DE EN

Wie wird man ein guter Autor - Teil 1 - Charakterentwicklung

Wer ist eigentlich Scott Sigler Wie wird man ein guter Autor - Teil 1 - Charakterentwicklung

Wie wird man ein guter Autor - Teil 1 - Charakterentwicklung

Ich weiß natürlich nicht, wie man ein cooler Schriftsteller wird. Grundsätzlich bin ich aber der Meinung, dass jeder ein guter Schriftsteller sein kann. Ich werde in dieser Reihe meine eigenen Fortschritte dokumentieren und ich werde versuchen, endlich mal meinen Roman fertig zu kriegen.

Heute geht es um Charakterentwicklung. Die Reihenfolge mag euch stören, weil man vielleicht ja erst einmal definieren muss, was für eine Art Buch man schreiben möchte. Aber ein guter Roman lebt von seinen Figuren, also gehe ich erst einmal darauf ein, wie man Figuren entwickelt. Ich habe heute während der Fahrt nach Hause eine besonders auffällige Frau gesehen und mir sofort eine Biografie zu dieser Frau ausgedacht. Ich fuhr also so auf dem Fahrrad vor mich hin und dann kam mir eine ältlich aussehende Frau mit blondierten Haaren und dick geschminkten Augenrändern entgegen.

Für mich war dies "Lisbeth": Lisbeth ist 1956 geboren worden und war in der Schule stets beliebt. Sie war eine gute Schülerin und wurde auch regelmässig zur Klassensprecherin und später zur Schulsprecherin gewählt. In ihrer Freizeit spielte sie Handball und stand eine Weile sogar für die Niedersachsenauswahl zur Debatte. Aber sie hatte von Anfang an das Ziel, einmal Rechtsanwältin zu werden. Daher konzentrierte sich sich auf ihr Abitur und machte dieses dann auch mit einem Schnitt von 1.3. Mathematik hat ihr gutes Zeugnis ein wenig belastet.

Sie wurde mit 16 durch Peter entjungfert. Peter war eine Sportskanone und mindestens genau so beliebt in der Schule wie sie aber im Gegensatz zu ihr war Peter berechnend und jeder, der irgendwann merkte, dass Peter ihn nur ausnutze, hasste Peter anschließend, denn er war immer gewissenlos. Diese Berechnung sorgte auch dafür, dass Lisbeth in Peter immer verliebt war, selbst als sie merkte, dass er sie nur flachlegen wollte. Nach Peter hatte Lisbeth noch ein paar Affären, aber sie blieb im Grunde genommen immer alleine.

Eine chronische Migräneerkrankung sorgte dafür, dass Lisbeth niemals Jura studieren konnte. SIe landete in der Bezirksregierung, in der mittleren Beamtenlaufbahn und machte nie wirklich aufwändige Aufgaben. Katalogisieren von Gesetzen und zwischendurch mal Kaffee kochen. Das war ihr Leben.

Und das mache ich nun täglich. Ich schaue mir irgendwelche Leute an und denke mir eine Geschichte zu diesen Leuten aus. Irgendwann haben die Geschichten eine größere Tiefe und die Figuren landen zusammen in einer Handlung. Und das wird dann der Roman.


Filed in: roman,
PDF
Like 1finden das gut

Kommentare


Wenn wir uns nicht eh kennen würden, wäre ich gespannt, was du dir zu mir ausdenkst ;)
Aber mein Leben reicht eh schon für mehrere Romane - ein Punkt, den ich nicht unbedingt gut finde ;)

Teile diesen Artikel, wenn er dir gefallen hat

Facebook Twitter Google+ LinkedIn
powered through tff3