Antergos - falls der Kernel mal nicht will

Antergos - falls der Kernel mal nicht will

Wenn man Antergos nutzt, weiß man normalerweise, dass man mit topaktueller Software arbeitet. Der Vorteil dieser Rolling-Release-Linuxe ist, dass man aus den Repositories mehr oder weniger zeitgleich die aktuellsten Versionen von Wine, Steam, Gnome oder anderen Tools kriegt. Man kriegt auch ziemlich schnell die aktuellsten Linux-Kernel. Und da könnte es für so manchen echt hakelig werden. Die neusten Kernel sind grundsätzlich zwar getestet, es gibt aber eine Million verschiedene Rechnerkonfigurationen. Irgendwas funktioniert dann manchmal nicht. Wie gesagt, man kann nun überlegen, ob man immer Bleeding Edge nutzen will, bleibt einem selbst überlassen. Linux erlaubt einem immer, einen Wunschkernel zu installieren. Mit dem Kernel 4.13-1 will mein Rechner nicht zusammenarbeiten. Daher musste ich downgraden. 

Downgrade zum letzten funktionierenden Kernel

mein Rechner fuhr noch hoch, daher konnte ich direkt nach dem Reboot folgende Schritte durchführen:

  1. Terminal öffnen
  2. In den Cache-Ordner für Pakete wechseln
  3. Nach dem letzten funktionierenden Kernel suchen
  4. Alten Kernel installieren
$ cd /var/cache/pacman/pkg

Im Cache-Ordner lasse ich mir alle Linux-Kernel anzeigen

$ ls -l linux*

Den letzten und neusten Kernel erkenne ich am Datum. Insofern wähl ich den dann aus und installiere den

$ pacman -U linux-4.12.xyz*.tar.gz

Pacman installiert nun den alten Kernel und du kannst nun wieder wie gewohnt weiter arbeiten. Beim systemweiten Update musst du halt immer drauf achten, den neuen, nicht funktionierenden Kernel nicht mit zu installieren.

Komplett auf LTS umstellen und dabei den bleeding-egde Kernel entfernen

Du musst nicht auf die neuesten Versionen von Linux-Programmen verzichten, wenn du einen Long-Time-Support-Kernel installierst. Falls du nicht die neuste Hardware hast oder die allerneusten Treiber benötigtst, reicht ein LTS-Kernel komplett aus. Dafür kannst du den „superaktuellen“ Kernel drauf lassen, ich persönlich fand es aber besser, diesen zu löschen, da ich nicht gerne im Bootvorgang zwischen Kerneln wählen möchte.

  1. Wir installieren den LTS-Kernel
  2. wir deinstallieren den normalen Kernel
  3. wir schreiben die Boot-Konfiguration neu

Unter Antergos ist der Umstieg von einem Kernel zu einem LTS-Kernel tatsächlich relativ simpel. Du musst also erst einmal deinen Rechner hochfahren, den Linux-Lts-Kernel installieren und optional den Standard-Kernel deinstallieren.

$ pacman -S linux-lts

Damit lädst du dir den Long-Term-Kernel herunter

$ pacman -R linux

Damit deinstallierst du den aktuellen Livekernel

$ grub-mkconfig -o /boot/grub/grub.cfg

Damit erstellst du eine neue Boot-Konfiguration, die automatisch dann den LTS-Kernel lädt. Du musst übrigens den Deinstallationsschritt nicht mit ausführen, im Bootmenü darfst du auch beim Hochfahren zwischen beiden Kerneln wählen.

Ich benutze kein Arch-Linux, aber dort sollte es ähnlich funktionieren.


Getagged unter: antergos, Linux,
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