Windows ist scheisse

Aufmerksame Leser wissen, dass ich seit ca. einem halben Jahr Windows komplett den Rücken gekehrt habe. Den Grund habe ich in diversen Foren mal genannt, hier aber noch nicht. Bei meinem Arbeitgeber nutze ich Windows, weil unsere Kunden auch Windows-Benutzer sind und man sonst vielleicht nicht so gut supporten kann.

Mein Screenshot

Zuerst mal der Grund, warum ich mich privat von Windows verabschiedet habe. Dazu benötigt man auch ein wenig historischen Background, denn ich bin kein PC-Neuling. Ich behaupte, dass ich Profi-Benutzer bin. Seit ich 6 Jahre alt war, habe ich immer einen eigenen Computer gehabt. Mein erster Rechner war ein Commodore 16. Da ich auf diesem Ding keine Spiele hatte, lernte ich relativ früh BASIC und habe mit 8 einen kompletten Flugsimulator programmiert. Das Ding war ziemlich cool. Mein zweiter Rechner war anschließend ein C128. Auf diesem Teil habe ich weniger programmiert, denn im C64-Modus konnte man so endlos viele Spiele spielen. Hier kam ich auch mit dem SID-Format in Kontakt und begann Musik zu machen.

Auf dem Amiga crackte ich

1990 hatte ich dann meinen Amiga 500. Das Ding war die Krönung, denn hier gab es Workbench, AmigaBASIC und den Protracker. Hier stürzte ich mich dann ins Musikmachen, insbesondere aber mit OctaMED. Auf dem Amiga crackte ich diverse Spiele und hier sah ich dann auch meine ersten "DEMOS". Diese Demos und Musicdisks haben mich nie wieder los gelassen und ich liebte meine Amiga-Zeit. Warum ich das Ding gegen einen Super Nintendo ausgetauscht habe, kann ich nur auf meine verkorkste Pubertät schieben. Muss ich wohl auch. ;)

1993/1994 kaufte ich mir dann einen 486er DX2/66 mit 4 MB RAM von Vobis. Das Ding kam in einem schmucken Colani-Tower. Ein Röhrenmonitor von Highscreen war auch dabei. Dieser Monitor hielt nicht besonders lange, also wurde es dann ein Monitor von Peacock. Mit diesem Ding stieg ich dann in die Welt von MS-DOS ein, ausgeliefert wurde der Hobel seinerzeit mit OS/2 und da die Raubkopierfreunde das nicht hatten, stieg ich gezwungenermaßen auf MS-DOS um. Ich glaube, es war MS-DOS 5.0, anschließend MS-DOS 6.22. Windows wurde dann als Windows 3.11 installiert und außer für Word habe ich Windows nie gestartet, denn die coolen Spiele wie Doom oder Duke3D oder eben auch Descent liefen im sogenannten Protected Mode, da war Windows aufgeschmissen. (ist es noch immer)

Irgendwann wurde der 486er zu langsam, es wurde dann ein Cyrix 5x86 mit gigantischen 133 MhZ und immerhin schon 32 MB RAM. MS-DOS wurde dort von Windows 95 abgelöst und da man hier aber ja noch per F5 in den DOS-Modus wechseln konnte, lief Windows eigentlich auch hier nur zum Word-Schreiben oder zum Internetsurfen. Auf dem Cyrix installierte ich später auch Windows 98 und Windows 98SE nach. Natürlich ging der PC irgendwann kaputt und ich kaufte relativ teuer einen AMD K6, der dann relativ zügig von einem brandneuen AMDx64 2003 oder sowas abgelöst wurde. Auf diesen Kisten lief Standardmässig dann auch Windows XP. Und nach und nach wurde auch der PC gegen etwas schnelleres ausgetauscht (sorry, das ging ratzfatz. Die alten Dinger stehen auch noch sinnlos hier rum) - irgendwann stieg ich dann auf Windows 7 um - weil XP nicht mehr von der Software unterstützt wurde, die ich gerne nutzte.

Es war Hassliebe

Windows 7 lief lange, lange auf diversen Rechenknechten. Meistens war es die Ultimate Edition und immer war es die 32bit-Edition. Bin da eigen und brauchte auch nie ein 64bit-OS. Hat ja gut funktioniert. Mit Windows verband mich hier eine gewisse Hassliebe. Tatsächlich lief das Betriebssystem relativ zügig, ich hatte nie wirkliche Probleme. Renoise und zig VSTs konnte ich super nutzen und nachdem ich mich schlau gelesen hatte, funktionierte auch meine relativ spezielle Soundkarte richtig gut. Ich konnte spielen, ich entwickelte Webseiten mit Xampp und unter Netbeans. Meine Emails las ich mit Thunderbird und der Browser meines Vertrauens ist seit jeher aus dem Hause Mozilla. Mit Chrome werde ich einfach nicht richtig warm und den Internet-Explorer fand ich schon zu Netscape-Zeiten doof. Irgendwann jedoch bemerkte ich, dass meine Virenprogramme (ich habe verschiedene getestet) mich nur noch nerven. Jeder Mist wurde gescanned, die Performance war einfach nur noch schwach. Ich verließ mich dann auf die Microsoft Security Essentials und verzichtete auf Avira, Avast usw. usw. - Das ging auch ganz gut, bis eines Tages im Jahr 2014 der Rechner plötzlich komische Symbolleisten im Browser hatte...

