Wie verdiene ich Geld mit meinem Blog

Jeder Blogger stellt sich irgendwann diese beiden Fragen: „Mache ich weiter mit dem Blog?“ und „Wie kann ich mit meinem Blog ganz viel Geld verdienen?“

Man steht als Autor dann vor der Entscheidung, das Blog zu schließen oder sich zu spezialisieren, um Geld zu verdienen. Ich selbst stand und stehe auch sehr häufig vor der Frage, wie ich mein Blog monetarisieren kann. Ich habe noch keine Idee, doch ich bin schon einen ganzen Schritt weiter. Es ist mir mittlerweile nämlich nicht mehr wichtig, mit dem Blog Geld zu verdienen. Ich habe auf diesen Seiten schon diverse Themen ausprobiert. Ich habe eine Weile ausschließlich über Deejaying geblogged. Ich habe über meinen Hund viele Beiträge geschrieben. Ich habe Gadgets getestet und ich habe viel über Filme geschrieben.

Tatsächlich konnte ich mit bestimmten Themen die Aufmerksamkeit von Marketing-Agenturen auf mich lenken. In der Zeit, als ich mit intensiv mit Lowcarb-Ernährung und Fitness beschäftigt habe, gingen meine Besucherzahlen messbar nach oben. Sobald ich Artikel über Twitter und Facebook geteilt hatte, kamen Hersteller von Nahrungsergänzungsmitteln und Fitnesstrainer auf mich zu und boten mir an, deren Produkte zu testen oder über deren Trainingsplan zu schreiben. Offensichtlich zieht das Thema „Fitness“ besser als zum Beispiel „Musikproduktion unter Linux“.  Ich schrieb über verschiedene Superfoods, über Eiweißproteine, über Chia-Samen und über Bauchmuskeltrainings und mein Emailpostfach explodierte, parallel dazu fand ich in meinem Briefkasten Produktproben.

Das gleiche passierte, als ich eine Zeit lang über Smartphones bloggte. Plötzlich wollten Smartphonehersteller Kooperationen mit mir eingehen. Denn in Deutschland interessieren sich die Menschen für ihren Körper. Smartphones bündeln mit Runtastic und Instagram die Lust am Sport und die Lust, seine Fortschritte zu präsentieren.

Ich weiß also aus eigener Erfahrung, wie ich tatsächlich mit dieser Seite Geld verdienen könnte. Ich müsste mich spezialisieren und über Themen schreiben, die massentauglich sind. Ich könnte mich hinsetzen und zum Beispiel über Männermode schreiben. Das Thema interessiert Männer, daher gibt es Blogs wie Fashionboxx.de oder Zeitgeschmack.com. Diese Dinger laufen ziemlich gut, haben mit einem Blog, wie ich selbst es verstehen würde, allerdings nicht mehr so richtig viel zu tun.

Mut zur Pause

Oben habe ich gefragt: „Mache ich weiter mit dem Blog?“, und ich sage dir, dass du das auf jeden Fall tun solltest. Diese ganzen Typen, die dir immer wieder erzählen, dass ein Blog nur dann erfolgreich ist, wenn es immer eifrig mit Content gefüllt wird, quatschen alle nur voneinander ab. Suchmaschinen kommen nicht vorbei, weil sich deine Seite häufig verändert. Suchmaschinen lieben Inhalte. Wenn du einen Artikel schreibst, den andere Leute als Referenz für ein Thema immer wieder verlinken, dann ist der Artikel ein guter Artikel und es ist scheissegal, ob du täglich Content generierst. Wenn du eine kreative Pause benötigst, wenn dir einfach nichts gutes einfällt, dann schreibe halt mal nichts.

Treue

Bleibe dir selbst treu. Du hast in der Vergangenheit beschlossen, ein Blog zu starten, weil es ein oder mehrere Themen gab, über die du unbedingt schreiben wolltest. Diese Themen waren dir wichtig. Daher bringt es nichts, wenn du deine Prinzipien über Bord wirfst, nur weil du mit dem Blog Geld verdienen möchtest. Das bringt überhaupt nicht. Auch diese Erfahrung habe ich gemacht. Als diese Seiten einen Relaunch verpasst bekamen, habe ich 99 % aller alten Postings gelöscht. Das war, rückwirkend betrachtet, ein großer Fehler. Die Seite ist in den Google-Suchergebnissen in die absolute Bedeutungslosigkeit verschwunden.

Meine Leser waren allesamt schockiert. Wo waren die Filmbesprechungen hin? Wo waren die Postings darüber hin, wie scheisse ich mein Single-Dasein damals fand? Wo waren die Einblicke hin, als ich über meine Vaterschaft und meine Ehe geschrieben habe? Das alles war weg. Und zwar so richtig weg. Damals konnte die Wayback-Machine meine Seiten nicht wirklich gut spidern, die meisten der Texte sind unwiederbringlich verloren.

Wie verdiene ich denn nun Geld?

