Daily Pirate - meine Liebe zu Monkey Island

Seit ein paar Tagen gebe ich auf Twitter immer meinen #DailyPirate ab. Dabei handelt es sich meistens um ein GIF aus dem Spiel „The Secret of Monkey Island“, oft aber auch um Fan-Art zu dem Spiel. Ich schreibe nun, warum ich ausgerechnet dieses Spiel jeden Tag mindestens ein einziges Mal erwähnen muss.

Tief in der Karibik - was ist Point and Click

The Secret of Monkey Island ist ein Point-and-Click-Adventure. Diese Art von Spiel funktioniert so, dass man die Figur auf dem Bildschirm mit der Maus steuert. Man klickt auf ein Verb, beispielsweise „gehe“, und dann auf einen Bereich des Bildschirms, eine Tür. Es ergigbt sich dann der Satz „gehe Tür“. Man kann auch Sachen aus dem Inventar benutzen und mit Gegenständen vom Bildschirm kombinieren. So gibt es den Satz: „Benutze Gummihuhn mit Haken an Drahtseil“ und die Figur auf dem Bildschirm führt diese Aktion durch.

Man kann sich in solchen Spielen auch mit anderen Figuren unterhalten, dafür hat man mehrere Frage- und Antwortmöglichkeiten. Diese Gespräche können ziemlich lange gehen, am Ende kann man nur noch die Option: „ich sehe mich nur kurz mal um, danke“ wählen. Aufgrund der Gespräche ergeben sich eventuell neue Möglichkeiten, die Handlung voranzutreiben. Im Fall von Monkey Island muss man auf bestimmte Sätze mit anderen Sätzen antworten.

Die Insel Melée-Island™ - Was ist Monkey Island

Wir spielen Guybrush Threepwood. Das ist ein Typ, der auf der Insel Melée™ einen blinden Wächter(!) anspricht, weil er Pirat werden möchte. Der Blinde sagt zu ihm, dass er sich mit 3 schrecklich wichtigen Piraten unterhalten soll. Diese schrecklich wichtigen Piraten sind übelriechende groggurgelnde Schweine und sind nicht mal beleidigt, als Guybrush sie so nennt. Um ein Pirat zu werden, muss Guybrush die drei Prüfungen bestehen: eine Schatzsuche, er muss etwas stehlen und er muss die Schwertmeisterin besiegen. Das einfachste scheint eine Schatzsuche zu sein, wir gehen also in den Ort und werden auch prompt von einem Schatzkartenverkäufer angesprochen. Wenn wir nun 100 Goldstücke hätten, könnten wir die Karte kaufen. Wir müssen also eine Möglichkeit finden, 100 Goldstücke zu verdienen.

Aus den 3 einfachen Aufgaben ergibt sich also eine viel komplexere Handlung. Wir werden im Verlauf dieser Handlung zum Zirkusartisten, wir hören uns das gruselige Gerede einer verrückten Voodoolady an und später müssen wir eine Piratencrew zusammenstellen, was aber nur funktioniert, wenn wir uns mit einem Gummihuhn über eine Schlucht schwingen. Nebenbei lernen wir noch, dass das Fechten nichts mit guter Technik, sondern viel mehr mit den passenden Beleidigungen zur richtigen Zeit zu tun hat.

„Du kämpfst wie ein dummer Bauer!“

„wie passend, DU kämpfst wie eine Kuh!“

Unsere Mission, ein professioneller Pirat zu werden, überschneidet sich leider mit den Plänen des bösen Geisterpiraten LeChuck. Dieser verfluchte Seefahrer versucht uns mehrfach, umzubringen. Außerdem haben wir uns gerade erst in die Gouverneurin der Insel, Elaine Marley, verliebt. LeChuck empfindet Besitzansprüche an Elaine und entführt sie. Wir müssen nun also auf die verfluchte Insel Monkey Island™, um Elaine zu befreien und LeChuck loszuwerden.

