Mein Zweck der Existenz

Mein Zweck der Existenz

Das Buch

Dank Philipp bin ich darüber am Sinnieren, was der Zweck meiner Existenz ist. Ich versuche, der Frage auf den Grund zu gehen, warum ich hier bin. Philipp schenkte mir das Café am Ende der Welt von John Strelecky. Ich werde keine umfassende Buchkritik über dieses Werk schreiben, denn eine Buchkritik würde dem Buch nicht gerecht werden. Nur soviel: Ich denke viel über die Geschichte und das Buch nach, aber ich finde den Schreibstil des Buches unfassbar unterirdisch und die Figuren finde ich allesamt gruselig. Hier mal eine super kurze Zusammenfassung:

Gestresster Manager landet im Stau. Er versucht, den Stau zu umfahren, landet dann in irgend einem Café und beginnt dann mit den Mitarbeitern und Gästen über den Sinn des Lebens zu philosophieren.

Ja – wie gesagt, das Buch selbst geht noch viel weiter. Im Buch selbst gibt es eine Menge toller Analogien und ich bin vermutlich deshalb so aggressiv mit dem Buch, weil es mich tatsächlich irgendwo beeindruckt hat. Ich beginne, über den Zweck meiner Existenz nachzudenken und da ich einfach nicht genau definieren kann, was der verfluchte Zweck meiner Existenz ist, macht mich das fertig. Ich könnte die Frage, warum ich hier bin, niemals beantworten. Ich bin an einem Punkt, an dem es mir relativ egal ist, ob ich da bin oder halt nicht. Ich habe keine Suizidgedanken, keine Panik. Ich habe nur aufgegeben, meine Ziele zu verfolgen.

Das Ding ist, dass Strelecky es sich zu einfach macht. Ich habe mein Leben lang Entscheidungen getroffen, die ich heute bereue. Ich bin, trotz Label-Angebot, nie Berufsmusiker geworden. Ich habe, trotz Angebot, niemals bei einem großen deutschen Spieleentwickler als Leiter für Sounddesign angefangen. Ich habe mehrfach versucht, mein Abitur in einer allgemein bildenden Schule zu machen, weil man mir erzählte, dass man das so muss. Nein, ich entschied mich für den klassischen 9-5-Job und bin lieber Angestellter geworden, anstatt meine gruselige, unsichere Vorliebe für Risiko auszuleben. Zumindest beruflich bin ich an einem Punkt angekommen, bei dem ich einfach nicht mehr zurückkann. Mit 40 noch selbständiger Musiker oder Autor werden? Vergiss es!

Der Zweck der Existenz sollte in 5 Punkten niedergeschrieben werden.

Mein ZDE

M – Musik

Musik war immer mein Ruhepol. In meinen aktivsten Zeiten habe ich pro Tag einen Song geschrieben, manches Mal sogar zwei. Meine Musik war meine Rückzugsmöglichkeit. Wenn ich mies gelaunt war, schrieb ich die besten Songs und es gab immer mal wieder kleinere Label-Angebote. Ein großes Angebot habe ich 2007 ausgeschlagen, es wäre sogar ein Deal für 2 Alben gewesen. Aber ich wollte auf Sicherheit spielen. Die Musik ist mir immer noch unfassbar wichtig, allerdings habe ich irgendwann in den letzten Jahren meine Kreativität verloren. Mir fällt einfach kein geiler Song mehr ein. Was ich nun mache, ist jede Menge Informationen zum Thema klassischer Musik zu wälzen, denn ich glaube, was orchestrales würde mich wieder auf die Spur bringen.

F – Familie

Ich bin verheiratet und habe drei Kinder. Ich liebe meine Familie über alles und uns 5 (plus den Hund) sehe ich als zentralen Punkt in meinem Leben an. Meine Frau ist meine beste Freundin, obwohl wir eigentlich überhaupt nichts gemeinsam haben. Es gibt immer so 2–3 Dinge, die uns dann auffallen, bei denen es doch Gemeinsamkeiten gibt, aber eigentlich sind wir total verschiedene Menschen. Meine Kinder sind toll, ich versuche bei ihrer Erziehung alles das zu machen, was ich bei meiner eigenen Erziehung als falsch empfunden habe.

