VSTPlugins unter Linux

VSTPlugins unter Linux

Einer der Hauptgründe für Musiker bei Windows oder OSx zu bleiben sind VST-Plugins. Es gibt unter Linux 1-2 gute VSTs aber Linux ist noch immer zu uninteressant für die Softsynth-Hersteller. Linux hat - gerade im Tonstudio - noch immer einen nerdigen Beigeschmack und ist angeblich viel zu kompliziert. Fairerweise muss ich auch als Linuxfan zugeben, dass die ganze Prozedur auch wirklich nicht einfach ist. Unter Windows installierst Du dein VST und dein Musikprogramm kann automatisch damit arbeiten. Bei Linux ist dies längst nicht so einfach. Zumindest nicht das erste Mal. Danach schon. Meistens.

Grundvoraussetzungen: Ich selbst nutze Ubuntu-Studio, daher habe ich bereits einen funktionierenden Jack-Server, einen Realtime-Kernel und auch Wine läuft bereits im Audiobereich sehr performant. Was hier steht, geht mit jedem x-beliebigen X86/64bit-Linux aber umgesetzt habe ich das auf Ubuntu-Studio.

Windows-VST-Plugins setzen Windows voraus. Sie laufen also NICHT unter Linux. Jedenfalls nicht ohne Wine. Installiere dir also in jedem Fall erstmal Wine, falls Du es noch nicht hast. Ich habe die neuste Version von Wine instaliert, indem ich das PPA von Wine noch mit als Paketquelle übernommen habe. Damit Linux vst versteht, braucht es einen Wrapper. DSSI ist quasi ein Linuxstandard für Plugins, der andere ist Ladspa. Die VST-Instrumente werden nun also als DSSI-Plugins genutzt. Dafür braucht man einen Wrapper. In diesem Fall DSSI-VST

Gehe also ins Terminal:

Wine installieren


sudo add-apt-repository ppa:ubuntu-wine/ppa
sudo apt-get update
sudo apt-get install wine1.7

DSSI-VST installieren

Da ich Ubuntu Studio nutze, steht das bei mir im Synaptic drin. Bei Debian kannst Du dir hier die entsprechenden deb-Pakete herunterladen und mit zum Beispiel aptitude oder gdebi installieren.

VST-PATH festlegen

Renoise beispielsweise sucht VST-Plugins sowieso in ~/.vst aber ich fand das doof. Ich habe mir unter home einen Ordner VST erstellt. Du musst deinem Sequencer also mitteilen, wo die Plugins gespeichert sind. In deiner .bashrc kannst du den Pfad hinterlegen.


$ echo VST_PATH=/path/to/my/vst:$VST_PATH >> ~/.bashrc

Damit weiss Renoise und auch die anderen Tools automatisch bescheid, wo die Plugins liegen. Im Normalfall hast Du damit alle Voraussetzungen getroffen und deine Plugins sollten direkt erkannt werden. Ich selbst habe festgestellt, dass ich zwischendurch mal neu starten musste, vielleicht musst Du dies aber nicht tun.

So sieht das aus

Nachteile? Ja, die gibt es. DSSI unterstützt, im Gegensatz zu VST selbst keine Tempo-Wechsel aus dem Sequencer. Wenn dein VSTi also zum Beispiel ein Effekt-Delay hat, dass sich an die BPM vom Sequencer angleicht, hast Du hier ein Problem. Das geht nicht. Und das liegt NICHT an DSSI-VST sondern direkt an der DSSI-Schnittstelle selbst.

Aber: Es läuft, wenn es läuft, ziemlich gut. :)

Falls Du Archlinux nutzt, schaue dir an, wie man VSTPlugins unter Arch benutzt. Mittlerweile nutze ich auch DSSI-VST nicht mehr so wirklich häufig, sondern Airwave bzw. Carla.


Getagged unter: Ubuntu,

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https://www.trancefish.de/blog/show/LinuxMusik/Archlinux+Tonstudio+in+9+Schritten/ Hier auch noch einmal für Archlinuxer.
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