Ubuntu vs Debian

ich benutze seit 6 Monaten ja nur noch Linux als Betriebssystem für mich. Die Distribution meiner Wahl ist hier Ubuntu Studio geworden, denn als Musiker brauche ich ein Linux, dass hier bereits für Digital-Audio-Workstations perfekt vorkonfiguriert ist. Da ich Linux aber dank Steam auch zum Spielen nutze, sind einige Anpassungen von mir durchgeführt worden. Den Satz "Never change a running system" nehme ich bei meiner Linuxumgebung eher nicht ernst.

mein alter Ubuntubildschirm

Da Linux aber eine strikte Dateistruktur gerade bzgl. der eigenen Dateien hat, ist ein Backup und Restore dieser eigenen Dateien relativ simpel und man kann hier wild herum experimentieren, aber darum geht es ja nicht. Ich versuche mal, Ubuntu und Debian miteinander zu vergleichen.

Ubuntu ist eine Erfolgsgeschichte: Das Team um Mark Shuttleworth hat sich seit 2004 zum Ziel gesetzt, eine "benutzerfreundliche" Linuxversion zu schaffen. Die Zielgruppe beschränkt sich auf Desktopuser, die von Windows und MacOS kommen und die Philosophie von Ubuntu sieht vor, dass ein Programm exakt eine Aufgabe hat. Der Erfolg von Ubuntu ist darin begründet, dass dieses Prinzip tatsächlich ganz gut funktioniert und man direkt nach der Installation eigentlich schon fast alles hat, was man benötigt. Bei Ubuntu wird - weil der User im Vordergrund steht - durchaus auch Closed Source installiert, weil es mitunter keine vergleichbare Opensource gibt und weil man es anbieten kann.

Debian gilt als eine der ältesten und stabilsten Linux-Distributionen und wird seit 1993 veröffentlicht. Viele Distributionen nehmen Debian auch als Grundlage, allen voran das oben genannte Ubuntu. Debian ist vielleicht nicht ganz so "zugänglich" wie Ubuntu, da hier mehr auf eine allgemeine Funktionalität des OS geachtet wird und man nicht unbedingt das einfachste aber dafür das von der Allgemeinheit als bestes Tool betrachtete Werkzeug erhält. Debian wird auch auf den meisten Webservern als Serverbetriebssystem eingesetzt.

Gemeinsamkeiten von Ubuntu und Debian liegen also allein schon aufgrund der gleichen ursprünglichen Paketquellen vor. Kritiker von Ubuntu werfen dem Ubuntuprojekt auch vor, sich nur bei Debian zu bedienen und nichts zurück zu geben. Diese Aussage ist aber nicht korrekt, denn die Ubuntu-Community gibt durchaus DIFFs zurück. Tatsächlich sind manche Packages aber nicht binärkompatibel zu den Debian-Releases.

Debian

Welche Version sollte man sich also installieren? Eigentlich ist es mittlerweile egal, welche Distribution man sich installiert. Ubuntu nutzt Debianquellen aus und tütet umd das System jede Menge (nützlicher) Tools. Die Community um Ubuntu herum ist mitunter auch "freundlicher" gegenüber Noobs.

In Debian-Foren kommt häufig die Aussage RTFM! Immerhin reden wir hier von Linuxprogrammiern und Anwendern. Allein aus dem historischen Kontext heraus sind das Nerds. Da wir nun aber in Zeiten leben, in denen Nerds cool sind, muss man die Unfreundlichkeiten halt nehmen, wie sie sind - nicht ernst gemeint.

Viele Dinge bei Linux wirken unnötig kompliziert, gerade wenn man aus der Windows-Welt kommt. Das betrifft schon die Installation von Software. Bei Windows gibt es eine setup.exe oder setup.msi und unter Linux wird fast alles über Synaptic (Ubuntu/Debian) oder das Ubuntu-Softwarecenter installiert. Das Ubuntu-Softwarecenter ist übrigens ein Beispiel für die Eigenarten von Ubuntu: In den Debian-Quellen gibt es mit Synaptic einen supergeilen Installer, den es auch bei Ubuntu gibt und dann kommen die Ubuntu-Macher und tüddeln ihr eigenes Ding darauf.

Das gleiche gilt für den Launcher. Bei Ubuntu (Standard-Edition) gibt es den Unitylauncher. Für mich persönlich wirkt das Ding so, wie ein Android-Launcher. Auf dem Smartphone ist das ja ganz gut aber ich verwende dann doch lieber einen "üblichen" Desktop-Launcher wie XFCE oder Gnome3. Und den letzteren gibt's bei Debian anstelle von Unity.

Nochmal: Welche Version ist "besser"?! Diese Frage kann man nicht mit Bestimmtheit beantworten. Tatsache ist, dass man bei Ubuntu ein aufgerödeltes Debian bekommt. Alles was unter Debian läuft, läuft auch unter Ubuntu. Umgekehrt klappt das nicht immer ganz so einfach. Die Community der Debians wirkt zumindest etwas rauer aber dafür kriegt man neben den ganzen Noob-Beleidigungen und RTFM-Comments bei echten Problemen eine bessere Antwort als in den Ubuntu-Foren. Denn die Debian-User sind tatsächlich dichter am System dran.

Ich nutze aktuell Ubuntu, was nutzt Du?

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Leider hat hier noch keiner seinen Senf zum Thema abgegeben. Sei du doch der erste. Oder die erste. Oder das letzte.
Geschrieben von Marcel Schindler am 02.12.2014
Ubuntu,
Antergos vs Ubuntu Gnome Musikmachen mit Linux Linux als kompletter Ersatz fuer Windows Linux und Renoise im Zusammenspiel Warum ist das bei Linux eigentlich alles so kompliziert Ubuntu vs Debian Linux zum Daddeln also Ubuntu zum Spielen Linuxalternativen zu bekannten Windowsprogrammen Linux Cheat Sheet Fragen zum Umsteigen auf Linux Musikproduktion unter Arch und Antergos Windows ist scheisse Ist Linux das richtige fuer dich Ubuntu startet nicht mehr grafisch VSTPlugins unter Linux Auf dem Opennord Linux Kreativ Treffen Wo mich Linux ankotzt - als Desktopsystem Zwei Jahre ohne Windows Auf dem Linuxinformationstag in Oldenburg USB-Soundkarten fuer Linux


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