Was ist eigentlich ein Mudi

Was ist eigentlich ein Mudi

Wir haben jetzt ja seit ca. einer Woche einen Hund. Björn hat sich offensichtlich sehr schnell eingelebt, einfache Kommandos wie „Sitz“ oder „Komm her“ funktionieren ziemlich zuverlässig. Außerdem ist Björn extrem verkuschelt und sehr aufmerksam. Tatsächlich muss ich zugeben, mit diesem Hund ist es wirklich sehr einfach. Wenn man sich mit der Rasse Mudi beschäftigt, ist es aber kein Wunder, wie lernfähig und anhänglich diese Hunde sind.

Mudis sind ungarische Hirtenhunde. Der ungarische Schäfer ist jetzt nicht unbedingt der geduldigste Typ, daher brauchen diese Schäfer eben diese Hunde. Die Aufgabe, die an den Hund gestellt wurde, musste vom Mudi sofort verstanden werden. Der Hund muss gelehrig sein und selbstständig die richtigen Entscheidungen treffen. Ist die Herde in Gefahr, muss der Mudi alles tun, um die Herde zu retten. Der Hirte ist der absolute Alpha-Chef. Egal, was der Hund gerade beschlossen hat zu tun, sobald der Chef ihn ruft, kommt der Mudi her. Vorausgesetzt ist dabei natürlich immer, dass der Chef als Chef anerkannt ist, da sich der Mudi von anderen Leuten eher wenig beeindrucken lässt. Die Schäfer haben damals tatsächlich auch ihren Mudi zurückgelassen, wenn er nicht gespurt hat.

Mudis müssen also ständig beschäftigt werden, weil sie sonst anfangen, sich selbst zu beschäftigen. Meistens ist diese Art der Beschäftigung cool und trägt zum Gemeinwohl des Rudels bei. Ein Mudi sieht tatsächlich Arbeit und versucht, diese Arbeit zu verrichten. Manchmal ist diese Beschäftigung aber eben nur aus Hundesicht cool, wenn ein Mudi zum Beispiel deine Wohnzimmerdekoration doof findet, wird er umdekorieren. Vorausgesetzt, der Hund ist geistig und körperlich ausgelastet, versucht er es aber nicht.

Mudis sind mit 45 cm Schulterhöhe ungefähr so groß, wie ein Shelty, etwas höher als ein Cocker Spaniel. Mudis sind also relativ klein, aber sie selbst halten sich für die größten. Das Fell ist sehr pflegeleicht und diese Rasse ist ziemlich robust. Wie gesagt, die Hunde sind als Arbeitstiere erzogen worden. Da es sich um klassische Hütehunde handelt, sind Mudis ziemlich gut für Kinder geeignet. Diese werden im Kleinkindalter zuverlässig beschützt. Wenn die Kinder etwas älter sind, steigen sie in die Chef-Reihenfolge auf. Aber eben auch nur, wenn der Rudelführer zustimmt. Die Hüteeigenschaften lassen vermuten, dass ein Mudi so ähnlich wäre, wie ein Border-Collie. Doch das krasse Gegenteil ist der Fall. Border-Collies arbeiten viel mit Blickkontakt, wenn sie hüten. Ein Mudi ist sehr, sehr bellfreudig. Wenn ein Mudi die Aufgaben, die du ihm gibst, spannend findet, lässt er sich auf deine Erziehungsmethoden ein. Wenn der Mudi dich aber nicht akzeptiert, wird er bellen und komplett vergessen, was du eigentlich von ihm wolltest.

Mudis sind extrem schnell und können ohne Probleme auch längere Strecken in hoher Geschwindigkeit zurücklegen. Sie haben eine große Kondition. Ein Mudi hat auch nie Angst, er wird sich also in einer Gefahrensituation nie hinter dich stellen, sondern immer das Rudel verteidigen. Allerdings wird unbekanntes „vorsichtig“ analysiert. Ein Mudi will immer hüten. Er beschützt also deine Familie, er beschützt aber eben auch seinen Napf. Du musst ein empathischer Hundekenner sein, um die Eigenarten des Hundes zu verstehen. Disziplin ist bei einem Mudi sehr wichtig.

Mit Disziplin ist auf keinen Fall Bestrafung gemeint, aber der Mudi erwartet von dir, dass du ihn fair erziehst und er sich auf dein Urteil verlassen kannst. Das beginnt schon bei Kleinigkeiten: Wenn dein Mudi an der Leine zieht, bringt es nichts, ihn in die andere Richtung zu zerren. Bleibe einfach stehen, auch wenn es nach 5 Minuten albern wirkt. Der Mudi wird am Anfang weiter zerren, dann Blickkontakt aufbauen und sich fragen, was der Blödsinn eigentlich soll. „Offensichtlich ist es total unwichtig da vorne, also komme ich mal wieder zurück.“. Der Mudi liebt es, dich zu beeindrucken. Wenn du ihn überschwenglich für gutes Verhalten lobst, merkt er sich das. Wenn er also beim Türklingeln kläfft, reagiere gar nicht erst. Wenn er beim Türklingeln total leise ist, lobe ihn überschwenglich dafür. Björn konnte SITZ wirklich schon nach einem Tag und jetzt, nach einer Woche, frißt er das Leckerchen aus der Hand NUR, wenn wir OKAY sagen. Björn erkannte einen Sinn darin, dass er warten musste. Denn es gab dann was leckeres zu essen. „Sitz“ geht sogar schon ohne Zuruf, nur mit Handzeichen.

Ich werde weiter über Björn, unseren Hund berichten. Jetzt wisst ihr aber erst einmal, was ein Mudi ist.


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