Liebe Hundebesitzer

Liebe Hundebesitzer

Kein Hundeblog

Die letzten paar Einträge (Alles über den Mudi) befassten sich mit unserem neuen Familienmitglied Björn. Trotzdem wird Trancefish.de kein Hundeblog werden, aber für mich selbst ist es im Moment faszinierend und super cool, sich mit einem Hund zu beschäftigen. Ich werde hier also weiter über meine Fortschritte mit Björn, meinem Hund, berichten. Der Hund ist nun knapp 4 Wochen in unserer Familie und kann schon Sitz, Platz, Bleib und Krabbeln. Außerdem wird das mit dem Ausrasten an der Leine merklich weniger. Ich habe wirklich, wirklich ANGST vor Hunden gehabt, insofern stellt das Mudi-Blog für mich eine Art Selbsttherapie dar.

Trotz allem könnt ihr euch aber sicher sein, das hier wird kein Hundeblog werden. Irgendwann wird der Punkt kommen, da Björn nicht mehr ausflippt, nichts bahnbrechend neues mehr lernt und einfach nur noch ein Familienmitglied ist. Ab dann wird das Thema Hund hier relativ rar werden. Aber dieses Thema hier brennt mir schon seit Tagen auf den Nägeln: andere Hundebesitzer.

Liebe Hundebesitzer, wie wäre es mit Lernen?

Wenn Du in Niedersachsen einen Hund haben willst, benötigst du einen Jagdschein oder du musst einen Hundeführerschein haben. Falls Du innerhalb der letzten Jahre nachweislich einen eigenen Hund hattest, benötigst du allerdings keinen Hundeführerschein. Der Schein selbst ist ein Nachweis, dass du zumindest ansatzweise verstehst, wie dein Hund funktioniert. Wenn ein Hund mit dem Schwanz wedelt, ist er meistens freundlich, das weiß jeder - ach und falsch ist das auch. Das Wedeln des Schwanzes bedeutet lediglich, dass der Hund wegen irgendetwas erregt ist. Das kann auch negative Erregung sein.

Der Hundeführerschein vermittelt einfachste Grundsätze, die man als Hundebesitzer kennen sollte. Ein Hund benötigt altersgerechte Nahrung. Zwingerhaltung macht den Hund zu einem asozialen, aggressiven Mistvieh, solche Sachen lernt man halt. Doch viel interessanter finde ich, dass man als Hundebesitzer lernen sollte, wie man sich mit seinem Hund draußen verhält.

Ein Hund ist ein domestiziertes Haustier. Er hat sich dem Menschen angepasst und in der Regel hat der Hund den Menschen als Rudelführer akzeptiert. Doch ein Hund ist in den letzten 6000 Jahren immer als Jagdbegleiter oder Hüter erzogen worden. Ein Hund kann sich nicht nur verteidigen, er kann auch angreifen. Und genau DAS scheinen einige Hundebesitzer nicht zu verstehen.

Frei laufen lassen? Im Zweifel eher nicht

Ich war mit Björn im Wald unterwegs. Ich traue ihm nicht, ohne Leine würde er stiften gehen, außerdem sollte man die Tiere des Waldes vor Hunden beschützen. Deshalb ist Björn im Wald angeleint. Jetzt kam uns ein Typ mit seinem Hund (nicht angeleint) entgegen. Der Hund, ein großer Collie-Mischling hat Björn gesehen und stürmte voll auf uns zu. Der Besitzer rief noch: „Keine Angst, mein Hund tut nix!“. Doch Björn mag keine Hunde, wenn er selbst angeleint ist. Meine Antwort war also: „Tja, MEINER ABER SCHON!!!!“.

Es kann einfach nicht sein, dass man seinen Hund frei herumlaufen lässt und zulässt, dass der Hund auf andere Hunde (und meine Kinder) zustürmt. Jeder weiß, dass ein Hund in verhedderter Hundeleine ausrasten kann und aus Panik anfangen könnte, Blödsinn zu machen.

Ich wohne in einer verkehrsberuhigten Zone, also ein typisches Neubauviertel mit „Schrittgeschwindigkeitsschild“ und tatsächlich können meine Kinder mehr oder weniger frei auf der Straße spielen, gerade weil wir in einem Wendehammer wohnen. Ich wollte mit Björn Gassi gehen, hatte gerade das Haus verlassen und wollte abschließen: Urplötzlich hörte ich hinter mir, wie mein Hund knurrt und ich höre, wie Hundeschritte. immer lauter werdend, näher heranstürmen. Wieder ein ziemlich großes Vieh und die Besitzer waren noch gar nicht mal in Sichtweite. Ey Leute, ihr seid in einer Spielstraße. Ihr lauft hinter einer 2.50 m hohen Hecke entlang und euer Hund kann sich ohne Sichtkontakt 50 m von euch entfernen? Ernsthaft?

