Was macht ein Blogger

„Was macht eigentlich ein Blogger?“ und „wie blogge ich erfolgreich“. Wenn du dir diese Fragen stellst, musst du diesen ziemlich lang ausgefallenen Artikel gar nicht erst lesen. Ich werde in diesem Posting unendlich weit abschweifen und nicht mit einem einzigen Wort oder Absatz ganz klar definieren, was ein erfolgreicher Blogger ist oder wie man zu einem erfolgreichen Blogger wird.

Andererseits bist du gerade aufgrund dieser Fragestellungen auf meiner Seite gelandet oder aber du hast einen Link bei Facebook oder Twitter angeklickt. Auf jeden Fall scheint dich dieses Thema zu interessieren, sonst wärst du nicht hier.

Du bist auf dem Holzweg

Ein wenig schade ist es ja schon, weil du hier keine klare Ansage kriegen wirst, wie du jetzt der geilste und vielleicht sogar reichste Blogger der Welt wird. Denn ich will ehrlich mit dir sein: Wenn du ausschließlich bloggen möchtest, um erfolgreich zu sein und sogar davon leben willst, bist du weit weg von dem, was erfolgreiches Blogging ausmacht. Man setzt sich nicht einfach hin und schreibt einen Blog und wird damit auf einmal reich. Du kannst die geilsten Blogeinträge der Welt schreiben, weil du „richtiges Schreiben“ gelernt hast oder weil du aus dem Stand SEO-optimiert denkst, deine Leser merken ziemlich schnell, ob du die Texte für sie schreibst oder ob du sie nur als Geldgeber benötigst.

Verstehe mich nicht falsch: Man kann durchaus mit dem Blog Geld verdienen. Das geht. Aber es ist nicht so, dass man das Blog macht, weil man reich werden will. Das Blog wird von dir mit Leben gefüllt, du entwickelst einen gewissen Stil. Dein Stil wird dem einen oder anderen Leser schnell gefallen und diese Leser kommen immer wieder. Die Leser werden deine Blogposts aufgreifen und ihrerseits in soziale Netzwerke stellen und anschließend werden eventuell potenzielle Geldgeber auf dich aufmerksam.

Dieser Prozess kann relativ schnell gehen, es kann sich allerdings auch ewig lange hinziehen. Manche Leute haben niemals ein erfolgreiches Blog. Das liegt aber nicht daran, dass das Blog zum Scheitern verurteilt ist. Es liegt daran, dass viele Leute zu schnell aufgeben. Du bist sicher schon häufig über Blogs gestolpert, die ein paar gute Beiträge hatten. Doch dann gehst du auf die Startseite des Blogs und wunderst dich, dass der letzte Eintrag von 2013 stammt.

Resignation

Ein Hauptproblem aller Autoren ist, sehr schnell Resignation zu zeigen. Du schreibst Texte, einige von denen sind richtig gut, andere Texte sind richtig schlecht. Du erkennst deine schlechten Wortergüsse auch selbst doch leider sind genau diese Scheißtexte diejenigen, die kommentiert werden. Hier besteht die Gefahr, dass du glaubst, nur noch so schreiben zu müssen. Nichts ist frustrierender, als zu bemerken, dass der Textstil daneben war, aber du offensichtlich damit Leser kriegst. Einen miesen Ausreißer aus Versehen zu schreiben, ist einfacher, als wenn man mit Absicht nur noch Mist schreibt.

Ein anderes Problem hast du, wenn dein Text auf einmal extrem genial ist. Der Text ist so gut, dass große Socialmedia-Kanäle das Ding aufgreifen und der Text „viral geht“. Mir ist das mal mit einem Text über Flüchtlinge passiert. An einem einzigen Tag hatte meine Website 200.000 Besucher, der normale Schnitt ist eher so bei 100. Du kannst ganz schnell dazu neigen, dich dann auf dieses Thema zu spezialisieren, obwohl mit dem einen Text eigentlich schon alles gesagt wurde. Das ist mir passiert. Aus einem alles-mögliche-Blog mit Schwerpunkt auf Linux wurde urplötzlich ein Blog über Flüchtlinge und deutsche Parteien.

Dir ist klar, dass du dieses Niveau gar nicht halten kannst. Irgendwann willst du es auch gar nicht mehr halten. Im schlimmsten Fall lässt du dieses Ding mit dem Blog komplett sein. Das geht vielen Bloggern so.

Spezialisierung

Doch man kann durchaus wirklich auch über einen sehr langen Zeitraum erfolgreich bloggen. Zumindest wird man über einen gewissen Zeitraum erfolgreich werden. Du brauchst nur entweder einen sehr langen Atem oder aber ein Thema, mit dem Du selbst gut leben kannst und was eine große Leserbasis anzieht.

Ich selbst bin bei solchen Themen immer schnell raus: Linux auf dem Desktop ist ziemlich speziell und die Leute, die das ernsthaft durchziehen, sind normalerweise schon linuxaffin, die brauchen mein Blog normalerweise nicht. Als ich noch Deejaying und Musikproduktion als Hauptthemen hatte, waren auch mehr Leser da. Gerade als die DJ-Software-Geschichte immer größer wurde und man eben nicht mehr mehrere tausend Euro für Equipment ausgeben musste, kamen meine Besucher. Plötzlich wollte jeder Mixxx lernen oder wissen, wie man mit einem PC, ein paar VST-Plugins und ein paar Samples den nächsten Superknaller produziert.

Es gibt bekannte Blogs, die sich auf Technik spezialisiert haben. Einige dieser Blogs sind in den letzten Jahren zu mega Magazinen angewachsen und auch wenn ich den Begriff „Influencer“ überhaupt nicht leiden kann, hat sich bei diesen Blogs ergeben, dass Technikhersteller gar nicht mehr ohne positives Feedback dieser Blogs ihre Werbekampagnen fahren können. Das gleiche gilt für ein paar Filmblogs: Wenn ein Film heute auf bestimmten US-Blogs nicht mehr besprochen wird, lohnt es sich kaum noch, die Presse für eine Sneak einzuladen.

Fazit

Fakt ist: Wenn du ein oder mehrere Themen hast, über die du in regelmäßigen(!) Abständen etwas schreiben kannst, nur zu. Dein Blog wird sich mit diesen Themen füllen und du wirst selbst erstaunt darüber sein, was für Leute dein Blog auf einmal anzieht. Ich lese immer, dass man sich auf bestimmte Themen konzentrieren sollte. Ich bin der Meinung, wenn du lange genug ein Blog hast, kriegst du automatisch ein Blog, das sich auf ein paar Kernkompetenzen ausruhen kann.

Lesezeit: 05:53 Minuten
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Kommentare


Danke für die Tipps.Da mein Blog gerade erst begonnen hat, verschlinge ich Texte wie diese wörtlich.

Sehr gerne. Da kommt auch noch viel mehr :)

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