen. Deine Figuren laufen im Stadtwald umher? Dann solltest Du einen Stadtwald schon einmal betreten haben und die Geräte auf einem Trimm-Dich-Pfad kennen.

Sobald du verstehst, wovon du schreibst, darfst du schreiben.

3. Organisiere deine Quellen

Du musst dein Recherche-Archiv kennen. Mache Ordner für Ortsangaben oder Ordner für Foltermethoden. Erstelle Arbeitsunterlagen zum Thema Sampling und weitere Unterlagen zum Thema Windows. Um den Schreibfluss nicht zu lange zu unterbrechen, musst du innerhalb deiner Unterlagen schnell auf die Quellen zugreifen können.

4. Schreibe!

Setze dir ein tägliches Limit: Schreibe mindestens diese Anzahl von Wörtern pro Tag. 500 Wörter am Tag schreiben klingt ziemlich banal, (bis hierhin sind es gerade mal 367 Worte) doch in einer Woche wären das bereits 3500 Worte und damit im Monat schon ca. 16.000 Worte. Ein normaler Roman hat ca. 100.000 Worte. Damit hättest du in einem Jahr deinen Roman fertig, inklusive Korrekturen.

5. Korrekturen

Bringe die Handlung voran. Korrigiere erst später. Lass die Figuren in deinem Buch ihre Geschichte durchleben und vereinfache die Sätze und behebe die Fehler erst, nachdem dein Kapitel komplett abgeschlossen ist. Das heißt, du schreibst zuerst dein Kapitel fertig und bevor du dich an das nächste Kapitel heranwagst, verkürzt du Dialoge, passt die Sätze an, behebst Rechtschreibfehler und überlegst dir bessere Formulierungen. Sobald du dein Kapitel durch hast, fummelst du an diesem Kapitel nicht weiter herum. Du darfst dieses Kapitel erst dann wieder anpassen, wenn du dein ganzes Buch fertig geschrieben hast.

6. Lies Bücher!

Lies viele Bücher. Zum einen funktioniert das Lesen eines Buches im Kopf wie das Ölen eines Motors. Nebenbei veredelst du deinen inneren Thesaurus. Es klingt einfach besser, wenn deine Figur nicht immer nur geht, sondern auch mal schreitet, spaziert, läuft oder sogar wandert. Deine Leser werden es dir Danken.

7. Die richtige Erzählart zur richtigen Zeit

Narrativ: Sie gingen ängstlich die Treppe hinunter und holten aus dem Keller ein Glas Marmelade.
Szenisch: Die Kellertreppe lag wenig einladend vor Ihnen und führte ins nichts. Es war sehr dunkel, doch sie wollten die Marmelade haben. Sie nahmen sich an die Hände und schritten Stufe für Stufe vorsichtig hinab und griffen sich das erste Marmeladenglas, das sie finden konnten.

Der narrative (erzählerische) Stil dient dazu, einfach nur zu beschreiben, was gerade passiert. In der Regel verwendet man diese Art des Schreibens, um langweilige, aber nötige Handlungsbrocken zu beschreiben. („Sie fuhren nach Los Angeles“). Rückblenden werden in dieser Art beschrieben. Der szenische Stil funktioniert so ähnlich wie ein Drehbuch: Dem Leser wird beschrieben, was die Figuren fühlen, wie deren Umgebung aussieht. In Romanen kommt der szenische Stil viel häufiger vor, doch manchmal ist es eben völlig egal, was die Figuren bei einem Standortwechsel fühlten.

8. Sei Extrem

Figuren in Büchern sind extrem. Eine Figur in einem Actionfilm verblutet nicht, wenn eine Kugel im Brustkorb einschlägt. Figuren in Büchern sind immer übermenschlich stark, extrem belastbar. Figuren in Büchern haben viel krasseren Sex als jeder normale Mensch und selbst so etwas triviales wie Regen regnet nicht einfach nur. Der Regen fiel sturzbachartig vom Himmel. Noch übertriebener ist dies in Filmen zu beobachten. Dinge, die für die Handlung nicht wichtig sind, werden weggelassen. In Filmen wird nicht gepinkelt, keiner verabschiedet sich am Telefon und tatsächlich sind die Figuren immer durch Zufall immer am richtigen Ort, aber gerade weit genug vom Geschehen weg, dass die Explosion unsere Protagonisten nur umschmeißt. Falls im Film gepinkelt wird, hört man dieses Plätschern laut und deutlich und die Pinkelszene steht grundsätzlich für etwas Wichtiges. Die Menschen in deinem Buch fahren nicht einfach nur Auto. Sie genießen den Fahrtwind, hören dabei Metallica und durchschneiden die Landschaft. Was immer deine Figuren bewusst tun, wird zelebriert.

9. Sei Plausibel

Bei all dem Kram, den deine Figuren erleben, muss dem Leser immer klar sein, warum die Handlung sich so entwickelt, wie sie es gerade tut. Der Leser muss irgendwann kapieren, wieso der Detektiv den Verbrecher erkennt. Der Leser muss verstehen, warum die Hauptfigur einen Schutzanzug anzieht, der Sidekick aber keinen Anzug bekommt. Warum sterben alle anderen an dem Killervirus, deine Figuren aber nicht? Du musst dies nicht sofort auflösen, aber die Begründung muss für den Leser nachvollziehbar sein. Wenn das Überleben deiner Hauptfigur den Hauptplot darstellt, muss für den Leser klar sein, warum deine Figur einfach nicht sterben will. Auch dabei darfst du extrem sein. In meinem Lieblingsbuch „Infiziert“ von Scott Sigler wird die Hauptfigur von dreiecksartigen Wucherungen überzogen. Um nicht zu sterben, schneidet sich die Figur die Wucherungen aus dem Körper. Den unmenschlichen Schmerz dabei übersteht die Figur nur, weil sie früher mal Quarterback war. Für mich als Leser war das sinnvoll und nachvollziehbar.

10. Stehe zu deinen Fehlern

Wenn dein erstes Buch super ist, bist du vermutlich ein Genie. Tatsächlich solltest du den Mut haben, dein Buch Freunden zu zeigen. Stephen King wollte seinen Roman „Carrie“ in den Müll schmeißen. Seine Frau überzeugte ihn jedoch vom Gegenteil.

Fazit:

Ich hoffe, diese kleine Liste hilft dir, dein Buch endlich zum Abschluss zu bringen. Hast Du weitere Tipps zum Schreiben eines guten Romans? Immer rein damit in die Kommentare!

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Leider hat hier noch keiner seinen Senf zum Thema abgegeben. Sei du doch der erste. Oder die erste. Oder das letzte.
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