Ist die Partei wirklich sehr gut

Ist die Partei wirklich sehr gut

Meine Meinung. Alles. 

In ca. 2 Wochen, am 24.09.2017 begeben sich wieder ein paar Deutsche in Schulen, Gaststätten, Turnhallen und Gemeindehäuser, um ihre Kreuze zu setzen. Denn wir wählen einen neuen Bundestag. Zur Wahl stehen die üblichen Verdächtigen von der SPD, der FDP und der CDU. Tatsächlich sind diese drei Parteien noch immer die mächtigsten Parteien im Bewußtsein der deutschen Bürger. Die Grünen und die Linke sind natürlich auch irgendwie immer unter „ferner liefen“ dabei. Aber wir müssen uns nichts vormachen. Die Wahlmöglichkeiten fühlen sich ziemlich begrenzt an. 

Ganz übel ist die Tatsache, dass wir genau wissen, dass es auf eine große Koalition hinausläuft. Merkel und Schulz waren sich beim TV-Duell so einig, dass man als Zuschauer wirklich noch überlegen musste, ob die beiden sich nach der Sendung ein Zimmer nehmen. Der wahlberechtigte Bürger ist einfach nur noch angenervt, denn es passiert einfach nichts mehr. Klar ist, den Deutschen geht es gut. Die meisten von uns haben einen Job, immer was zu essen im Schrank und uns geht es sogar so gut, dass wir alle unsere Pfandflaschen wegschmeissen können. 

Politikverdrossenheit ist kein Problem in Deutschland, Politikverdrossenheit ist tatsächlich das einzige, was hier noch irgendwas bewegt. Ich kann jeden verstehen, der nicht wählen will, denn sowohl die SPD als auch die CDU sind absolut profillos und jeder ist auf Kuschelkurs mit jedem, nur damit die Machtverhältnisse gleich bleiben. Wer ernsthaft glaubt, dass Schulz Kanzler wird, hat unter einem Stein geschlafen. Schulz hatte eine Menge guter Ideen, doch tatsächlich hat er weder die Medienkompetenz, noch die wirklich hammermässigen Argumente dafür, ihn zu wählen. Da bringt es auch nichts zu sagen, dass die CDU zwar die „Ehe für Alle“ durchgewunken hat, Merkel aber persönlich dagegen gestimmt hat.

Die AfD erstarkt und wird gleichzeitig immer mal wieder schwach. Kein Mensch kann ernsthaft Rassismus wollen, doch mit ihrer „Deutschland muss sich stark machen“-Haltung gewinnt die AfD viele Anhänger. Beim Normalbürger kommt auch nur an, dass die AfD Steuern entfernen möchte. Zu welchem Preis das geschieht, weiß keiner. Die AfD möchte auch eine andere Europapolitik. Die AfD möchte auch, dass wir mit den vielen Flüchtlingen anders umgehen. Konkrete Lösungen gibt es wenige bis keine und letztendlich sind auch immer nur die anderen Schuld. Beim Bürger kommt aber eben an: „Wir kämpfen für euch. Wir kämpfen für die DEUTSCHEN“ und wer das nicht hinterfragt, könnte das AfD-Programm super finden.

Die FDP fährt aktuell eine komplette Personality-Kampagne. Christian Lindner sieht ja auch gut aus, er ist ja quasi die fleischgewordene Realität eines Christian Grey oder Gideon Cross aus diversen Liebesromanen. Erfolgreich, eloquent und gutaussehend. Außer der guten Ideen für die Digitalisierung kommt bei der FDP leider aber auch nicht viel rum und der liberale Gedanke wird bei der FDP leider auch entsprechend verbogen, so wie bei der SPD der soziale Gedanke irgendwo versteckt wird.