Der dreiköpfige Affe - Monkey Island Hintergründe

Erdacht wurde Monkey Island vom Spieledesigner Ron Gilbert. Entgegen der landläufigen Meinung, dass Disney-Land's „Piraten der Karibik“ für die Serie Pate stand, war viel mehr der Roman „in fremden Gezeiten“ von Tim Powers die Vorlage [1]. Auch hier wird die Freundin des Protagonisten Jack Shandy entführt und mit viel Voodoo-Zauber und Magie wird gekämpft. Tatsächlich wurde dieses Buch erst später im vierten Teil von „Fluch der Karibik“ in die Handlung eingewoben. Der Name Guybrush Threepwood ergab sich, weil zuerst die Figur gemalt wurde und erstmal Guybrush.bbm hieß. BBM ist das Standardformat für das Pixelmalprogramm Deluxe Paint vom Amiga. Da der Name schön dämlich klang, wurde noch Threepwood (basierend auf den Romanen der Threepwood-Family von P.G. Wodehouse) mit dran gehängt.

Der visuelle Stil des Spiels ist allerdings doch an die Disney-Attraktion angelehnt. Wir sehen idealisierte Versionen von Piraten, mit Augenklappen, vernarbten Gesichtern und Hochwasserhosen. Alles spielt in einer fiktiven Karibik-Inselgruppe und wir sehen windschiefe Strandhäuser und opulente Handelsstädte. Eine Stadt in Deutschland war übrigens das Vorbild für Melée Island. Rothenburg ob der Tauber.

Screenshot Rothenburg Website Monkey Island

Schraubenschlüssel und Affen - die Übersetzung

Monkey Island wurde von Boris Schneider übersetzt. Ich finde die Übersetzung gelungen, auch wenn „dairy farmer“ zum „dummen Bauern“ anstatt zum Milchbauern wurde. Man muss allerdings auch zugeben, dass viele Witze in Monkey Island brutale Wortwitze waren, die wirklich schwer zu transportieren sind. Es gab in Monkey Island II ein Rätsel mit einem Affen, den man an eine Schraube hängen muss. Das Rätsel war für nicht-englisch-sprechende Menschen fast nicht lösbar, denn wer von uns weiß schon, dass Monkey Wrench auf deutsch Schraubenschlüssel bedeutet. Es gibt viele Leute, die die Übersetzung der Spiele kritisieren. Auf der Visitenkarte von Gebrauchtboothändler Stand steht im englischen „I won't shup up until we have a deal“, was durchaus Sinn macht. Stan hält nämlich nie die Klappe. In der deutschen Übersetzung wurde daraus: „ich würde alles tun, um mit Ihnen ins Geschäft zu kommen“. Der Witz geht dadurch verloren.

Fortsetzungen

Mittlerweile gibt es fünf Fortsetzungen zu diesem Ausnahmespiel. Allerdings sind Monkey Island 1, Monkey Island 2 und Monkey Island 3 zu empfehlen. Nach Monkey 2 war Ron Gilbert schon gar nicht mehr an Bord, daher hat sich der Humor im 3. Teil ein wenig verändert. Monkey 4 wurde mit der GrimE-Engine umgesetzt und hatte das erste mal 3D-Grafik. Leider war diese Grafik nicht wirklich gut und die Story vergleichsweise schwach. Monkey Island 3 hatte zwar einen stark vercomichaften Guybrush, dennoch war die Geschichte relativ stark und mit dem sprechenden Totenkopf Murray gab es einen wunderbaren Sidekick.

Fazit

Ich hoffe, das Lesen des Artikels hat dich neugierig gemacht. Das Problem ist, dass ich den Spaß, den dieses Spiel macht, nicht wirklich beschreiben kann. Die Rätsel sind meistens logisch, die Figuren sind wirklich komisch und die Zitate sind richtig geil.

Lesezeit: 06:16 Minuten
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Kommentare


Ich habe die ersten drei Teile gespielt, dabei gerade den zweiten Aufgrund der Stimmung mehrmals, und kann nur sagen: Einfach genial!
Ich bin gerade ein wenig schockiert, dass einige wirklich dachten, dass Monkey Island von Fluch der Karibik inspiriert sein könnte, denn Monkey Island kam doch wesentlich früher raus.
Hach ja, die guten alten Lucasfilm-Spiele, aber gibt ja jetzt zum Glück mit Thimbleweed Park und Trüberbrook gute Nachfolger.

@Shadowelf.
Gemeint ist bei „Fluch der Karibik“ das Fahrgeschäft in den Disney-Parks. Das war tatsächlich vor den Filmen da.

Lg
Marcel

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