Warum ich doch wieder da bin!

Ich bin wieder da. Ich habe doch zuviel zu sagen, als dass ich das hier zu mache. Es geht um asoziale Netzwerke und um die Diversität des Internets, jenseits von Konzernen wie Google, Twitter oder Facebook.

Mehrere Wochen ist hier einfach nichts passiert. Ich hatte die Seite zu gemacht und habe verschiedene Frameworks ausprobiert, um meine Blogsoftware auf diese Frameworks zu portieren. Angeblich soll das ja alles viel toller sein, wenn man Laravel oder Symfony benutzt. Nur soviel: Nope - ist es nicht. Ist es überhaupt nicht. Ich will lediglich meine Posts schreiben, in Form von News. Mit einem Wysiwyg-Editor, der out-of-the-box einfach so funktioniert. Mit diesen elenden Node-Paketen, den Bower-Komponenten, den seltsamen Klassen, die man mit nem Framework dazu bekommt und so weiter und so fort, hat das Refactoring von diesem Quellcode einfach keine Spaß gemacht. Ich fand das einfach nur ermüdend und nicht zielführend.

Aber meine Auszeit aus der Blogszene war nicht der Software geschuldet. Tatsächlich geht mir die Blogszene in Deutschland echt ein wenig auf den Sack. Das liegt weniger an den Blogs, als viel mehr daran, dass ich immer das Gefühl habe, alles schon einmal gesehen zu haben. Soziale Netzwerke halte ich mittlerweile für die Wurzel allen Übels. Ich gebe Facebook und Twitter tatsächlich die Schuld an meiner Depression und ich bin mit dieser Meinung ja auch nicht allein. Du machst die Netzwerke auf und wenn du ernsthaft versuchst, die Streams der Nachrichtensender und/oder Zeitungen zu lesen, landest du extrem schnell in den Kommentarbereichen und möchtest einfach nur noch eine Bombe in die Gruppe schmeißen. Überall nur noch Hass, überall nur noch #Whataboutisms und mittlerweile kann man Flüchtlingen sogar die Schuld am Ende der CeBit geben. Ja, es gibt tatsächlich Tweets, die genau das tun. Das Mitmachinternet ist irgendwie nicht meine Welt. Ich mag soziale Netzwerke, wenn ich mich mit meinen Freunden oder guten Bekannten austauschen kann. Facebook-Gruppen sind die Foren der Neuzeit und tatsächlich bin ich in meinen Facebook-Gruppen wirklich gerne unterwegs.

Für die reine Information ist das mit diesem Internet aber einfach nichts mehr. Es ermüdet mich. News bei Sozialnetzwerken werden nach Klick-Bait-Raten formuliert und die echte Information geht verloren. Wer geht denn heute noch auf die Website eines Verlages und versucht, die Headlines selbst zu sortieren und aufgrund dessen Beiträge zu lesen? Ich selbst extrem selten… Ich bin da vermutlich auch nicht alleine mit. Das sorgt allerdings dafür, dass man nur noch reißerischen Kram wahrnimmt und kaum noch mitbekommt, dass wir trotz Trump, trotz AFD und auch trotz der Krisen in der Ukraine in einer lebenswerten, schönen Welt wohnen. Aber gute Nachrichten sind langweilig, werden nicht kommentiert, werden nicht geklickt. Gute Nachrichten funktionieren nur dann, wenn jemand zum Beispiel vorher seinen Krebs besiegt hat. Das glaubt ihr mir nicht? Selbst Sport-Nachrichtensendungen funktionieren nur, wenn vorher die traurige Lebensgeschichte des Sportlers ausgeschlachtet wird. Für seine Leistungen ist das völlig egal, aber man kann ja so schön heulen!

Ich bin wieder mit der Seite online, weil mir klar geworden ist, dass ich gegensteuern muss. Ich muss mir immer wieder ins Gedächtnis rufen, dass mein geschriebenes Wort gegen jeden Hater, gegen jeden anonymen Dreckstroll und gegen jeden Klima-Skeptiker gerichtet ist. Das hier ist meine Plattform. Dies hier ist mein Beitrag zur gelebten Meinungsfreiheit und dies hier ist mein gesammeltes Wissen, Gewissen und mein persönlicher Spucknapf. Es macht mich fertig, wenn ich nicht darüber schreiben kann, wenn Deutschland die einstmals größte Computermesse der Welt gegen die Wand fährt. Wir reden von der Heimat Konrad Zuses. Computer wurden hier erfunden und trotzdem gibt es eine Politik, die „5G nicht an jeder Milchkanne“ braucht. Ich wollte weniger politisch sein und mich mehr auf die Themen konzentrieren, die mir liegen: Linux, mein Hund, ein wenig Musikproduktion. Ich musste weniger politisch sein, weil ein paar Anhänger der rechten Szene mich bedroht haben. Das ist schon Jahre her, aber ich werde nicht mehr schweigen. Ich bin wieder hier, weil ich es einfach brauche. Ich kann ohne tägliches Schreiben meiner Meinung und meiner Gefühle nicht existieren. Ich wiederhole mich ja, wenn ich sage, dass Schreiben für mich Therapie ist. Es ist aber so. Ich muss meine Worte aufschreiben, damit ich nicht völlig wahnsinnig werde. Das ist der Grund, warum ihr mich nicht so einfach los werdet.

Mir ist so viel Liebe entgegen geflogen. Einige von euch scheinen mein Blog tatsächlich zu vermissen. Das macht mich wahnsinnig glücklich.

Ich habe keines der alten Postings gelöscht, werde diese Posts erst später wieder freischalten. Das ist einerseits ziemlich dumm von mir, weil ich teilweise in der Wikipedia oder auch im Ubuntu-Wiki verlinkt wurde, andererseits muss  und will ich einfach eine höhere Qualität hier haben. Das geht nicht, wenn ich mich an alten Stricken festhalte.

1  

Diese Website nutzt Cookies. Inder Datenschutzerklärung steht, was mit deinen Daten hier passiert… Hab ich verstanden