Was ist mit den Grünen? Hach ja. Die ehemaligen Öko-Terroristen machen jetzt nur noch von sich reden, weil sie wie Bib Fortuna an dem Jabba The Hut namens CDU/SPD-Koalition hängt. Eigene Punkte können die Jungs und Mädels wenig durchsetzen. Und bei den Linken mieft immer so ein wenig der SED-Ton mit, was natürlich nicht stimmt, bei dem Normalwähler aber so ankommt. Wer wählt schon Kommunisten oder Nazis? Die NPD mit ihrem ewig gestrigen Programm ist natürlich auch nicht wählbar. In Zeiten eines global vernetzten Bürgers wirkt es albern, wenn man „sein Land“ höher ansieht, als irgend einen beschissenen anderen Staat. Ist eh alles das gleiche

Die Piratenpartei - hach ja. Die Piraten starteten solide und bauten dann kontinuierlich ab. Die ganzen inneren Kämpfe, insbesondere in den oberen Führungsriegen, haben den Piraten geschadet. Die Leute wußten von der Nerd-Truppe nachher nur noch, dass sie sich gegenseitig lieber Nazivorwürfe machten und außer  Internetpolitik nichts vernünftiges geregelt bekommen haben. Open-Source-Demokratie funktioniert nicht, das haben die Piraten leider auf die harte Tour lernen müssen. Nach den euphorischen Wahlergebnissen vor 8 Jahren war das Piratenschiff ohne richtige Führungscrew.

Seit 2004 gibt es nun die PARTEI, ein Akronym für Partei für Arbeit, Rechtsstaat, Tierschutz, Elitenförderung und basisdemokratische Initiative. Diese Partei wurde seinerzeit von Redakteuren des Satiremagazins Titanic gegründet. Man kann sich denken, dass deren Parteiprogramm anders ist, als die Programme der anderen Parteien. So fordert die PARTEI zum Beispiel den Bau einer Mauer. Hinter all dem Spaß, den man im PARTEI-Programm liest, steckt aber eine echte Botschaft und das ist es, was die PARTEI für Nichtwähler oder eben auch unentschlossene Wähler interessant macht: So fordert die PARTEI ein Bekenntnis zur Gerechtigkeit und zur Lohngerechtigkeit. Die Begründungen sind albern verpackt, allerdings ist die Botschaft klar: „Frauen sollen soviel verdienen, wie Männer auch“. Außerdem will die PARTEI ganz klar ein gemeinsames Europa und eine staatliche Förderung für alleinerziehende Mütter und aufgrund des Gerechtigkeitspunktes eben auch für Männer. Eine Abschaffung von Tierversuchen ist ebenso Teil des Programmes wie eben auch ein bedingungsloses Grundeinkommen.

Die PARTEI hat auch ein Programm zur Aufnahme von Flüchtlingen. Prinzipiell kann jeder rein, der unsere Hilfe benötigt. Auch soll Bildung für Studenten/Schüler kostenlos sein.

Das „wie“ im Parteiprogramm wirkt unfassbar albern. Daher kann ich Kritiker an dieser Partei verstehen. „Die nehmen nichts ernst und wir machen uns doch in der Welt zu Idioten, wenn wir diese Spinner wählen“, sind die harmloseren Sätze, die man in Verbindung mit die PARTEI direkt hört. Und ja: Es ist tatsächlich so. Das alles wirkt ziemlich albern.

Die Frage ist nun: Kann eine Partei, die aus Satirikern besteht, ein besseres Parteiprogramm haben, als eine etablierte Partei? Haben die Komiker mehr auf dem Kasten als die Leute, die sich Politiker nennen? 

Ich meine, dass das ganz klar der Fall ist. Satiriker wie Serdar Somuncu (Kanzlerkandidat der PARTEI) erklären die Welt direkter und brutaler als etablierte Politiker. Künstler wie Bela B (designierter Gesundheitsminister) stehen zur Meinungsfreiheit allein schon aus beruflichen Gründen viel mehr als ein Anwalt (das sind die meisten Politiker nun einmal). Der Berufszweig des Satirikers setzt voraus, dass man sich mit Themen auseinandersetzt, auch wenn es wirklich weh tut. So hat PARTEI-Chef Sonneborn in seiner Funktion als EU-Parlamentsmitglied direkt mit Politikern zu tun, die die Diktatur wieder haben wollen und auch gerne mal Hitlergrüße im EU-Parlament durchführen.


Getagged unter: Politik,
Leider hat hier noch keiner seinen Senf zum Thema abgegeben. Sei du doch der erste. Oder die erste. Oder das letzte.
Unterstütze mich:

Willst Du meine Arbeit unterstützen? Sehr schön. Dann rufe doch die folgende Seite auf:
Support Trancefish!

Mixcloud:
Anzeige:
login