Guardians of the Galaxy Vol 3 ohne James Gunn

Guardians of the Galaxy Vol 3 ohne James Gunn

Ich habe bei den 5 Filmfreunden gelesen, dass „Guardians of the Galaxy Vol. 3“ ohne den Regisseur der Teile 1 und 2 stattfinden wird. Disney hat den Regisseur gefeuert, weil dieser früher wirklich dämliche Tweets verfasst hat. Einer von denen hatte in etwa den Wortlaut, dass eine Vergewaltigung vielleicht gar keine Vergewaltigung ist, wenn es sich nicht so anfühlt. Der andere hatte einen dämlichen Pädophil-Touch. Ich werde diese Tweets nicht relativieren oder James Gunn in Schutz nehmen, aber ich habe Fragen:

James Gunn 2012
By Pop Culture Geek [CC BY 2.0 (https://creativecommons.org/licenses/by/2.0 )], via Wikimedia Commons

Aufgedeckt wurden die alten Tweets vom rechtsextremen Flügel der Republikaner. Jack Posobiecus (der bei einer Google-Suche sogar als Internet-Troll hauptberuflich geführt wird) und Mike Cernovich, der gerne mal Bücher über Mansplaining schreibt und auch sonst ein Trump-Fan zu sein scheint, haben die Tweets gefunden und Disney hat umgehend die Zusammenarbeit mit James Gunn beendet. Gunn hat sich für seine Tweets entschuldigt, er hat sich „persönlich weiterentwickelt und diese Art Humor ist nicht mehr seins“. Der Alt-Right-Flügel verteidigt den Rauswurf von James Gunn, immerhin wurde Roseanne ja auch für einen Tweet gefeuert.

Mein Problem liegt hier: Ich mag Trump nicht und wenn eine Schauspielerin für Trump ist, gleichzeitig ein Ex-Mitglied der Obama-Administration als „Affe“ beschimpft und das auch bewusst rassistisch meint, liegt für mich ein Kündigungsgrund vor. James Gunn hat niemanden persönlich beleidigt, allerdings mit den Witzen eindeutig eine Grenze überschritten, die für einen Familienkonzern wie Disney einfach nicht gehen.

James Gunn hat allerdings vor den Guardians-Filmen absolut kein Mainstream-Kino gemacht. Disney hat mit dem Casting des Autorenfilmers früher wirklich Mut bewiesen, denn die Werke von James Gunn zeichnen sich durch kranken Humor aus. Slither z.B. ist eine Horrorkomödie über menschenfressende Riesenschnecken und die Serie PG Porn befasst sich umfassend mit dem Thema Porno, ohne Sex zu zeigen. Der Film „Super“ ist fatalerweise unbekannter als Kick Ass, obwohl das Thema relativ ähnlich ist.

Das ganze Thema ist gruselig, denn James Gunn wurde nicht nur von Disney gefeuert. Auch Sony hat gesagt, dass Gunn nicht auf dem Comic-Con-Panel auftreten wird. Das bemerkenswerte an diesem Thema ist, dass Gunn's Witze niemanden wirklich weh getan haben. Natürlich waren die Witze grenzwertig, aber im Gegensatz zu Roseanne wurde niemand persönlich beleidigt. Gunn hat, von den Witzen abgesehen, eine beeindruckende Karriere gemacht, eine weiße Weste und als Künstler ist der Mann absolut integer. Beispiellos ist übrigens das Verhalten der GOTG-Darsteller. Sowohl Chris Pratt, Zoe Saldana, Bradley Cooper, Vin Diesel und alle anderen Hauptdarsteller haben ganz klar Kante bezogen und bitten für einen Wiedereinsatz des Autorenfilmers.

Wird in jedem Fall noch spannend.

Kommentare


Schwieriges Thema. Ich frage mich oft, wie sehr man die Äußerungen von Künstlern und ihre Werke trennen kann oder auch nicht. Ich kann Disneys Politik verstehen, ist nur die Frage, wieso sie dann nicht vorher schon Twitter-Accounts prüfen lassen. Was mir an dieser Sache übel aufstößt, ist dass die Tweets rausgesucht worden sind, um ihm zu Schaden. So wirkt es jedenfalls.
Ich befürchte, dass der dritte Teil ohne ihn schlechter wird. Auf jeden Fall anders. Aber wer weiß, vielleicht hilft der Protest der Schauspieler noch :)


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