Auf dem Linuxinformationstag in Oldenburg

Ich bin ja begeisterter Anhänger von sogenannten Barcamps. Dieses Jahr durfte ich in Oldenburg einem sehr coolen Barcamp beiwohnen und habe dort viele Eindrücke gewonnen. 2015 besuchte und referierte ich auf dem Open-Nord-Linuxtreffen. Auch dies gab mir ein positives Gefühl. Am 22. Oktober 2016 nahm ich nun am Linux Informations Tag im Mainframe in Oldenburg teil. Dieses Mal allerdings ausschließlich als Gast. Meine Eindrücke dieses Linuxtreffens möchte ich euch nun schildern:

Linux: Nerdbetriebssystem und zumindest auf dem Desktop noch immer eine Randerscheinung. Autos, Fernseher, BluRayplayer und natürlich auch Server arbeiten mit Linux. Das Betriebssystem findet sich in abgewandelter Form sowohl auf Iphones als auch Nicht-Iphone-Geräten. Dort nennt sich der Unix-Abklatsch aber Android bzw. IOS. Aus dem normalen Alltag ist Linux also faktisch nicht mehr wegzudenken. Daher gibt es überregional immer wieder solche Veranstaltungen, die die Vorteile des Betriebssystems an den Mann und die Frau bringen wollen. Am Rand wird auch über Sicherheitskonzepte im Internet of Things gesprochen, allgegenwärtig ist die jeweilige Datenschutzdebatte des Monats und am Ende wundern sich alle, dass es schon wieder vorbei ist... Das ist ein Linuxtag.

Ich mag diese Veranstaltungen wirklich sehr, denn wo sonst kann man mit vielen Leuten über Computer fachsimpeln und jeder versteht, was Du meinst. Denn Anfänger gibt es auf Linuxtagen leider eher selten.

Das Problem bei Linux ist neben der Zielgruppe: Es gibt kein Marketing. An solchen Veranstaltungen merkt man leider viel zu oft, dass man es durchaus mit hochbegnadeten Entwicklern oder generell schlauen Leuten zu tun hat, aber eben leider NICHT mit klassischen Rednern und Interessenten. Und man merkt bei solchen Veranstaltungen oft, dass der Zugang zu den Normalsterblichen fehlt. Ich mache das mal an einem ganz einfachen Beispiel fest: Du betrittst den Mainframe, der dieses Mal als Veranstaltungsort fungiert hat. Links von dir stehen Cola, Chips und jede Menge Laptops. Auf nem Flatscreen wird irgend ein Retroshooter gespielt. Rechts ist ein kleiner Redesaal, der mit klassischen Nerds bestückt ist (zu erkennen am Suse/Edubuntu/Debian-T-Shirt). Da ich selbst als Linux-Only-User ja zu dieser Szene gehöre, ist das für mich ja irgendwo normal. Für Leute, die sich allerdings erst einmal erkundigen wollen, wirkt das wie eine simple Lanparty. Diese Hürde muss man als Windows-Benutzer erst einmal nehmen. Man muss sich irgendeinen der Anwesenden schnappen und fragen: "Ey, dieses Linux! Ich nutze Windows aber ich will das mal direkt HIER ausprobieren!"

Ja - ich bin hier polemisch, das müsst ihr mir verzeihen. Ich stand aber eine Zeit am Eingang und es kamen normale Leute, die sich über Linux erkundigen wollten. Allerdings hat diese Leute keiner angesprochen. Ich habe mir dann den Spaß gemacht, mich mit den Leuten zu unterhalten und zu fragen, warum sie denn da sind und was sie sich von Linux erhoffen. Tatsächlich wollen ziemlich viele Leute von Linux weg, sie trauen sich nur nicht. Denn die meisten wissen einfach nicht, dass man ziemlich einfach auf Linux umsteigen kann. Doch wir Linuxer sind in der Regel mit uns selbst beschäftigt. Ich möchte drauf hinaus, dass man bei zukünftigen Veranstaltungen dieser Art vielleicht einfach einen generellen Infostand aufmachen sollte. Vielleicht sehe ich das insgesamt aber auch völlig falsch. Angenommen, die Vorträge wenden sich an Profis... Nee - kann nicht. Ich war bei einem Vortrag, da wurde Linux neu installiert (Hallo Tigger!) und bei einem anderen, bei dem die Vorzüge von SkoleLinux und DebianEdu vorgestellt. Für mich selbst, der sich mittlerweile als Profi sieht, stellten beide Beiträge nichts wirklich neues dar. Bitte nicht falsch verstehen, das ist kein Angriff auf die Redner, die haben einen super Job gemacht. Aber für Profis waren die Beiträge zu lasch und für Anfänger waren die Beiträge sehr speziell.

Ich muss mal schauen, ob ich mich dazu durchringen kann, beim nächsten LIT selbst zu referieren. Mein Thema wäre vermutlich: "Wo kann man beruhigt auf Windows verzichten" oder "Wo ist Linux komplett anders als Windows?"

Like 0finden das gut
Leider hat hier noch keiner seinen Senf zum Thema abgegeben. Sei du doch der erste. Oder die erste. Oder das letzte.
Geschrieben von Marcel Schindler am 08.12.2016
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