Finde die richtige Linuxdistribution mit dem Distrochooser

Finde die richtige Linuxdistribution mit dem Distrochooser

Es gibt das Windows oder das MacOS. Computerbesitzer haben bei kommerziellen Betriebssystemen nicht wirklich eine große Auswahl. Du installierst dir ein Windows und wenn es nicht gerade Windows 10 ist, wird dein Windows dir immer wieder sagen, dass du doch bitte Windows 10 installieren sollst. Bei den Apple-Jüngern läuft das ganz ähnlich. Sobald dein verwendetes MacOS veraltet ist, wird dir ein neues Mac-Betriebssystem vorgeschlagen und diese Version von dem Betriebssystem ist dann das Betriebssystem für deinen Rechner. Bei Linux sieht das anders aus, dort musst du erst einmal herausfinden, welches Linux am besten zu dir passt.

„Linux“ ist ein Kernel, auf dessen Grundlage verschiedene Softwarehersteller ein Betriebssystem aufsetzen, Softwarepakete zusammenstellen und eine bestimmte Optik (Corporate Identity) zurecht stellen. Dabei gibt es große sogenannte Distributionen mit finanzstarken Firmen im Hintergrund, wie z.B. Redhat und Canonical und es gibt auch Linuxdistributionen, die wortwörtlich von privaten Einzelpersonen gepflegt werden.

Die richtige Linuxdistribution für sich selbst zu finden, kann ein aufwändiger Akt sein. Es gibt diverse Distributionen, die den Ruf haben, einfach zugänglich und installierbar zu sein und es gibt Distributionen, bei denen man direkt den Quellcode selbst kompilieren muss. Es gibt Distributionen für Medien-Verarbeitung und Distributionen, deren Fokus auf Stabilität zulasten der Aktualität geht. Es gibt Distributionen, die für 32bit-Systeme und richtig alte Computer optimiert sind und nicht zuletzt gibt es auch Distributionen für Spezialcomputer.

Um für sich selbst die richtige Distribution zu finden, kann man sich bootfähige USB-Sticks bauen oder jede Distro, die einem einfällt, auf DVD toasten und ausprobieren. Fast alle Linuxdistributionen laufen nämlich out-of-the-box ohne Installation. Wenn man aber nicht gerade eine superschnelle DSL-Verbindung hat, ist dieser Prozess ziemlich zeitaufwändig. Man kann auch einen der unzähligen Wikipedia-Artikel zum Thema Linux lesen und aufgrund der theoretischen Erfahrung „sein Linux“ finden. Oder man guckt bei Distrowatch.com nach, welches Linux am beliebtesten sein könnte.

Ich bin aber einer, der gerne kurze, knackige Fragen beantwortet. Wenn ich gefragt werde: „Soll dein Linux aussehen, wie MacOS oder Windows?“, dann kann ich direkt sagen, wie das Ding aussehen soll. Aufgrund dieser Frage würden alle Distributionen, deren Standard-Desktop wie MacOS wirkt, schonmal in meiner Priorität sinken. Ähnliche Fragen würden meine Arbeitsgewohnheiten analysieren:

Chooser
  • Muss ich ein Officepaket haben?
  • Will ich kommerzielle Programme nutzen?
  • Soll mein Linux direkt mit Windows kommunizieren können?

Der Autor vom Distrochooser hat sich diese und andere Fragen gestellt und verschiedene Antwortmöglichkeiten zusammengestellt. 25 verschiedene Linuxe sind beim Distrochooser gespeichert und je nachdem, welche Antworten du gibtst, werden diese Linuxe für dich gewichtet. Wenn du z.B. sagst, dass du überhaupt gar nichts kompilieren möchtest, wird Slackware nicht so hoch gewertet, wie zum Beispiel Ubuntu.

Die Auswahlhilfe für Linux merkt auch, dass Debian für dich weniger interessant ist, wenn du tagesaktuelle Software nutzen willst und sagt dann auch: „Arch ist für dich interessanter, weil es als Rolling Release aktuellere Pakete zur Verfügung stellt.“ Falls dir der gesamte Idealismus von freier Software wichtig ist, werden dir Linuxdistributionen mit unfreien Programmen nicht direkt empfohlen. Die Funktionsweise vom Distrochooser ist also ziemlich simpel. Dir werden Fragen gestellt, du beantwortest diese Fragen und völlig anonym, ohne Anmeldung, sagt der Chooser dir, dass Distribution XYZ am besten zu dir passen könnte.


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Kommentare


Klar - einfach mal zeigen lassen ist ziemlich eindeutig. Ich habe das selbst bei einigen Leuten gemacht. Am 13.05.2017 werde ich Linux auch auf dem Oldenburger Linuxtag präsentieren ;)

Hallo, danke für den Tip, aber ich denke Linux Neulinge sollten sich das Leben nicht so schwär machen. Einfach eine Optisch ansprechende, für einen einfache oder weil ein bekannter oder Freund einem hilft oder geraten hat mit einer Distro anfangen. Wenn man dann die ersten erfahrungen gemacht hat und weiss das es einem auf bestimmte punkte einer distro ankommt kann man immer noch eine distro wählen. Wichtig ist der erste schritt weg von Microsoft & Apple Freifunk Gruß
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