Wie kann man gluecklich sein

Wie kann man gluecklich sein
Man will nicht nur glücklich sein, sondern glücklicher als die anderen. Und das ist deshalb so schwer, weil wir die anderen für glücklicher halten, als sie sind. Charles-Louis de Montesquieu

Charles de Secondat, Baron de Montesquieu war nicht nur ein toller Zitatelieferant, er war auch ein Genie, das politische Zusammenhänge simpel erklären konnte. Aber um sein Werk bezüglich Gesetze und Legislative, Judikative und Exekutive geht es hier gar nicht. Ich fand das Zitat zum Thema Glück sehr gut.

Was ist Glück?

Glück ist ein sich positiv auswirkender Zufall.

Also forschen wir mal, was ein Zufall ist: Ein Zufall ist es, wenn etwas passiert, was keiner bewusst beabsichtigt hat. Aber gibt es den Zufall? Arbeitet man nicht auf etwas hin, damit es irgendwie eintritt? Sorgen wir nicht dafür, dass wir uns zufällig irgendwo einmal treffen? Wenn wir jemanden interessant finden, berühren wir dessen Hand nicht zufällig? Ich denke, dass es keinen Zufall gibt. Ich bin der Meinung, dass wir - bewusst oder unbewusst - bestimmte Sachen erzwingen und / oder unser Verhalten verändern, damit bestimmte Dinge passieren müssen. Die oben genannte zufällige Berührung der Hand ist niemals zufällig. Da steckt immer eine Intention dahinter. Das Glück in diesem Fall wäre, wenn die Hand der anderen Person nicht zurück zuckt, sondern man die Hand halten darf. Dieses Gefühl wird dann als Glücksgefühl gewertet.

Aber Glück ist noch viel mehr: Als ich meine Kinder nach der Geburt im Arm hielt, erfasste mich eine Woge der Zufriedenheit. Ich war stolz, entspannt, voller Liebe, aufgewühlt, überrascht, zuversichtlich und so glücklich(!) wie nie zuvor. Dort hatte ich ein Lebewesen im Arm, das nur lebt, weil ich und meine Frau leben und lieben. Wenn Glück ein positiv auswirkender Zufall ist, dann sind wir zufällig schwanger geworden? Hier passt die eigentliche Definition von Glück nicht mehr. Natürlich war das Absicht. Ist klar. Und wenn ich nicht an den Zufall glaube, kann ich nicht glücklich sein? Offensichtlich doch, denn ich bin ein stolzer Vater.

Kein Zufall, kein Glück? Der Weg zu dem, was man ist

Ich glaube also nicht an den Zufall. Also bin ich nicht glücklich? Doch! Und zwar so richtig. Denn ich habe für mich etwas gelernt: Ich kann positive Dinge genießen. Ich freue mich an dem, was ich habe. Ich bin durchaus auch mal wirklich genervt, kurz vorm Nervenzusammenbruch und manchmal auch ziemlich aggro aber dann passiert irgendwas cooles und ich denk mir: Scheiße, wenn ich jetzt nicht ich wäre, wäre mir das vielleicht total egal. Das jetzt und hier ist wichtig. Ich bin hier und die Person geworden, die ich bin, weil ich das genau so wollte! Ich hätte damals in der Schule mehr aufpassen können. Ich hätte damals mit Blabla rumvögeln sollen. Ich hätte das und jenes tun können. Habe ich aber nicht getan und aufgrund dieser Entscheidungen bin ich jetzt und hier genau das, was ich jetzt bin.

Angenommen, ich wäre ein besserer Schüler gewesen: Ich hätte niemals meinen qualifizierten Realschulabschluss auf der Höheren Handelsschule gemacht. Dort habe ich fantastische Menschen kennen gelernt. Die würde ich alle gar nicht kennen! Oder ich hätte mit BlaBla rumgemacht. Dann wäre ich vielleicht mit der verheiratet und vielleicht schon längst wieder geschieden, weil wir uns nichts zu sagen hätten. Denn schlau fand ich Blabla damals schon nicht. Und bevor jemand fragt: BlaBla ist ein rein fiktives Beispiel! Oder wenn ich mich wesentlich mehr in meine Musikkarriere reingekniet hätte, wo wäre ich dann? Reich? Sicher nicht, denn ich mach "Dance". Berühmt? Ja, vermutlich schon. Glücklich? Never ever, denn ich hasse es auflegen zu müssen. Ich mache das gern mal aus Spaß aber würde niemals als DJ mit Zwang arbeiten wollen. Bei der Bundeswehr damals wollten die mich unbedingt behalten: Abitur, keine sportlichen Einschränkungen, keine Plomben, 100% Sehstärke, IT-Beruf. Ich wäre prädestiniert als Pilot gewesen. Hätte Kohle ohne Ende gemacht. Wäre herum geflogen, hätte die Welt gesehen. Wäre im Kriegseinsatz gewesen, hätte Leute erschießen müssen. Vielleicht. Vielleicht auch nicht. Ich habe mich damals während meines Grundwehrdienst anders entschieden. Wollte eigentlich gar nichts machen, wurde dann zwangsweise Zivildienstleistender in Hamburg. In Hamburg lernte ich, wie man absolut standesgemäß feiert und säuft. Und wie geil Hamburg ist. Das wäre mir als Pilot komplett entgangen.

Ich möchte darauf hinaus: Ich bin, wer ich bin, weil ich mich dazu entschieden habe, so zu sein. Wissentlich. Ich lebe mit diesen Konsequenzen und habe dies für mich akzeptiert. Das macht mich persönlich glücklich und froh.

Kann man mit Krebs glücklich sein?

