Warum ich keine Kommentarfunktion erlaube

Blogs leben von guten oder nicht so guten Geschichten. Blogs leben von Fundstücken, von Wahnsinn, von Unsinn und von nutzlosen und öfter auch nützlichen Informationen. Meine Lieblingsblogs wuseln irgendwo zwischen Politikmagazin und schrägem Quatsch herum. Mein eigenes Blog ist eine Mischung aus Tagebuch, Sachbuch und Linksammlung. Mein Blog unterscheidet sich von anderen Blogs dadurch, dass die Kommunikation recht einseitig ist. Hier könnt ihr nur lesen.

Sind Kommentare im Blog gut?

Kommentare erlauben euch, eure Meinung zu meinen Themen kundzutun. Es gab Zeiten, da freute ich mich über jeden Kommentar. Bevor ich die Kommentarfunktion hier entfernt hatte, gab es zu fast jedem hier gelisteten Blogbeitrag mindestens einen Kommentar. Das war wunderschön und ich habe oft durch eure Interaktionen neues dazu gelernt. Kommentare halfen hier bei der Rechtschreibung und Kommentare eröffneten mir manchmal sogar eine ganz neue Sichtweise. In diesem Fall waren die Kommentare meistens sehr hilfreich.

Kommentare zwingen mich, mich zu rechtfertigen

Thema: Kita-Indianer. Ich für mich finde es nicht schlimm, aber ich bin auch kein amerikanischer Ureinwohner. Und dieser Ureinwohner findet es schlimm. Ich sehe es als „Remineszenz“, wenn ein Kind halt wie „Yakari“ verkleidet sein will. Aber nur weil ich das so sehe und viele andere auch, ist das ja nicht unbedingt richtig. Wenn ich hier jetzt eine Kommentarfunktion hätte, würde es keine vernünftige Diskussion geben. Die ersten zwei Kommentare wären hilfreich und würden dazu führen, dass sich beide Seiten besser erklären. Der dritte Kommentar würde eine Beleidigung enthalten und der vierte Kommentar würde sich darauf beziehen, was ich denn von „Blackfacing“ halte. (Robert Downey Jr. durfte das. Weil er ein großartiger Schauspieler ist). Ich halte nichts von Blackfacing. Die Frage ist auch, ob ein Kind als Jules Winfield aus Pulp Fiction gehen würde.

Manchmal ist es auch einfach furchteinflößend

Ich habe einmal einen sehr guten Artikel darüber geschrieben, dass wir „alle keine Nazis sind, aber“. In diesem Artikel befasste ich mich mit den Thesen, die Rechtsradikale immer wieder bringen:

  • Flüchtlinge tragen Markenklamotten
  • Flüchtlinge bekommen Eingliederungshilfe
  • Die schleppen alle ihre Familien an
  • Die sind alle Vergewaltigungsbrandschatzmonster

Ich habe diese Behauptungen auseinander genommen: Zum Beispiel werden Markenklamotten getragen, weil sie einfach stabiler sind und deshalb überhaupt tragbar sind. Eingliederungshilfe bekommt jeder, der eingegliedert werden muss, weil er behindert ist. Die Familien werden angeschleppt, weil das erlaubt ist. Sie sind natürlich keine Vergewaltiger.

Ich muss den Artikel mal wieder ausgraben, immerhin brachte dieser Artikel mit an einem einzigen Tag ca. 160.000 Besucher. Und tatsächlich war dieser Artikel schuld daran, dass ich Kommentare moderieren musste. Man, das hat vielleicht genervt. Richtig scheisse war das. Und mir schlug ein Hass entgegen, den ich zu der Zeit nicht verarbeiten konnte. Vermutlich könnte ich das heute noch nicht. Vor allem, weil mir jemand ein Foto meiner Haustür schickte und mir drohte.

Jedenfalls führte das dazu, dass ich irgendwann kaum noch Lust auf mein Blog hatte. Es führte auch dazu, dass ich eine Scheissangst bekam.

Fazit

Tatsächlich bin ich der Meinung, dass die Diskussionskultur im Internet ihren Zenit überschritten hat. Es macht keinen Spaß mehr, im Web zu diskutieren und über Meinungen zu philosophieren. Wenn ich mir die Kommentarspalten meiner Journalistenfreunde so angucke, verstehe ich kaum, dass diese Leute überhaupt noch Spaß an ihrem Job haben. Whataboutism ist an der Tagesordnung und wenn es nicht der Whataboutism ist, dann wird den Leuten Rassismus, Sexismus, Pädophilie oder sonstiger Quatsch unterstellt. Dabei schreiben diese Leute doch nur ihre Sicht der Dinge auf. Okay - so mancher Journalist oder Blogger schreibt wirklich Quatsch und in irgend einer Realität bin ich vermutlich das rassistischste Schwein auf der Welt, weil ich den Filmindianer mag. Aber ich halte es hier wie Steve Jobs: Ich lebe in meinem Reality Distortion Field und fühle mich hier richtig wohl.

Muhammad Raufan Yusup

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Wie deckt man ein Fakeprofil auf Eure doofen Artikel zum Thema erfolgreich bloggen nerven Welche anderen Blogs lese ich denn noch so Besser reden Seid schlau Werden die Menschen immer bekloppter Warum ich doch wieder da bin! Ready Player One  - wie weit sind wir von der OASIS wirklich entfernt Diskussionen im Internet sind sinnlos – von Political Correctness zu Meinungsfreiheit Internet Detox - warum ich nur noch das allerwichtigste im Netz machen werde Soziale Netzwerke sind Gift - Genderzeug und Nazis und Impfgegner Warum ich keine Kommentarfunktion erlaube
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