S – Schreiben

Ich will unbedingt ein Buch schreiben. Ich möchte in dieser Welt ein großes, umfangreiches Werk hinterlassen. Ich schreibe nicht gut, aber ich schreibe voller Inbrunst. Ich glaube, ich kann erst sterben, wenn ich mein eigenes Buch in den Händen halte.

K – Krise

Mein ganzes Leben kommt mir vor, wie eine Krise, die es zu meistern gilt. Das klingt ziemlich negativ, vermutlich ist es das auch. Mein Zweck der Existenz ist für mich so unfassbar abstrakt, weil ich einfach nicht genau weiß, was ich hier eigentlich soll.

S – Sport

Ich treibe zu wenig Sport. Ich wiege aktuell 104 kg. Ich will auf 75 kg runter.

Fazit

Junge, jetzt bin ich richtig deprimiert. Ich sollte nicht soviel Selbstreflexion machen. Das reißt mich nur runter. Dennoch sehe ich mir irgendwie als glücklicher Mensch an. Ich habe ja alles, was ich brauche. Ich habe Arbeit, ich habe eine tolle Familie.

Interessanter Fakt: Ich habe ein Bild für die Headergrafik gesucht. 99% aller Bilder zum Thema Existenz beinhalten irgendwas mit Job. Sorry. So ein Scheiss.

Kommentare


Hi,
ich bin froh, dass ich dich ein wenig inspirieren konnte. Und natürlich "muss" ich auch deinen Artikel kommentieren. Nachdem ich das hier las, hatte ich so viele passende und unpassende Gedankengänge - unpassend da eher zu Nebensätzen und nicht zum eigentlichen Thema:

1.) Du bist nie zu alt, um etwas zu tun oder einen Weg einzuschlagen. Klar, du wirst ab einem bestimmten Alter kein Kredit mehr für etwas bekommen und es ist die Frage, wie es körperlich bei bestimmten Wegen aussieht. Aber die genannten Berufswege stehen dir offen. Nur bist du als Familienvater noch für andere verantwortlich und deswegen würde ich das Risiko an deiner Stelle auch nicht eingehen. Das ist im Wesentlichen auch mein größter Kritikpunkt an dem Buch. Wenn du für andere Verantwortung hast, darfst du nicht an dich denken und kannst demnach auch nicht nur für dich entscheiden. Wenn man natürlich auch sagen könnte: Wenn es dir gut geht, geht es den anderen auch gut. Aber wie geschrieben finde ich das Risiko zu hoch, wenn Familie mit dran hängt.

2.) Als du von den nicht vorhandenen Gemeinsamkeiten mit deiner Frau gesprochen hast, musste ich sofort an den Song "Breakfast at Tiffany's" denken :) https://www.youtube.com/watch?v=1ClCpfeIELw

3.) Ich finde es gut, dass du in der Erziehung das anders machen möchtest, was deiner Meinung nach bei dir falsch gemacht wurde. Wobei ich das "Endprodukt", also dich sehe, und sagen musst, dass du ein guter Mensch bist :) Ich hoffe, dass durch andere Erziehung nicht, irgendwelche unbeabsichtigten Seiteneffekte eintreten, aber ich denke perfekt gibt es nicht und Erziehung ist ein sehr komplexes Thema, zu dem ich als kinderloser sicher eine Meinung, aber gar keine Erfahrung habe.

4.) Krise fand ich jetzt als Wort auch eher negativ besetzt.

5.) Zum Thema Sport: Macht Sport dir denn Spaß bzw. fühlst du dich gut dabei?

Ich hoffe, ich habe jetzt mit meinen Kommentaren keine Grenze überschritten. Ich bin ja selbst "nur" ein Suchender. Aber ich sehe schon, wir müssen uns unterhalten, auch wenn das letzte Treffen gar nicht so lange weg ist.
Abschließend muss ich allerdings noch sagen: You put the FSK in MFSKS :D

Liebe Grüße
Philipp


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