Natürlich bin ich in der Luxus-Situation, pervers gesund zu sein. Mein Blutdruck ist perfekt, ich habe keinerlei Gebrechen und mit meinen 39 Jahren ist mein einziges Problem, dass ich graue Haare bekomme. Andere Leute sind nicht in dieser Situation. Diese Menschen haben Leukämie, sind aufgrund eines Unfalls querschnittsgelähmt, sind Dialysepatienten oder haben bei einem Unfall die gesamte Familie verloren. Sind diese Menschen jetzt automatisch unglücklich? Tatsächlich habe ich viele Rollstuhlfahrer getroffen, die es natürlich doof finden, im Rollstuhl zu sitzen oder Krebspatienten, die eine Chemo nach der anderen haben und nicht wegen des Krebses leiden sondern wegen den Nebenwirkungen der Chemo oder auch Waisenkinder.

Ernsthafte Frage: Sind die alle jetzt totunglücklich? Also wirklich alle? Ist jeder, der Krebs hat, automatisch ein Wrack? Ist jeder Querschnitter vom Leben ausgeschlossen? Kann ein Mensch mit Dialysemaschine nicht seine Kinder aufwachsen sehen?

Machen wir uns nichts vor: Egal ob behindert, erkrankt, gesund oder sonstwie - jeder ist in der Lage Glück zu spüren. Es gehört definitiv eine innere Stärke dazu, sich an die fröhlichen Momente des Lebens zu klammern und sich diese Momente immer wieder ins Gewissen zu rufen aber ich bin der festen Überzeugung, dass jeder für sich selbst das Glück finden kann. Denn man lebt dieses Leben und man hat auch nur dieses eine Leben, also sollte man sich auf den Arsch setzen und verdammt noch mal das beste daraus machen.

Man soll das Leben nicht so ernst nehmen, denn lebend kommt man da nicht raus. Van Wilder - Party Animals

Wie findet man das Glück?

Wie findet man eine Million Euro? Wie findet man die Liebe seines Lebens? Wie kriegt man die eigenen Kinder dazu, zu hören? Wie wird man fitter? All diese Fragen stellen sich meistens Leute, mit wenig Glück oder mit falsch verstandenem Glück. Guckt euch die Glücklichen doch mal an? Oder die Reichen? Bill Gates hatte, als Bedarf da war, ein Betriebssystem für IBM-PCs. Mark Zuckerberg hatte, als Bedarf da war, eine Community-Website. Irgendwelche unbekannten Typen sind mit Topmodels zusammen, weil sie den Mumm hatten, diese Models anzusprechen. Sportler treiben Sport.

Erkennst Du hier ein Schema? Nein? Dann ist dir leider an dieser Stelle nicht mehr zu helfen. Für diejenigen, die hier ein Schema erkennen: Ja - um Glück zu kriegen, muss man dafür arbeiten. Mal mehr, mal weniger aber immer mit dem Ziel vor Augen, etwas großartiges zu leisten. Du willst abnehmen? Setze dir ein realistisches Ziel. Von 95 kg auf 80 kg ist durchaus realistisch. Besser wäre natürlich auf 70 kg, bei 180 cm Körpergröße. Realistisch sind aber die 15 kg, die es zu knacken gilt. Der Rest ist Kür.

Du willst beruflich erfolgreich sein? Ja, dann knie dich in deinen Job rein. Genieße deinen Job! Du verbringst statistisch gesehen mehr Zeit im Office oder auf dem Bau als zuhause. Also musst Du diese Zeit so angenehm wie möglich gestalten. Bekämpfe Stress durch Organisation. Sichere dich ab, mache Fehler, mache Vorgesetzte durchaus auf Fehler anderer aufmerksam. Du sollst nicht denunzieren, aber wenn ein Fehler eines anderen deine Arbeit gefährdet, musst DU das nicht ausbaden. Bei all diesen Vorschlägen vergewissere dich dennoch einer einfachen Wahrheit: Es ist nur ein Job!

Du willst die ewige Liebe finden? Vergiss es. Du weißt vorher nicht, ob die Liebe ewig hält. Wenn Du und deine Partnerin dasselbe Ziel verfolgen und ihr gemeinsam gute und richtig miese Zeiten durchleben könnt, dann habt ihr eine gute Basis. Selbst gestandene Liebesromantikerinnen wie Rosamunde Pilcher sagen, dass sie mehr Zeit mit Bügeln als mit Lieben verbracht haben. (SpOn) und ja: Das ist so! Der Alltag einer Beziehung muss de Alltag überstehen. Viele Beziehungen gehen in die Brüche, weil der Alltag nun mal das ist, was er ist: alltäglich und im schlimmsten Fall nicht besonders aufregend. Heiße, leidenschaftliche Sexspielchen am Nachmittag funktionieren vielleicht am Anfang einer Beziehung aber spätestens dann, wenn die Kinder unangemeldet im Wohnzimmer auftauchen könnten, ist es damit vorbei ;)

Das Fazit

Ich schreibe mir hier einen Wolf, dabei ist die Lösung auf ein dämliches, altes Sprichwort zurück zu führen. Das Sprichwort lautet: "Jeder ist seines Glückes Schmied". Das heißt: Das Glück findet man nicht, das Glück muss man sich erarbeiten und dann bewahren. Also! Reinhauen und glücklich werden!


Getagged unter: lifestyle,
Leider hat hier noch keiner seinen Senf zum Thema abgegeben. Sei du doch der erste. Oder die erste. Oder das letzte.
Unterstütze mich:

Willst Du meine Arbeit unterstützen? Sehr schön. Dann rufe doch die folgende Seite auf:
Support Trancefish!

Mixcloud:
Anzeige:
Ähnliche Posts:
login