Sprachbarrieren ueberwinden - SignDict

Sprachbarrieren ueberwinden - SignDict

In der Bundesrepublik Deutschland leben ca. 80.000 Gehörlose. Nach Angaben des Deutschen Schwerhörigenbundes gibt es ca. 16 Millionen Schwerhörige. Ca. 140.000 davon haben einen Grad der Behinderung von mehr als 70 % und sind auf Gebärdensprach-Dolmetscher angewiesen. Quelle

Das sind 140.000 Menschen, deren einzige Behinderung es ist, schlecht oder gar nicht zu hören. Ansonsten sind diese Menschen als „normal“ zu betrachten, was man heute halt so als normal bezeichnet. Diese Menschen sind nicht dümmer oder schlauer als andere Leute. Diese Menschen können genau so schwere Sachen heben, wie andere auch. Sie joggen wie andere oder eben auch nicht. An diesen Menschen ist nichts anders als an dir oder mir. Du siehst es den Leuten nicht einmal an, aber spätestens in dem Moment, wo diese Menschen reden, merkst Du halt, dass da was anderes ist. Wenn du mit diesen Menschen redest, verstehen sie dich im Normalfall nur dann, wenn du deine Worte sehr deutlich mit den Lippen formulierst und selbst dann wird es für beide Gesprächspartner ein Geduldspiel.

Schwerhörige Menschen sprechen eine andere Sprache. Zumindest, wenn die Versicherung die Schulung von Gebärdensprachlehrgängen bezahlt. Das Problem bei Sprachen im Inland ist aber, dass man dann irgendwie eine Subkultur hat. Gehörlose wollen aber ja mit Hörenden ganz normal kommunizieren können. Das geht nur, wenn man irgendwie einen Konsenz findet. In der Regel sind das Zettel oder man schickt sich Whatsapp-Nachrichten. Funktioniert ja auch. Dennoch wäre es doch viel cooler, wenn man zumindest einfache Sätze in Gebärdensprache ausdrücken könnte. 

Das Projekt, was ich hier nun gefunden habe, ist ziemlich geiler Scheiß. Heute kann jeder mit einer Webcam Videos ins Internet stellen. Die Leute von Signdict machen sich das zunutze und haben ein Lexikon geschaffen, bei dem man tatsächlich ein Wort suchen kann und dann das entsprechende Video mit der Geste angezeigt kriegt. Du kannst also „Autoreise“ schreiben und siehst dann jemanden da stehen, der die Hände anhebt, diese nach als Fäuste zu sich selbst richtet, links und rechts bewegt, dann eine Pommesgabel macht. Du kannst das Video auch extrem langsam abspielen, um die Geste nachzumachen.

Ich finde, SignDict ist ein riesiger und wichtiger Schritt zur Kommunikation zwischen Hörenden und Nichthörenden. Ich bin jedenfalls begeistert und werde Wörter wie Hallo (offensichtlich einfach) oder Bier trinken lernen. Nur, um dann prügeln zu können. Allein die Geste für Internet ist so viel cooler, als das eigentliche Wort.


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Leider hat hier noch keiner seinen Senf zum Thema abgegeben. Sei du doch der erste. Oder die erste. Oder das letzte.
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