Das Märchen vom schlechten Gewissen - Hunde haben keine Moral

Das faszinierendste beim Hundeführerschein war die Erkenntnis, dass ein Hund per se kein schlechtes Gewissen hat. Hunde haben kein Moralempfinden. Hunde sind aber in der Lage, das Verhalten vom Herrchen zu analysieren und sich so zu verhalten, dass das Herrchen glücklich ist. Wenn dein Hund also richtig scheisse baut und du als Herrchen wütend bist, dann weiß der Hund, dass „traurig gucken“ oder „süss sein“ deine Wut abmildert. Er beschwichtigt dich einfach, damit er selbst keinen Ärger für was auch immer bekommt. Da Hunde kein Moralempfinden haben, kennen sie also auch nicht Zustände wie gut oder böse. Ein Hund schnappt oder beißt meistens aus Angst, weil er in einer Situation ist, aus der er durch Knurren nicht mehr rauskommt. Selbst ein scharf abgerichtetes Mega-Vieh wird dich vermutlich lange mit Knurren und Bellen vorwarnen, bevor es dich beißt. Außer, der Hund wurde bewußt völlig desozialisiert.

Der Hund hört nicht? - Dein Fehler!

Dein Hund hört dich fast immer. Hunde haben extrem gute Ohren. Wenn ein Hund deinen Befehl nicht befolgt, dann hat er ihn entweder nicht verstanden und wird nur verwirrt, wenn du den dussligen Befehl immer wieder wiederholst oder der Hund hat tatsächlich einfach keine Lust, deinen Befehl auszuführen. Wenn zu viele Umweltreize vorhanden sind, lenkt das den Hund ab. Ein „Sitz“ im ruhigen Wohnzimmer ist eine ganz andere Hausnummer, als ein „Sitz“ neben einer lauten Hauptverkehrsstraße. Dort ist soviel Krach, der Hund versteht dich einfach nicht.

Gassi

Beim Gassi-Gang ist es schon wichtig, dass du derjenige bist, der das Haus vor dem Hund verlässt. Du bist der Anführer, nicht dein Hund. Dabei geht es hier nicht um Dominanz, dein Hund muss lediglich merken, dass deine Entscheidungen das beste für das Rudel sind. An der Leine zerren, weil der Hund lieber an einem Baum riechen will, bringt nichts, wenn er bei dem nächsten Baum wieder riechen darf. Du als Rudelführer gibst das Tempo vor. Wenn dein Hund das gelernt hat, wird er seine Schnupperzeiten an dein Tempo anpassen und entsprechend vorlaufen und die Zeit effektiv nutzen.

Konsequenz ist nicht hart - sie vereinfacht euer Leben

Es gibt immer wieder das Phänomen, dass auch erfahrene Hundebesitzer meinen, dass man dem Hund auch mal Freiheiten geben sollte. Das ist auch nicht verkehrt, doch man muss diese Freiheiten ganz genau einplanen:

Ein Hund, der sonst nicht auf die Couch darf, darf es ausnahmsweise am Wochenende? Ein Hund, der niemanden anspringen soll, darf das aber bei Herrchen oder Frauchen? Ein Hund, der am Tisch nicht betteln soll, kriegt an genau diesem Tisch Leckerchen zugeworfen?

Ein Hund ist in der Lage, Verhaltensweisen zu lernen. Er weiß genau, wenn Herrchen ein bestimmtes Wort in einer bestimmten Art und Weise betont, wird eine bestimmte Verhaltensart erwartet. Wenn man nun davon abweicht, ist das Grundgesetz des Hundes erschüttert. Der Hund ist auf das tiefste verwirrt. Wir Menschen sehen das gar nicht so, aber der Hund versteht nicht, warum er auf einmal irgend etwas darf, was er vorher nicht durfte. Wenn dann wieder das Wochenende vorbei ist, darf der Hund das auf einmal nicht mehr. Das versteht er wirklich nicht.

Deshalb ist es wichtig, einmal aufgestellte Regeln, immer einzuhalten. Und ja, man kann diese Regeln tatsächlich granulieren: Unser Hund darf zum Beispiel auf die Couch. Allerdings nur, wenn wir nicht essen oder wenn er selbst keinen Kauknochen hat. In die Küche geht Björn mit, bis er merkt, dass wir mit den Kindern Abendbrot essen. Bis nach dem Essen verlässt er die Küche und kommt erst danach wieder, um die Krümel aufzumampfen.

Jetzt ihr!

Wie seht ihr das? Wusstet ihr das alles schon? Wie steht ihr zum Hundeführerschein?


Getagged unter: mudi,
Leider hat hier noch keiner seinen Senf zum Thema abgegeben. Sei du doch der erste. Oder die erste. Oder das letzte.
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