Musikproduktion unter Arch und Antergos

Musikproduktion unter Arch und Antergos

Musik unter Linux zu machen ist kein Hexenwerk. Ich habe Monate gebraucht, mein Studio auf Ubuntu umzubauen und habe dann festgestellt, dass fast alles problemlos unter Linux machbar ist. Man kann die meisten Windows-VST-Plugins benutzen. Man kann sich bei diversen Quellen freie bzw. kostenlose VST-Plugins herunterladen, welche für Linux erstellt wurden. Die Quellen führe ich weiter unten auf.

Jetzt ist es aber so, dass ich tatsächlich nur bestimmte Dinge mit meinem Rechner machen will. Das ist in erster Linie bloggen, programmieren und dann Musik. Ich benötige also keine Office-Lösung oder Gimp oder andere Tools, die eine Ubuntu-Installation mir erst einmal mit installiert. Also suchte ich nach einer Distribution, die möglichst schmal gehalten ist und im Grundsatz so wenig wie möglich installiert. Logische Konsequenz war Arch-Linux. Ich hätte also Arch installieren können. Das wollte ich aber nicht, da ich stinkend fauler Anwender bin. Ein bißchen darf eine Installation mir die Arbeit ruhig abnehmen. Ich entschied mich also, Antergos zu installieren.

Antergos ist im Grunde genommen ein Arch-Linux. Im Gegensatz zu Manjaro pflegen die Antergos-Macher nicht wirklich eigene Pakete, sondern nehmen ein Arch-Linux und packen einen supereinfachen Installer dazu. Die Installation von Antergos ist dann nämlich eine 20 Minuten Geschichte und danach hat man ein funktionierendes Linux auf Arch-Basis. Es gibt also jeden Tag Updates und alle Programmteile sind quasi frisch vom jeweiligen Entwicklerteam. Während man bei Ubuntu, Debian oder auch Fedora auf eine hohe Stabilität achtet, ist es bei Arch eher so, dass man immer die aktuellsten Releases hat. Normalerweise läuft das alles auch problemlos, aber wenn mal nicht, ist es gut, ein wenig Linux-Erfahrung zu besitzen.

Musik unter Arch

Also nutze ich nun mein Studio unter Antergos. Zuerst musste ich also wieder Renoise installieren. Die Installation von Renoise unter Arch ist kein bisschen anders als unter Ubuntu. Für eine latenzfreie Soundwiedergabe musste ich auch Jack2 installieren. Diese Installation führt man mit pacman durch und wählt Jack2 als Paket. Damit Windows-VST-Plugins unter Linux laufen, benötigt man Wine und Carla. Carla bezieht man aus dem AUR und installiert dies mit yaourt. Wichtig ist, dass man gcc-multilib installiert, da man sowohl die Win32-Brigde als auch die Win64-Bridge installieren muss, je nachdem, welche VSTs man nutzen möchte. Da bin ich auch nicht selbst drauf gekommen, ich habe bei github direkt den Entwickler gefragt.

Die üblichen Musikprogramme gibt es auch in den neusten Versionen bei Arch. LMMS, Ardour4 und natürlich Rosegarden sind direkt verfügbar. Im kommerziellen Bereich steht Bitwig-Studio in einer aktuellen Version bereit. Du siehst also, Musikproduktion unter Arch ist überhaupt kein Problem mit wenigen Problemen behaftet (Danke Jonas für den Hinweis).


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Kommentare


@Jonas: Interessante Punkte. Mit -Überhaupt kein Problem- ist tatsächlich eher der technische Aspekt gemeint. Also die Lauffähigkeit. Natürlich sind die Hürden doch etwas höher als einfach eine setup.exe auszuführen. Wenn man im Team an einem Song arbeitet und verschiedene Sequencer nutzt, muss man sich auf ein portables Format einigen. Aber ja - auch das ist natürlich eine Schwierigkeit.

Interessanter Artikel- Danke dafür! Ich möchte drei Sachen loswerden. Erstens mal danke für die Tipps innerhalb des Textes, die könnten noch nützlich für mich sein. Zweitens möchte ich als kommerziellen Anbieter von einem DAW und VSTs für Linux noch Tracktion erwähnen. Ich habe es selber nochnicht getestet, aber es ist wohl unter Linux verfügbar und sogar im Arch User Repo. Als letztes wollte ich dennoch den letzten Satz kritisieren, \"überhaupt kein Problem\" finde ich für Linux-Newbies schwierig. Programmieren unter Linux würde ich als \"überhaupt kein Problem\" bezeichnen. Für die Musikproduktion gibt es aber aus meinem Alltag zwei Probleme: Erstens arbeiten viele Leute mit Cubase, Logic, etc. und deren Projekte kann ich halt eben nicht unter Linux öffnen. Wenn man alleine vor sich hinwerkelt mag das kein Problem darstellen, wenn ich aber von meinem Kumpel Sachen rübergeschickt bekomme, wird es sehr wohl ein großes Problem. Ähnlich sieht es mit Photoshop-Dateien aus. Ich persönlich mag auch nicht gerne Wine benutzen, und das ist der zweite Punkt.. \"Die meisten Windows-VSTs klappen unter Wine\" ist halt kein \"läuft problemlos nativ\".

Musikproduktion unter Arch und Antergos Depeche Mode Studio Equipment Ueberleben in der Musikindustrie
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