Mit dem Blog Geld verdienen setzt voraus, dass du eine treue Leserschaft hast. Du bekommst Leser, wenn deine Artikel verlinkt werden, wenn du zitiert wirst, wenn deine Leser immer wieder kommen, weil du geile Themen hast. Aufgrund der Besucherzahlen ergibt sich der Wert für gesponserte Posts. Du kannst davon ausgehen, dass die Anzahl der Visits relevant ist. Kein Unternehmen zahlt dir Geld dafür, dass 100 Leute im Monat den Text lesen. Unter 5000 Besucher im Monat ist dein Blog nicht interessant. Eine einfache Faustformel ist:

Benutzer im Monat / 100 = Summe in Euro
65535 User / 100 = 655,35 €

An solche Zahlen muss man aber erst mal rankommen. Ich selbst könnte bei dieser Rechnung ungefähr 7 Euro für einen gesponserten Post verlangen. Allerdings halte ich diese Faustformelrechnung für utopisch.

Seriöse Mails und wie man verhandelt

Ich kriege pro Tag mindestens eine Mail eines Dienstleisters, in der drin steht, wie toll mein Blog doch ist und dass es irgendwo einen Partner gibt, der so gerne einen Sponsored Post bei mir verbastelt haben möchte. Eine Angebot finanzieller Natur steht übrigens nie in den Mails drin. Ich bin aber gut erzogen worden und frage nach, ob die Leute meinen Blog überhaupt gelesen haben. Tatsächlich sind 80 % der Leute, die solche Mails schreiben schon wieder raus. Doch bei 20 % kommen tatsächlich Antworten und es wird dann auch mit ehrlichem Interesse gefragt, für wie viel Geld man denn einen Artikel platzieren dürfte.

Jetzt musst du als Blogger echt aufpassen. Ich halte alles unter 100 € für nicht seriös. Es entsteht immer mindestens eine Stunde Arbeit, die Hostingkosten kriegst du auch nicht geschenkt und nicht zuletzt musst du bei einem Sponsored Post darauf achten, dass du eventuell deine Leser verschrecken könntest. Du solltest allerdings nicht direkt sagen: „Für einhundert Ocken dürft ihr einen Beitrag bei mir haben“, sondern du solltest ganz klar bei 200 Euro anfangen und dann verhandeln.

Es wird die Frage kommen, ob der Post zwangsläufig als Werbung gekennzeichnet sein muss (ja, muss er!) und ob die Links bitte nicht mit Nofollow-Attribut verpackt werden könnten (Verhandlungsbasis).  Du als Betreiber musst nun wissen, dass der Text an sich völlig egal ist. Es geht hier um klassisches Linkbuilding. Die Backlings sind wichtig, denn so denkt Tante Google, dass die verlinkten Seiten total wichtig sind. Der Text stammt aus der Konserve und wird in diversen anderen Blogs wiederverwendet, wobei tunlichst darauf geachtet wird, dass kein „Duplicate Content“ entsteht.

Lasse dich auf keinen Fall darauf ein, einen Artikel nicht als Werbung zu kennzeichnen. Es gibt tatsächlich eher die Situation, dass das Finanzamt gar nichts merkt und sogar ein Auge zudrückt.  Andere Blogger oder gar Konkurrenzfirmen des Auftraggebers sind aber geil drauf, wegen „unlauterem Wettbewerb“ gegen den Webseitenbesitzer zu klagen. Du bist immer für den Inhalt deiner Seiten verantwortlich! Also kriegst du auch einen auf die Fresse, wenn jemand anders der Content nicht passt. Oder wenn der andere halt genau weiß, dass du Geld dafür gekriegt hast.

Also: Handel wirklich, wie auf einem orientalischen Bazar. Du brauchst den Content nicht, aber die Klienten brauchen die Backlinks. Du musst aber drauf achten, dass dein Blog nicht sein Gesicht verliert. Wenn plötzlich der Sponsored Content überwiegt, hauen dir die User ab. Ich kenne Blogs, die maximal einmal alle drei Monate einen Werbepost veröffentlichen und selbst da explodieren jedes Mal die Kommentarspalten.

Fazit

Geld verdienen geht, aber du brauchst viele Besucher. Wie du viele Besucher bekommst, wird demnächst veröffentlicht.

Lesezeit: 07:48 Minuten
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Kommentare


Wunderbarer Artikel, der mir aus dem Herzen spricht und noch dazu hilfreiche Tipps gibt. Davon, Geld mit meinem Blog verdienen zu können, bin ich noch Lichtjahre entfernt, aber immerhin bleibe ich mir schonmal selber treu und investiere viel Zeit in hochwertigen Content. Und falls dann doch mal ein Besucherzahlen-Hype einsetzt, weiß ich ja jetzt, worauf ich beim Geld-Verdienen achten muss. Vielen Dank dafür und viele Grüße
Britta
https://www.wortopolis.de

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