Social Media Detox

Ich habe mich vor knapp einer Woche entschlossen, die sozialen Medien von meinem Smartphone zu verbannen. Dabei geht es mir gar nicht darum, weniger erreichbar zu sein oder nicht mit zu kriegen, was meine Freunde so machen. Ich mache mir da nichts vor: Facebook wird von meinen Freunden kaum noch zur Kommunikation genutzt und die sogenannte „Timeline“ ist auch ein schlechter Witz. Statusmeldungen meiner Freunde sehe zumindest ich kaum noch. Überall nur noch Nachrichtenseiten und Unternehmensnews.

Biene auf ner Blume
Biene auf Blume

Bei den News geht es dann ja noch extremer weiter: Ich weiß nicht, wie es bei euch ist, aber mein Newsfeed wird von Zeitungen dominiert, die permanent über die AfD, Donald Trump und die Flüchtlinge schreiben. Durch die Enthaltsamkeit ist mir ganz schnell aufgefallen, dass die Welt sich auch mit Trump und Putin weiterdreht. Die Welt funktioniert auch mit Flüchtlingen und genau genommen sehe ich selten einen der angeblich überall auftretenden Vergewaltigungs-Syrer hier herum laufen. Meine „Realität“ hat sich eigentlich überhaupt gar nicht verändert. Autos sollten 2015 bereits fliegen können und wir sollten alle auf Hoverboards herumfahren. Stattdessen wird in sozialen Netzwerken darüber diskutiert, dass die Vorsitzende einer kleinen Oppositionspartei einen älteren Herren, der für mäßig gute Texte bekannt ist, umarmt. Es wird unglaublich viel Energie in die Häme dieser beiden Randnotizen der Geschichte gesteckt und gleichzeitig wird sich darüber geärgert, dass überall Mikroplastik herumfliegt. Die Typen und das Plastik sind da. Ändert das irgendwas? Also klar: Ich darf die Augen nicht vor der Wahrheit verschließen, aber kann ich aktiv jetzt so richtig wirklich etwas gegen das Plastik, das Bienensterben oder Trump tun? Jein: Ich kaufe keine Plastiktüten mehr. Ich habe Blumen im Garten und ich werde im Frühling ein Insektenhotel bauen, so wie Lena vom „Einfach Leben“-Blog das auch getan hat. Die Kosten sind gering und man tut automatisch etwas für die Fliegviecher. Das hilft viel mehr, als mir bei Facebook anschauen zu müssen, dass man doch etwas tun müsste. Bienensterben ist nun mal da und mir und dir hilft es nicht weiter, immer wieder davon zu lesen. Einfach etwas tun, da hat jeder mehr von. Sogar die Bienen.

Sebastian DC Marc Schäfer

Es geht mir seit langem wirklich wieder gut: Ich schaue mir meine Kinder an, die mehr oder weniger glücklich aufwachsen. Ich rege mich nicht mehr über Dinge auf, die ich sowieso nicht verändern kann. Wenn Frau Steinbach ihre schlechten Photoshop-Fakes verteilt, habe ich mich früher massiv darüber aufgeregt, dass ihre Anhänger das Zeug geglaubt haben. Es wird nichts mehr verifiziert, es wird einfach nur noch dran geglaubt und sich schon fast obsessiv dran aufgegeilt. Nicht mehr in meiner Welt. Ich weiß, dass einige Menschen einfach nur glücklich sind, wenn sie Öl ins Feuer gießen, ohne auf Fakten Rücksicht zu nehmen. Ich rege mich einfach nicht mehr über diese Leute auf. Weil ich einfach weiß, dass sie lügen.

Meine Accounts löschen, kommt nicht mehr in Frage, dafür existieren diese Accounts zu lange. Außerdem nutze ich diese Logins auch für diverse andere Dienste. Gerade bei Twitter habe ich auch viele Freunde gefunden, darauf verzichte ich nicht. Aber ich halte mich komplett raus und gucke lediglich mal in die „Benachrichtigungen“ rein und selbst das wird weniger werden.

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