Irgendwann verhielt sich der Rechner wie eine Diva. Ständig war irgend eine scheisse im Firefox drin. Dann wurde die Registry aufgeblasen ohne ende. Dann beschwerten sich meine Freunde, weil sie komische Emails von mir bekamen und nicht zuletzt fuhr der Rechner manchmal auch gar nicht hoch. Das war der Moment, wo ich mich daran erinnerte, dass es ein Betriebssystem gibt, dass keinen Virenscanner braucht. Ein Betriebssystem, das keine Registrierungsdatenbank hat. Ein Betriebssystem, bei dem man nicht defragmentieren muss und ein Betriebssystem, bei dem ich trotzdem alles machen kann, was ich mit meinem PC heute so tu. Linux. Genau genommen Ubuntu Studio.

Was macht Windows falsch

Das ganze Konzept von Windows ist falsch. Den Sinn einer Registry bzw. den Vorteil einer Registry gegebenüber einer ini oder Config-Datei versteht vermutlich nur Microsoft, ich jedenfalls nicht. Das NTFS ist entscheidend besser als FAT16 oder FAT32 aber warum hier noch immer Defragmentierung was bringen soll, weiß ich auch nicht. Dann dieses DLL-Gefrickel. Wie kann es sein, dass Programme ihre DLL-Dateien im Betriebssystemverzeichnis direkt ablegen dürfen? Dann heißen die DLLs auch noch alle gleich und keiner weiß genau, welche Version dieser DLL dort eigentlich verwendet wird. Das gesamte Sicherheitskonzept ist auch komisch. Bei einem Linux-System darf der User nen scheiss machen, da funktioniert außerhalb des Homeverzeichnis überhaupt nix. Bei Windows gibt es diese Restriktion nicht so richtig. UAC bestätigen, dann läuft wieder alles auf Admin. Dann diese Virenscanner. Und Adblocker. Und Firewalls. Und sonstwas... Wenn der PC die Karosserie ist, ist das OS nicht der Motor? Muss das OS nicht dafür sorgen, dass alles andere sauber arbeitet? Wieso muss man bei Windows CCLeaner oder Tuneup nutzen? Warum bleibt das System nicht schnell?

Natürlich ist nicht alles schlecht an Windows. Das ist aber nicht der Verdienst von Windows selbst. Die Treiber der Hardware-Bastler werden nun mal zuerst für Windows, dann für OSX und dann vielleicht noch für Linux erstellt. Ähnlich verhält es sich mit Software, insbesondere mit Spielesoftware. Erst Win/Mac, dann Linux, wenn überhaupt. Das Installieren von Programmen ist unter Windows auch "anders" gelöst, jedenfalls transparenter als unter Linux. Wenn du eine setup.exe für Windows startest, läuft die Anwendung normalerweise nach der Installation. Für Linux muss fast immer eine Paket-Datei für deine jeweilige Linuxversion vorliegen. Das ist was, was auch von Linus Torvaldts selbst kritisiert wird.

Update: Disclaimerzeugs - Bevor das hier für Verstimmung sorgt. Das mit Windows ist lediglich meine Meinung. Ob Du jetzt Windows nutzen willst und gut findest, ist deine Sache. Ich - für mich jetzt - finde Windows halt daneben.

Kommentare


Ich weiß gar nicht, warum man immer so auf Windooze schimpft! Das Look and Feel ist set W95 (vorher DOS) einheitlich und leicht bedienbar geblieben: CTRL-ALT-DEL geht echt in jeder Version!!!
Windows ist ja nicht so erfolgreich(?!?#), weil es so gut ist. Den meisten Menschen wird es halt einfach verkauft. Wer sich nicht bewegt, merkt auch seine Fesseln nicht.
Ich persönlich denke, daß Windows ein System für DAUs ist. Leider gibt es viele Firmen, die noch immer darauf setzen. Ja, auch hier kann man nur sagen: DAUs. Denn es sind dann oft jene, die den Zuschlag geben, die von der Technik keine Ahnung haben - vor allem selbst meist mit einem Macbook arbeiten.
Microsoft hat halt Angst, den Kunden vor den Kopf zu stoßen und mal alles Geraffel in den Schredder zu tun, um neu anzusetzen.
Aber das finde ich in gewisser Weise gut so, denn das regelt irgendwann der Markt. Mit Windows kann man einfach nicht wirklich produktiv arbeiten. Wer meint, daß es geht, der kennt die alternativen nicht wirklich.
Der Beitrag trifft den Nagel auf den Kopf. Aber was will man machen: solange es Sklaven gibt, gibt es auch Sklaventreiber. Wenn keiner mehr diese Pein mitmacht, war es das für den Sklaventreiber.
Geschrieben von Marcel Schindler am 29.04.2015
Ubuntu,
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