Monetarisiert meinen Arsch YouTube

Monetarisiert meinen Arsch YouTube

Ich bin kein YouTuber. Ich habe diverse Male drüber nachgedacht, einen eigenen VLog-Channel aufzusetzen. Ich habe aber weder das Equipment, noch die Themen, um ein interessantes VLog zu machen. Nicht einmal das Experiment eines eigenen Podcast hat bisher so richtig Fahrt aufgenommen. Doch jetzt liegt das Thema YouTube mir irgendwo doch am Herzen.

Was ist passiert?

YouTube hat sich ein neues Design verpasst. Das machen gute Websites ja ab und zu mal und der Aufschrei ist manchmal mehr oder weniger groß. In diesem Fall war das neue Design für die meisten Leute echt okay. Doch YouTube hat noch etwas anderes gemacht: YouTube hat die Nutzungsbedingungen und die Bedingungen für Monetarisierung der Videos geändert. Es gibt kein Geld mehr für Videos mit unangemessenen Inhalten.

Was ist die Konsequenz daraus?

Das klingt so typisch amerikanisch gut. Was als „unangemessen“ gilt, bestimmt aber YouTube. Und das klingt typisch amerikanisch schlecht. „Unangemessene Themen“ sind unter anderem alles, was mit Sex zu tun haben könnte. Sex ist dann nicht kritisch als Werbethema, wenn es der Aufklärung dient. Die Linie zwischen „das klärt mich jetzt auf“ und „das ist softerotisch“ kann aber ja variieren. In dem Moment, wo YouTube entscheidet, dass das Thema eben nicht mehr rein aufklärerisch ist, wird keine Werbung mehr geschaltet. In dem Moment verdient der YouTuber kein Geld mehr.

News

Themen, die umstritten sind oder kritisch sind, können von YouTube auch angeblich nicht mehr zu Geld gemacht werden. Wenn man YouTuber wie zum Beispiel LeFloid hat, dann verdient dieser an den Clips kein Geld mehr, spätestens dann, wenn er seine persönliche Meinung zum Thema Erdoğan ausspricht. Auch Fluchen kann dazu führen, dass keine Werbung mehr in den Clips eingeblendet wird. Für Channels wie dem von LeFloid oder dem kritischen Wissen2Go bedeutet das den kompletten Wegfall des Geldes.

Mutterkonzern Google betreibt hier aktive Zensur, denn wenn sich informative Channels wie Wissen2Go, LeFloid oder auch Jung und Naiv aufgrund ihrer Themen nicht mehr refinanzieren lassen, verlieren diese Channels zuerst die Lust am Thema und irgendwie wird YouTube dann weichgespülter Scheiss, der überhaupt keine Kontroversen mehr bereit hält. Oder widerliche Videos von Typen, die 200 Euro an Leute geben, um sich den Schwanz anfassen zu lassen.

Lets Plays

Lets Plays sind YouTube-Videos von Spielen. Gamer wie Gronkh spielen das Spiel und kommentieren die dort zu sehende Handlung. Die neuen Richtlinien von YouTube sagen nun, sobald Waffen drin zu sehen sind, ist das Video nicht mehr werbefreundlich. Parallel dazu stellen Shooter allerdings das beliebteste Genre überhaupt dar und ohne tote Gegner funktionierte nicht einmal Pac Man.

Meinung

Was zur Hölle soll das werden, Google? Merkt ihr eigentlich, wie bescheuert diese Entscheidung ist? Eure User werden vielleicht nicht abwandern, die meisten konsumieren die vorhandenen Videos ja, aber originellen Content werden die Leute auf Twitch, Patreon oder Vimeo hosten. Es gibt so Entscheidungen, die muss man nicht verstehen? Die Konsequenzen hier sind noch viel weitreichender zu betrachten. Im Moment zerstört Google hier diverse Accounts, weil deren „Richtlinien“ dies so wollen. Google hat die Macht, sämtliche Suchergebnisse so anzupassen, wie es ihnen beliebt. Wisst ihr, dass das journalistische Angebot diverser YouTuber leiden wird, wenn diese das nicht mehr refinanziert bekommen? YouTube hatte hier gegenüber der klassischen Medien echt viele Vorteile.


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Kommentare


Aktuell scheinen ja viele auf den https://vid.me/ - Train aufzuspringen...

Die Youtuber kotzen gerade alle. Youtube hat die Einnahmen stark reduziert. Wenn kein Werberelevanter Anteil im Video ist, dann wird garnicht monetarisiert. Wissen2Go hat da ein gutes Video veröffentlicht. Ich überlege zwar auch ein VLog zu machen, aber dann nicht des Geldes wegen. Eher so wie Tiemo Wölken.

Ich glaube schon, dass man mit Werbung auf YouTube seinen Lebensunterhalt finanzieren kann bzw. konnte. Was Youtube mit den Änderungen seiner Nutzungsbedingungen bezwecken möchte, kann ich allerdings wirklich nicht so ganz verstehen. Klar kann ich verstehen, dass aus moralischen Gründen bestimmte Themen ausgegrenzt werden. Aber dass bei Let's Plays so ein Terz gemacht wird kann ich nicht so nachvollziehen. So verliert man die Youtuber dauerhaft an Twitch. Vielleicht lohnte es sich aber für YT eh nicht mehr, weil schon alle bei Twitch waren. Schauen wir mal, was da noch passiert.

Deswegen sind die meisten cleveren Inhaltserzeuger schon vor längerem auf patreon und co umgestiegen oder nutzen Twitch Subs als Geldquelle. Siehe Jim Sterlin, Boogie, John Bain etc pp. Werbung hat noch niemanden dauerhaft reich gemacht.
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