Spiele unter Linux - Steam kann das

Valve hat in der neusten Version von „Steam“ für Linux eine Technik namens „Proton“ eingebaut. Proton erlaubt es Linux-Gamern eine Auswahl von Windows-Spielen unter Linux zu spielen. Die Auswahl wird von Valve getroffen, der User hat allerdings die Möglichkeit, selbst die Games zu testen und Spiele außerhalb von Valves Vorauswahl zu installieren und zu spielen. Laut diversen Quellen funktioniert das sogar bei der größten Anzahl der Spiele tadellos (Video unten). 

Linuxpuristen kritisieren Firmen wie Valve immer wieder daran, dass diese Unternehmen proprietäre Codes verwenden oder sogar Digital Rights Management betreiben. Das lässt sich nicht mit der GPL oder anderen Linux-Lizenzen vereinbaren und der Grundgedanke freier Software würde von diesen Firmen ausgehebelt werden. Diese User haben natürlich Recht. Irgendwo wird die Idee hinter Linux mit diesem Konzept ad absurdum geführt, aber andererseits bietet Linux mittlerweile so viel mehr als Windows. Abseits vom Desktop-PC ist sowieso alles mittlerweile Linux-Software. Das Android-Phone, der Smart-TV und auch MacOS und Iphone basieren auf BSD, was auch nur ein Unix-Derivat ist. Die Playstation 4 läuft mit BSD und selbst Microsoft hat eingesehen, dass man auf Linux kaum noch verzichten kann.

Pinguine und das SteamLogo
All Hail to the Steam

Gaming war bisher aber im PC-Bereich Windows-Chefsache. Einige sehr gute Teams wie Feral Interactive oder Aspyr haben fantastische Ports von AAA-Titeln hergestellt. Einige kleine Indie-Studios haben ihre Games direkt von Anfang an für Windows, Linux und Mac herausgegeben, zum Beispiel das Team um Ron Gilbert mit Thimbleweed-Park. Linuxer sind auch die treibende Kraft hinter Emulatoren wie ScummVM oder eben Wine (was kein Emulator ist, sondern halt nur der Windows-Software etwas vorlügt).

Steam erlaubt nun also, Windows-Spiele unter Linux zu installieren. Bisher ging das auch irgendwie, indem man die Windows-Version von Steam unter Wine installiert hat. So manches Spiel funktionierte, die meisten Games allerdings eher nicht so. Proton hingegen ist auch Wine, aber Valve Software hat viel, viel Geld in die Entwicklung von DX11/DX12-Methoden unter Vulkan investiert. Hier aus dem Announcement

Was genau ist Proton? Wie unterscheidet es sich vom normalen Wine? Wer hat daran gearbeitet?

Proton ist eine Tool-Distribution, basierend auf einer modifizierten Version von Wine. Die enthaltenen Verbesserungen an Wine wurden von Valve entworfen und bezahlt. Die Entwicklung erfolgte in Zusammenarbeit mit CodeWeavers. Hier einige Beispiele, woran wir seit 2016 gemeinsam gearbeitet haben:

  • vkd3d[source.winehq.org], eine Implementierung von Direct3D 12 auf Basis von Vulkan
  • Native API-Brücken zwischen Steamworks und OpenVR
  • Diverse Verbesserungen der Leistung und Funktionalität von wined3d im Zusammenhang mit Direct3D 9 und Direct3D 11.
  • Überarbeitete Unterstützung für Vollbild und Controller
  • Das "esync[github.com]"-Updatepaket, für Leistungsverbesserungen bei Multithreading.

Modifikationen an Wine werden Upstream eingebracht, wenn Sie mit den Zielen und Anforderungen des größeren Wine-Projekts kompatibel sind. Folglich profitieren Wine-Nutzer nun schon seit über einem Jahr von Teilen unserer Arbeit. Der Rest ist im Code-Repository von Proton und seinen Modulen offen einsehbar.

Außerdem haben wir die Entwicklung von DXVK[github.com] unterstützt, einer Implementierung von Direct3D 11 auf Basis von Vulkan. Unsere Unterstützung war dabei folgender Natur:

  • Beschäftigung des DXVK-Entwicklers als Teil unserer Arbeitsgruppe "Open-Source-Grafik" seit Februar 2018
  • Direkte Unterstützung durch die Arbeitsgruppe "Open-Source-Grafik", um Treiberprobleme mit Mesa im Bezug auf DXVK zu lösen und um Prototypimplementierungen brandneuer Vulkan-Funktionen umzusetzen, welche die Funktionalität von DXVK verbessern.
  • Gemeinsame Anstrengungen mit unseren Partnern bei Khronos, NVIDIA, Intel und AMD, um Unterstützung der Vulkan-Funktionalitäten und Treiber zu koordinieren.

Gibt es Leistungseinbußen?

Bei Spielen, die eine Übersetzung der Grafik-API benötigen, sind Leistungseinbußen zu erwarten. Titel mit Vulkan-Unterstützung dagegen sollten nicht langsamer laufen.

Ich habe - nachdem ich das gelesen habe - direkt gesagt: „Das verändert alles“

Ian Parker

GTA V unter Linux

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